Archiv für das Tag 'Valle Maggia'

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Die 2. Etage des Val Bavona: Auf dem Percorso della Transumanza ins Val Calnegia

Calnegia-Bruecke-Puntid Spektakulär stürzt sich der Calnegia Bach fast 100 Meter über die Felswände hinab nach Foroglio ins Val Bavona. Dass er aus einem herrlichen Hochtal kommt haben wir gehört. Dass die steile Felsstufe des Wasserfalls auch für Wanderer wie uns so leicht zu überwinden ist, konnten wir uns allerdings nicht vorstellen als wir das Naturschauspiel  bei einem Merlot im Grotto “La Froda” in Foroglio auf uns wirken ließen. Hier geht’s zum Video….

Geschuldet ist diese Leichtigkeit der genialen Wegführung der Älpler die im Zuge der Wanderweidewirtschaft (Transhumanz) die hier früher betrieben wurde, die Almen des Val Calnegia erschlossen. Dem Lauf der Jahreszeiten folgend stiegen sie dabei immer höher, um dann wenn oben der erste Schnee fiel, im Spätherbst nach Calnegia-Gerra Foroglio und in die tiefer gelegenen Talschaften zurückzukehren. Vorbei an der Kapelle von Foroglio steigen wir im Wald hinter dem Dorf immer steiler auf gutem Weg bergan. Die Tiefblicke werden schnell immer imposanter und auch die Wegführung hat einiges zu bieten. So zum Beispiel die direkt an die fast senkrechten Felswände angelehnten Treppenwege über die man fast  schlendernder Weise den Punkt erreicht, an dem sich die Fluten über die Felskante ins Tal stürzen. Von hier bietet sich ein herrliches Panorama ins untere Val Bavona und auf Foroglio! Die Älpler, die mit Ihren Herden über diese Treppen “stolperten” mussten Ihre Aufmerksamkeit allerdings wohl auf andere Dinge richten um nicht auch noch durch den Verlust von Tieren oder gar Menschenleben das karge Überleben zusätzlich zu erschweren.

Calnegia-Bach Welche ein Kontrast bietet sich wenige hundert Meter weiter! Das Val Calnegia öffnet sich, nur leicht ansteigend, und der Blick wird frei auf das romantische Maiensäß Puntid mit seiner wunderschönen Bogenbrücke. Hier, nur wenige Meter vom Wasserfall entfernt, hat der Calnegia Bach bizarre Formen und Kanäle in den Gneis gefräst. Welche Naturgewalten hier an der Arbeit sind wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass der Fluss zum Beispiel beim Hochwasser 1978 über die Brücke schwappte! Sie hielt Stand und trägt weiter ihren Teil zum romantischen Tessiner Rustico Ambiente dieses Platzes bei. Hinter den Häusern von Puntid befindet sich die Splüia Bela, eine unter einem ca. 30 Meter langen riesigen Felsbrocken eingerichtete Hütte, die Brotzeit die Felsformationen geschickt ausnutzt, um in den Hohlräumen einen kompletten Stall und einen Wohnraum unterzubringen. Diese Bauform, die die natürlichen Gegebenheiten perfekt ausnutzt, findet sich im Val Calnegia an vielen Stellen, sei es als Stall, Wohnraum, oder Käsekeller. Archäologische Ausgrabungen belegen Spuren die bis in die Bronzezeit um das Jahr 1500 vor Christus zurück reichen! Es ist schon ein besonderer Spaß die Erkundungen in den historischen Untergrund zu verlegen….

Auf gutem Weg gehen wir weiter Tal einwärts. Der Bach ist unser Begleiter bis wir die Schwemmebene von Gerra erreichen. Über die kleine Holzbrücke erreichen wir die Hütten von dieser Alpe, die wieder die natürlichen Gegebenheiten geschickt  ausnutzen und die riesigen Felsblöcke in die Bausubstanz einbeziehen. Auch das “Ortsschild” ist natürlich stilsicher in Granit gemeißelt!  Heute wollen wir nur bisCalnegia-1 zur Alpe Calnegia, die ganz hinten im Talschluß liegt. Von dort lockt der steile Weiterweg zu den wunderschönen Laghi della Crosa und hinüber zum Rifugio Piano della Creste. Das würde aber den Zeitrahmen unserer nachmittäglichen Tour deutlich sprengen. So entscheiden wir uns dann doch lieber für das malerische Ambiente der Alpe Calnegia und ein Luxuspicknick mit Tessiner Köstlichkeiten. Der Blick Tal auswärts zeigt noch einmal die ganze Schönheit dieses Hochtals. Der Blick auf die Hütten der nächsten Umgebung spricht allerdings auch die Sprache eines harten Überlebenskampfs früherer Generationen.

