Monatsarchiv für September 2016

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Alpe Masnee- ein Tessiner Juwel zwischen Verzasca und Maggia Tal!

Lange war sie auf unserer “Places to see, before you die!” Liste. Was wir dann auf der Alpe Masnee vorfanden übertraf alle Erwartungen. Doch wie so oft haben dieAlpe-Masnee-Panorama Götter vor den Genuss den Schweiss gesetzt. Als wir in der flirrenden Hitze des Maggiatals stehen und die schroffe Einkerbung des Valle del Salto inspizieren, durch die der Alpe-Masnee-Maggia-1Hüttenzustieg führt, ahnten wir noch nicht wie viel Schweiss uns tatsächlich abverlangt werden sollte. Rund 1800 Höhenmeter liegen zwischen uns und dem auf auf 2063 Metern Höhe gelegenen, wunderschönen aus fünf Hütten bestehenden Almjuwel.

Durch die grüne “Hölle” des Valle del Salto.
Also gehen wir’s an und tauchen ein in die Schlucht des Valle del Salto! Üppiges Grün soweit das Auge reicht. Und tief Maggia-Masneeunten in der Schlucht, auch wieder üppiges Grün, in Form des Wildbaches der sich am Talausgang über eine einhundertzwanzig Meter hohe Felsstufe förmlich auf das Dörfchen Maggia herab ergießt. Nach mehrtägigem Dauerregen ist das ein Naturschauspiel erster Klasse! Uns aber heizt Val-Salto-Maggiadie Sommersonne ein. Beim Blick nach oben wird schnell klar, dass die Alpe Masnee nicht nur in luftiger Höhe trohnt sondern, dass sie auch ganz schön abgelegen ist. Unvorstellbar, welche Armut hier im 18. Jahrhundert geherrscht haben muss um die Menschen samt ihrer Tiere bis in höchste Höhen und in den letzten grünen WinkelDeva-Masnee-Maggia zu treiben um Almwirtschaft zu betreiben. Auf teils ruppigen und von Gras und Farn überwachsenen Pfaden arbeiten wir uns nach oben….stundenlang! Das bietet genügend Gelegenheit zur inneren Einkehr und für Gedanken darüber, wie es wohl vor 250 Jahren gewesen sein muss, als so ein Aufstieg kein Freizeitspaß, sondern Teil eines bitteren Überlebenskampfes war. Alpe-Masnee-MaggiaDer Kontrast zu dieser Gedankenwelt hätte nicht größer sein können, als ein knatternder Heli über unsere Köpfe rast und, wie wir später erfahren sollten, die Enkelin der letzten Älpler, die auf der Alpe Masnee heute nach dem Rechten schaut, einfliegt.Alpe-Masnee-Passo-Deva Immer ruppiger wird der Pfad als wir uns dem Passo Deva nähern. Aber mit dem Heli tauschen wollten wir dennoch nicht. Zu beindruckend ist dieser Talschluss, um ihn nicht “Schritt für Schritt” zu erobern. Auf dem Passo Deva angekommen, fehlt uns allerdings eher die Muße um den Tiefblick auf den Lago di Starlaresc und ins Verzascatal zu genießen. Alpe-Masnee-Val-Salto“Endlich ankommen”, heißt die Devise nach diesem in jeder Hinsicht intensiven Aufstieg. Bis zuletzt rätseln wir wo sich denn die fünf Hütten der Alpe Masnee nun versteckt halten. Kaum zu glauben, wie perfekt Granithütten in einer Granitlandschaft getarnt sind!

Almwirtschaft seit 1788….. wenn Steine erzählen könnten!
In weitem Bogen nähern wir uns diesem Almdorf dann schließlich von oben und sind ab Alpe-Masnee-Verzasca-1der ersten Minute begeistert. Bis 1952 war sie bestoßen die Alm, die dem Patriziat Maggia gehört. Dann verließen die Großeltern der Heli Hüttenwartin für immer diesen entlegenen Flecken. Seit Ende des 18. Jahrhunderts, wie die in den Gneis gemeißelte Jahreszahl 1788 anzeigt, hatte es hier Almwirtschaft gegeben. Was dann folgte war das typische Schicksal nicht mehr genutzter Steinhütten im Tessin. Binnen weniger Alpe-Masnee-DevaJahre gibt der Baumstamm, der das tonnenschwere Dach aus Gneisplatten trägt, seinen Geist auf. Es bricht in sich zusammen und die Hütten verwandeln sich in das was sie ursprünglich waren: in einen Haufen Steine. Doch dieser Vorgang ist reversibel! Alpe-Masnee_VerzascaZumindest wenn man fünfhunderttausend Schweizer Franken in die Hand nimmt und zig Freiwillige über mehrere Jahre ihre Freizeit opfern. So geschehen auf der Alpe Masnee. Heute erstrahlt sie in wunderschöner Panoramalage in neuem Glanz. Die Fotobücher die dort oben hinterlegt sind, künden vom Alpe-Masnee-salsicciaunvorstellbaren Aufwand den die lokalen Bergenthusiasten getrieben haben um dieses Kleinod wieder auferstehen zu lassen. Und wir haben uns gleich zwei Übernachtungen gegönnt um das Resultat der Mühen zu genießen. Wieso auch nicht? Der lange, anstrengende Aufstieg ist schnell vergessen als das Masnee-Lago-MaggioreHolzfeuer im Ofen knistert und die mitgebrachten kulinarischen Köstlichkeiten auf den Tisch kommen. Zum Dessert genießen wir das Wetterschauspiel mit tollen Wolkenformationen über dem am Horizont sichtbaren Lago Maggiore. Auch die Kette der Lago-Pianca-Maggiaschneebedeckten Walliser Viertausender, die am nächsten Morgen rosa glitzernd in den tiefblauen Himmel ragen, beindruckt. Man könnte hier glatt Lago-Pianca-MasneeWurzeln schlagen, würde nicht auf der Abstiegsroute das tiefblaue Auge des Lago Pianca, einem der schönsten Bergseen des Tessin, locken. Wir denken an die Heli Capella-Pioda-MaggiaHüttenwirtin als wir zu Tal schweben und im steilen Abstieg wieder in den tiefgrünen Dschungel des Valle del Salto eintauchen. Mit glühenden Sohlen erreichen wir die Capella Pioda an der Steilstufe hoch über Maggia und stellen zufrieden fest: diese kleine Expedition hat mal wieder bleibende Eindrücke hinterlassen. Der vergossene Schweiß hat sich gelohnt!

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Geschrieben von Michael | Abgelegt unter Lago Maggiore, Schweiz, Tessin | Keine Kommentare