Mehr über Foroglio und das Val Bavona

Geschrieben von mountainzone am 17. Januar 2010 | Abgelegt unter Schweiz, Tessin, Täler | Keine Kommentare

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

Wasserfall-Foroglio Das Val Bavona, ein Seitental des Maggiatals hat es uns seit langem angetan. Der etwa 10 km lange Talboden zwängt sich zwischen Steilwände, die hunderte von Metern hoch sind und in der Geschichte immer wieder ihre steinige Fracht in Form von riesigen Granitblöcken nach unten entluden. In seiner U-Form erinnert es tatsächlich ein wenig an das Yosemite Valley…… Heute schmiegen sich 12 romantische Weiler in diese Blocklandschaft. Allerdings ist die Romantik eher vom touristischen Blickwinkel des Wanderers geprägt, denn von den Lebensumständen hier im Tal.

Wasserfall-Foroglio-1 Wasserfall-Foroglio-2
Wasserfall-Foroglio-4 Wasserfall-Foroglio-3

Nur im Sommer bewohnt und trotz der vielen nahen Stauseen die der Energiegewinnung dienen auch heute noch nicht voll elektrifiziert, zeugen die malerischen Granitdörfchen vom harten Leben der Älpler die hier über die letzten Jahrhunderte eine einzigartige Kulturlandschaft geschaffen haben.

Diese Almlandschaft erschließt zum Beispiel der Percorso della Transumanza, der der Wirtschaftsform der “Transhumanz” gewidmet ist und viele interessante Relikte der Weidewirtschaft verbindet. Bei dieser Form der Wanderweidewirtschaft folgten die Älpler dem Lauf der Vegetation über die Jahreszeiten. Von den tiefen Lagen hinauf in die höheren Weiler des Tales und von dort, oft über schwindelerregende Treppenanlagen hinauf zu den Almsiedlungen oberhalb der oft senkrechten Felswände die die Flanken dieses Trogtales säumen. Und sobald oben der Herbst einkehrte ging es wieder auf umgekehrtem Weg zurück. Diese “Beweglichkeit” war eine absolute Notwendigkeit um hier zu überleben. InsbeForoglio-Val-Bavonasondere wenn man sich vor Augen führt, dass nur 1,7% der Fläche des Val Bavona aus fruchtbarem Land bestehen! Wir haben es heute leichter.

Das Talsträßchen erschließt die Sehenswürdigkeiten, wie etwa den ca. 90 Meter hohen Wasserfall beim Weiler Foroglio. Hier stürzt sich der Calnegia Bach aus dem gleichnamigen Hochtal über eine Granitkante und bildet, besonders nach stärkeren Regenfällen, ein Naturschauspiel erster Güte. Das blieb auch den Filmemachern der 1930er Jahre nicht verborgen. Und so kam der Wasserfall zu einer gewissen Berühmtheit, da hier Leni Riefenstahl das Schwarz-Weiss Epos “Das  blaue Licht” drehte.Foroglio-Val-Bavona-1 Zu besichtigen in alten Aufnahmen im Grotto “La Froda” (“Der Wasserfall”) direkt unterhalb der tosenden Fluten. Der Weiler Foroglio und das 1928 gegründete Wasserfallgrotto sorgen sicher dafür, dass viele die Transhumanz nur auf dem 100 Meter langen Weg vom Parkplatz bis zum Steintisch mit Wasserfallblick erkunden. Und das obwohl der Percorso della Transumanza, der Teil des Projektes “Sentieri di Pietra” ist, sicher für alle an der  Almkultur interessierten zu den spannendsten Wegen im Tessin zählt. Überhaupt seien diese “Wege der Steine”, zu denen es bei der Touristeninformation des  Maggiatals schönen FaltblätterGrotto-La-Froda-Foroglio gibt, wärmstens empfohlen. Thematisch geordnet erschließen sie viele eindrückliche Relikte der Geschichte des Maggiatals, an denen man sonst sicher achtlos vorbei ginge. Das Repertoire reicht vom Kellerwald von Maggia über die Marmorsteinbrüche von Peccia, bis hin zur einzigen Wolfsfalle des Tessins, in Bignasco. Mehr zu diesem Projekt, zum Beispiel die erwähnten Faltblätter als PDF Download, finden Sie auf der Seite von Vallemaggia Pietraviva.

Zugegeben, dieser Talboden hat etwas anziehendes und die geniale Mischung aus Tessiner Grottokultur, tosendem Wasser und einer beindruckenden Tallandschaft sorgte schon öfter dafür, dass auch wir nur für einen nachmittäglichen Ausflug zum Wasserfall von Foroglio kamen und bei Maggiakäse und Merlot in uns hineinhorchten um festzustellen, wie die “Nerven immer dicker werden”. Diesmal wollen wir allerdings dem Weg der Transhumanz folgen, der die Steilstufe des Wasserfalls in eindrucksvoller Wegführung überwindet und das Val Calnegia mit seinen schönen Almsiedlungen erschließt. Mehr dazu….

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Geschrieben von mountainzone am 31. Dezember 2009 | Abgelegt unter Schweiz, Tessin, Täler | 1 Kommentar

Ins einsame Val Osura. Ein Genuss für Liebhaber der Tessiner Selbstversorgerhütten!

Das Frühstück auf der schönen Alpe Spluga, bei Kaiserwetter auf der Granitterrasse eingenommen, ist ein angemessener Auftakt für die Tour ins Val Osura, ein einsames und völlig unerschlossenes Seitental des Val Verzasca. Dort erwartet uns schonAufstieg-Bocchetta-Canova zu Mittag die Capanna Osola, die auf eine genüssliche Mittagsrast hoffen lässt. Unser Ziel ist aber das hoch über dem Talkessel gelegene Rifugio Sambuco das aus einer kleinen Granithütte der gleichnamigen Alpe als Selbstversorgerhütte wieder auferstanden ist.

Schon der Start ist schwierig. Zu schön liegen die 11 Hütten der hier schon beschriebenen Alpe Spluga unter uns an den Hang geschmiegt. Immer wieder drehen wir uns beim Aufstieg  um und blicken über die Granitlandschaft der Dächer hinweg in das über 1300 Meter tiefer gelegene Valle Maggia. Der steiler und “schottriger” werdende Weg fordert zusehens mehr unserer Aufmerksamkeit und Konzentration, so dass der Blick sich bald zwangsläufig nach vorne und vor allem nach oben richtet.

Val-Osola-Monte-Zucchero Val-Osola-Osura

Über eine steile Grasflanke geht es schließlich hoch zur Bocchetta di Canova (2226m). Die markante Scharte ist ein perfekter Platz für eine Pause mit eindrucksvollem Tiefblick ins Val Osura. Im Talboden kann man selbst aus 800 Metern Höhe die Reste der Lawinen des schneereichen Winters erkennen. Und die wie Streichhölzer zerbrochenen Bäume, die diesen Naturgewalten nicht standhielten! Und über allem trohnt der Monte Zucchero….

Ab diesem Punkt überblicken wir die gesamte Routenführung für den Rest des Tages. Auch den steilen und steinigen Abstieg in den Talboden des Val Osura, der uns vor allem auch deshalb anzieht weil aus der Alpe Osura die Capanna Osola Abstieg-Val-Osola-Lawine entstanden ist, von der wir uns eine schöne Mittagsrast mit Monte Zucchero Blick versprechen.

Also “vernichten” wir 800 Höhenmeter, wohl wissend, dass wir die am Nachmittag wieder aufsteigen müssen. Aber der Plan sollte aufgehen. Immer wieder tut sich beim Abstieg ein herrlicher Blick ins Tal auf….. und zwar längs….man blickt über die gesamte Wildnis bis zum Beginn des Tals bei Brione Verzasca. Mit glühenden Sohlen, vorbei an den imposanten Lawinenkegeln, erreichen wir die schön hergerichtete Hütte. Die aus Felsblöcken lose aufgeschichtete kreisrunde Mauer, die einst einen perfekten Pferch bildete, zeugt von ihrem Ursprung als Alm.

Capanna-Osola-Monte-Zuccher Capanna-Osola-Granittisch

Für den Genusswanderer ist, wie wir erhofft hatten, alles da. Am tonnenschweren quadratischen Granittisch genehmigen wir uns einige Schlucke aus dem Weinvorrat in der Hütte. Mal wieder ein Ort, der zu deutlichen Verzögerungen im Zeitplan führen kann! Und das nicht nur bei gutem Wetter, denn innen ist die Hütte zwar klein, aber ausgesprochen gemütlich, so dass auch ein Schlechtwettertag vor dem offenen Kamin zum Erlebnis werden kann.

Capanna-OsolaWir aber wollen weiter um uns das ganze von oben anzusehen! Zunächst durch schönen Lärchenwald, steigen wir steil bergauf in Richtung des Kessels von Corte del Sambuco.  Immer dominanter rückt der Monte Zucchero ins Blickfeld. Die Schneefelder an seiner Südflanke speisen eine Vielzahl kleiner Bäche, die sich im Kessel über  mehrere Steilstufen zu Tal stürzen. Die letzten 20 Minuten in denenAufstieg-Capanna-Sambuco wir den Talschluss ohne größere Höhenunterschiede queren, kommen gelegen, um den Nachmittag entspannt schlendernd ausklingen zu lassen. Das Rifugio Sambuco liegt gut getarnt im weiten Kessel. Klein ist es und einfach…Wasser nur am Brunnen vor der Hütte. Aber beim Abendessen am von der Sonne aufgeheizten Granittisch tut sich unter uns der gesamte Talschluß auf und die umliegenden Gipfel glühen in der Abendsonne. Capanna-SambucoDas Panorama rechtfertigt den Aufstieg! Und so kommen keine Zweifel auf, dass wir auf unseren Weiterweg ins Val Verzasca den “richtigen” Übernachtungsort gewählt haben. Und beim abendlichen Merlot del Ticino schwinden auch die Fragen über die, wegen des vielen Schnees,  zweifelhafte Wegbeschaffenheit am nächsten Tag. Wie es uns da erging lesen Sie in Kürze hier!

Vom Valle Maggia auf die Alpe Spluga

…erkunden Sie mehr Touren rund ums Valle Maggia und im Tessin!

Geschrieben von mountainzone am 31. August 2009 | Abgelegt unter Hütten, Schweiz, Tessin, Täler | 1 Kommentar

Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

Alpe-Spluga-PanoramaGanz unbekannt sind sie ja nicht, die beiden Täler im Hinterland des Lago Maggiore! Aber die Topografie sorgt, wie so oft im Tessin, dafür dass selbst traumhafte Orte quasi unberührt bleiben. Die Capanna Alpe di Spluga gehört zu dieser Kategorie. Auf 1838m und damit 1500 Meter über dem Talboden des Valle Maggia gelegen,  wollen die Erlebnisse auf dieser herrlichen Tessiner Almsiedlung hart erarbeitet sein. Und das umso mehr, als es sich bei der Capanna um eine, zwar bestens ausgestattete, Selbstversorgerhütte handelt.

Das Tessiner Konzept der Selbstversorgerhüttenversorgung mit dem Heli sorgt allerdings für Linderung. In der im Sommer stets offenen Almsiedlung ist zumindest der Getränkekeller bestens bestückt. Alles andere trägt der geneigte Wanderer Meter für Meter den teils steilen Pfad selbst hoch. Und wer wie wir noch weiter bis ins Verzascatal will, kommt da schon aus Gewichtsgründen schnell auf Ideen wie Maultiertrekking oder Sherpas.

Alpe-Spluga-Granitdach

Alpe-Spluga-Haupthuetten

Im Jahre 2006 erwachte die Alpe di Spluga, eine Siedlung bestehend aus 11 granitgedeckten Hütten, zu neuem Leben. Mit viel Liebe zum Detail hat das Patriziat von Giumaglio die Alm mit enormem freiwilligen Engagement und wohl auch öffentlichen Fördergeldern restauriert. Entstanden ist dabei ein einmaliger Ort der dem Wanderer all das bietet was für eine luxuriöse Selbstversorgerübernachtung erforderlich ist. Verteilt auf die eng aneinandergeschmiegten Hütten findet sich vom Matratzenlager, über den Getränkekeller, die warme Dusche bis hin zum gemütlichen Hauptraum mit voller Küchenausstattung alles was den Aufenthalt an einem so einsamen Ort noch schöner macht. Und wenn man dann noch Wetterglück hat und das Abendessen oder Frühstück auf der kleinen Granitterrasse vor der Haupthütte einnehmen kann und dabei aus der Heliperspektive ins Maggiatal und auf einen kleinen Zipfel des Lago Maggiore blickt, ist das Erlebnis so gut wie perfekt. Und so sieht das dann aus:

Doch davor haben die Götter den Schweiß gesetzt. Und das ist gut so! In Giumaglio im Maggia Tal, auf ganzen 358 Metern beginnt der Weg. Knapp 4 Stunden zeigt der Wegweiser an. Beim Blick nach oben können wir uns nicht wirklich vorstellen,Giumaglio-Valle-Maggia dass ein wanderbarer Weg durch die fast senkrecht abfallenden  Wände über dem Dorfkern führen soll! Doch schon die ersten Höhenmeter machen klar, dass es sich hier früher um eine wichtige Alm handelte die für Mensch und Tier erreichbar sein musste. Warum sonst hätten die Älpler im Steilgelände so herrliche Treppenanlagen errichtet, auf denen es fast 2 Stunden mehr oder weniger senkrecht nach oben geht. Bald sehen wir Guimaglio und das Maggia Tal aus der Heliperspektive. Unvorstellbar welche Mühen der Bau dieser Wege erfordert haben muss! Umso romantischer erscheint dann die gepflegte Almsiedlung Arnau (1108m) die den Steilaufstieg vorerst beendet. Alternativ kann man länger, aber weniger steil, über Berzona hier herauf steigen.

Valle-Maggia Nach einer aussichtsreichen Rast am Brunnen ist eine Richtungsentscheidung zu treffen. Zwei Wege führen zur Alpe di Spluga. Entweder weiter über den Kamm bergan und dann im Almkessel von Spluga eher flach zum Ziel, oder durch das Val di Giumaglio sehr schattig und am Ende steil über die Alm Cortone zur Capanna. Wir entscheiden uns für letzteres und erholen uns zunächst vom Steilaufstieg, als wir durch den dichten Wald des Val Giumaglio schlendern. Der Aufstieg über Cortone allerdings ist sehr steil und so mancher Abschnitt folgt fast der Falllinie! Ein Gewitter sorgt 15 min bevor wir die Hütten Teppenanlagen-Valle-Maggia- erreichen schon mal für eine wenn auch kalte Dusche, bevor die heiße folgen sollte. Umso heimeliger dann das Gefühl als wir kurz danach in der gemütlichen Hütte sitzen und das einmalige Erlebnis dieses Tages Revue passieren lassen. Mit allen Foto-, Trink-, Erholungs-, und Gewitterpausen hat es 6 Stunden gedauert bis wir mit unseren noch vollen Selbstversorgerrucksäcken hier oben ankamen. Aber wer will das wissen, Alpe-Spluga-Ansichtals wir abends nach dem Abzug der Gewitter den herrlichen Blick und die besondere Atmosphäre dieses Ortes genießen? Was bleibt ist die  Vorfreude auf den nächsten Tag an dem wir hinüber in  das Val Osura queren wollen. Mehr dazu lesen Sie hier!

Und hier unsere Literaturempfehlungen für dieses Gebiet:

  • Super Tourenbeschreibungen für das Tessin in “Alpinwandern Tessin”, dem Klassiker für einsame Pfade im Sonnenkanton:
Alpinwandern Tessin

Weitere Tourentips:

Bild Karte

Geschrieben von mountainzone am 30. August 2009 | Abgelegt unter Hotels, Hütten, Lago Maggiore, Piemont, Schweiz, Tessin | Keine Kommentare

Vom Val Lavizzara zum “Cerro Torre” des Tessin

Zugegeben, der Vergleich mit dem Riesen in Patagonien ist gewagt! Aber trotzdem erinnert mich der 2558 Meter hohe Pizzo del Prevat zwischen dem Val Lavizzara und der Laventina immer wieder an die schroffen Spitzen des Cerro Torre.

Fusio-Palazzi Als wir in Fusio aufbrechen steht uns dennoch kein rauher Weg in extremem Klima bevor, sondern ein herrlicher Aufstieg der durch saftig grüne Wiesen und im unteren Teil auch Wälder führt. Gut 1000 Höhenmeter wollen überwunden sein, bevor wir das Panorama am 2318 Meter hohen Passo Campolungo genießen können. Im unteren Teil richtet sich der Blick zunächst jedoch nochmal talwärts wo die schönen Palazzi in Fusio und der grüne Talboden des Val Lavizzara  die Szenerie dominieren.  Etwas weiter bergan Val-Lavizzara-Fusiogewährt der Pfad im lichten Bergwald auch einen Rückblick auf das Finale des Vortages, an dem wir von der Capanna Cristallina herüber kamen. Der tiefblaue Lago del Sambuco kommt als blaues Band hinter seiner massiven Staumauer ins Blickfeld. Ein von Menschen gemachter Eingriff, aber aus der Heliperspektive Aufstieg-Passo-Campolungodoch irgendwie schön. Von unverbauten Gebirgsbächen begleitet steigen wir weiter auf und genießen die satten Farben und das üppige Grün, das beim heutigen Kaiserwetter noch intensiver leuchtet als sonst. Da wird der Weg hinauf über die Alpe Pianascio zum Traumpfad.

Aufstieg-Fusio-Passo-CampolIm oberen Teil recht steil, erreichen wir den Passo  Campolongo. Von der Passhöhe schweift der Blick über die von Bachläufen durchzogene und  brettebene gleichnamige Alm, die etwa 250 Meter tiefer liegt. Am Gegenhang trohnt oberhalb der Ebene auf Felsen die Selbstversorgerhütte Capanna Leit. Bevor wir jedoch die kleine Hochebene erreichen gilt es noch mit voller Konzentration über einige steile Schneefelder abzusteigen. Direkt unter dem Pass kraxeln wir über interessante geologische Formationen. Stellenweise ist der Fels fast weiß und sieht aus der Ferne eher aus wie Beton. Passo-Campolungo

Die Querung der blühenden Bergwiesen der Alpe Campolongo ist nach dem steilen und felsigen Abstieg ein Genuss. Und beim Blick zurück ist er plötzlich da, der Cerro Torre. Über den Wiesen steht die Capanna-Leitmarkante Pyramide des Pizzo del Prevat. Dieser herrliche Platz schreit nach einer Rast. Wir wissen, dass noch ein kurzer steiler Abstieg zum Lago Tremorgio bevor steht bevor wir unser heutiges Ziel, die  gleichnamige Capanna erreichen. Dem auf 1770 Metern gelegen See und der etwas erhöht an seinem Ufer liegenden Hütte nähern wir uns schließlich aus der Heliperspektive. Pizzo-CampolungoDas blaue Seeauge ist heute von einem Sandstrand eingerahmt. Ein sicheres Zeichen, dass das Kraftwerk in Rodi hier ordentlich Wasser zur Energiegewinnung abgezapft hat.

Die Hüttenterrasse bietet Seeblick und Seilbahnanschluss in 30 Metern Entfernung. Klar, dass man hier auf all die Ausflügler trifft, die in der Vierergondel über einer senkrechte Steilstufe aus der Laventina heraufschweben. Das tut dem Genuß aber keinen Abbruch als wir den Nachmittag bei einem kühlen Drink mit (Berg-)seeblick beschließen. Und um 19.00 Uhr wird es dann endgültig still, nachdem die GondelLago-Tremorgio die letzte “Viererseilschaft” ins Tal befördert hat. So genießen wir mal wieder die volle  Aufmerksamkeit und Gastfreundschaft unser Hüttenwirte und nebenbei auch ein sehr gutes Brasato con Polenta. Und da sich die morgige Abschlußwanderung auf die 30 Meter zur Seilbahn beschränkt haben wir auch keine Sorge den Abend mit so einigen Gläschen Merlot del Ticino zu beschließen.

Die Antica Osteria Dazio in Fusio

Von der Capanna Cristallina nach Fusio

Vom Valle Maggia ins Valle Vergeletto und weiter ins Centovalli

Geschrieben von mountainzone am 5. April 2009 | Abgelegt unter Gipfel, Schweiz, Tessin, Täler | Keine Kommentare

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

FusioDarauf hatten wir uns schon während der ganzen 1250 Höhenmeter des Abstiegs vom Passo del Naret gefreut: Ein kühles Bier auf der herrlichen Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio! Und dann ein Rundgang durch Fusio, dieses romantische Dörfchen zuhinterst im Valle Maggia, oder Val Lavizzara, wie dieser Teil heißt. Und dann ein entspanntes Dinner mit Köstlichkeiten aus Claudios Küche.  Und dann…. der Reihe nach…

Beim Abstieg vom Lago Sambuco werden wir erst mal daran erinnert, dass das Leben in diesem Fusio-Holzhausabgelegenen Talschluß  nicht nimmer so süß war.  Es trieb frühere Generationen wie in so vielen Tälern der Südwestalpen sogar in die Emigration. Vor allem die USA waren ein beliebtes Ziel. Aber einige konnten nicht lassen von Ihrer alten Heimat und kehrten mehr oder weniger wohlhabend zurück. Das schlug sich dann im Baustil der Häuser nieder, wie am Rand von Fusio noch heute zu sehen. Hier kann man einen interessanten Mix aus Tessiner Steinhaus und Südstaaten Architektur mit Holzbalkonen bewundern. Wir ziehen dennoch Fusio-Palazzoschnell weiter hinunter in den alten Ortskern von Fusio, der pittoresk am Hang klebt. Die Osteria Dazio ist schnell gefunden. Sie bildet eine bauliche Einheit mit der Dorfkirche. Man speist und übernachtet fast Wand an Wand mit der Mutter Maria! Wenn das kein gutes Omen ist….. Die Sonnenterrasse mit Blick auf die mit morbidem Charme am Sonnenhang aufgereihten Häuser, die Teils wie kleine Palazzi wirken, ist legendär. Bergfreunde werden allerdings eher hinüber in Richtung des Pizzo Campo Tencia Massivs blicken, dessen Ausläufer Fusio um bis zu 1700 Meter überragen. Die Osteria Dazio geht zurück auf den Tischler Luigi Dazio, der das Haus 1880 kaufte. Noch heute erzählt die heimelige Antica-Osteria-Dazio Atmosphäre des Speiseraumes mit seinen 6 Tischen von der Kunst des Mannes. Wohin der Blick auch schweift, überall dunkle Holzvertäfelungen. Und bei genauem Hinsehen entdeckt man noch ältere Relikte, zum Beispiel denFusio-Osteria-Dazio-Herd Steinofen aus dem Jahre 1818 den Claudio Sollberger, der heutige Patron geschickt ins Frühstücksbuffet integriert! Vor dem Abendessen lassen wir Fusio bei einem Rundgang auf uns wirken. Wenn die Tagestouristen, die über die hier endende Straße in einer knappen Stunde vom Lago Maggiore hoch kommen weg sind, dann hat man das Dörfchen fast für sich und es ist wieder möglich sich vorzustellen, wie hart es gewesen sein muss der rauhen Bergwelt diese Siedlung abzutrotzen. Da haben wir es heute besser, als wir unter der Eingangsempore des Gastraumes der Osteria zum Abendessen Platz nehmen. Eine hervorragende Auswahl von Käse derFusio-Osteria-Dazio umliegenden Almen, hausgemachte Teigwaren und auch das Filetto vom Grill überzeugen sofort. Das lindert den Schmerz der zurückliegenden acht stündigen Tour , herüber von der Capanna Cristallina, mit Ihren wohl insgesamt 1500 Metern Abstieg. Trotz einer gewissen Erschöpfung lassen wir das Dinner  und den interessanten Gastraum mit der Empore an diesem Abend noch lange -unter Rotweineinfluss- auf uns wirken, bevor wir das Lager beziehen. Fusio-Osteria-Dazio-1Neben den schönen meist holzgetäfelten Zimmern hat man hier die Möglichkeit die Nacht stilecht direkt unter einem Dach aus Tonnen von Tessiner Granit zu verbringen. Aber die massiven Baumstämme, die es tragen geben uns das Vertrauen, dass da auch bis zum nächsten Morgen nichts passiert und wir uns planmäßig und unverletzt auf den Weg hinüber in die Laventina machen können. Wir werden in Kürze an dieser Stelle darüber berichten…..

Aus dem Val Bedretto zur “Designerhütte” Capanna Cristallina

Über den Passo del Naret nach Fusio

Vom Valle Maggia ins Centovalli

Geschrieben von mountainzone am 14. März 2009 | Abgelegt unter Hotels, Restaurants, Schweiz, Tessin, Täler | Keine Kommentare

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