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Nationalpark Val Grande: Vom Bivacco Curgei nach Cicogna, oder: Die Suche nach der verschollenen Alm.

Das gigantische Naturschauspiel des im Sonnenaufgang glühenden Monte Rosa Massivs treibt uns früh aus den gemütlichen Feldbetten des Bivacco Curgei, dessen “Luxus” wir hier ja bereits beschrieben haben.Val_Grande-Alpe-Curgei-Monte-Rosa

Unser heutiges Ziel ist Cicogna, der letzte Vorposten der Zivilisation im südlichen Val Grande Nationalpark. Aber nicht auf dem direkten Weg, sondern durch den Kessel des Val Pobbie und Val_Grande_Val-Pobbie-Pizzo-Maronevorbei an der exponierten Alm La Soliva. Die ersten Stunden des Wegs sind von der Terrasse des Bivacco Curgei gut einsehbar und La Soliva am Gegenhang ist laut Karte ein erstklassiger Orientierungspunkt um den Einstieg ins wilde Val Marona zu finden. Nur wo ist die Alm? Selbst die Suche mit dem Fernglass erschließt das Geheimnis nicht, obwohl sie, laut Karte, mitten am gegenüberliegenden Hang positioniert sein soll.  Davon unbeeindruckt wandern wir gemächlich über den grünen Bergrücken in Richtung Pian Cavallone.

Val_Grande_Curgei-Monte-Rosa

Die Morgensonne im Gesicht und einen herrlichen Panoramablick über das Val Pogallo und den Monte Rosa im Rücken geht es leicht bergauf. Groteske Relikte wie die Ruine der im 2. Weltkrieg zerstörten Albergo Pian Cavallone gestalten den  Weg sehr abwechslungsreich, von den Tiefblicken auf den Lago Maggiore ganz zu schweigen! Auf der anderen Seite des Rückens erwartet uns der Kessel des Val Pobbie. Mannshohes Gras säumt den Pfad, der mit wenig Höhenunterschieden die Steilhänge bis hinüber zu unserer verschollenen Alm La Soliva quert. Einige Passagen sind durch Ketten gesichert, sind aber kein echtes Problem, sondern eher das Salz in der Suppe auf diesem eindrucksvollen Pfad. Die Sonne heizt uns ordentlich ein und der Weg zieht sich. Irgendwie sah das gestern von der Hüttenterrasse viel kürzer aus! Wo ist sie nur, diese Alm? Aber falsch machen kann man ja nichts. Trampelpfad voraus und links und rechts ein Steilhang, einer nach oben, einer nach unten.Val_Grande_La-SolivaGegen Mittag lüften wir dann das Geheimnis doch noch. In einem Wäldchen, das es auf der Wanderkarte noch nicht gibt, entdecken wir die Ruinen der Alpe La Soliva. Kein Wunder dass von gegenüber nichts zu sehen war! Die Natur hat sich die Alpe zurückgeholt und sie vollständig unter einem grünen Dach verschwinden lassen! Und das an einer Stelle, an der der Wald auf der Karte 200 Meter höher verzeichnet ist! Einmal mehr wird uns klar, dass der Mensch in dieser Urlandschaft nur zu Gast ist und auch wie endlich alles ist was er hier mühsam geschaffen hat.

Val_Grande-Alpe-La-Soliva Kurz hinter der Alm beginnt in der Tat der steile Abstieg ins Val Marona. Endlose Kehren führen steil durch Buchenwald hinunter. Mit glühenden Sohlen erreichen wir den Wildbach, der sich gurgelnd zwischen riesigen Felsblöcken hindurch schlängelt. Und das sollten wir ab hier auch tun! Der Weg verläuft überwiegend im Bachbett, aber dennoch ist die Orientierung zwischen den Felsen nicht ganz einfach.Val_Grande-Val-Marona So manche artistische Einlage hat es gegeben, bei den Sprüngen von Fels zu Fels. Im Abstieg durchqueren wir die beiden verlassenen Weiler Teggia und Tregugno. Eindrucksvoll zeigt sich auch hier wie sich die Natur das Land zurückerobert. Als der Mensch ging kam der Farn, und dann die Kastanien und die Buchen. Was muss es für eine Mühsal gewesen sein die kleinen von akuraten Mauern gesäumten Ackerterrassen anzulegen und mit Roggen zu bestellen? Auch die sind heute von der grünen Wildnis überwuchert….

Val_Grande-Alpe-Teggia1Über eine kleine Brücke queren wir den Rio Pogallo, bevor es auf der anderen Seite der Schlucht steil bergauf in Richtung Cicogna geht. Die letzten 20 min. sind ein Genuß besonderer Art. Wir stoßen auf die “Strada Sutermeister”, benannt nach Carlo Sutermeister, dem “Holzbaron” des südlichen Val Grande der hier zu Beginn des letzten Jahrhunderts intensiv Holzwirtschaft betrieb. Und die “Strada” verdient ihren Namen! Eine Wanderstraße die kurz vVal_Grande-Alpe-Teggiaor Cicogna so exakt mit Felsplatten belegt ist, dass auch ein Auto hier keine Probleme hätte. Dieses eindrückliche Erlebnis sollte schließlich dazu führen, das wir uns im Weiler Cicogna einquartierten um die Gegend mit Ihren Relikten der Holzfällerkultur und auch die Strada Sutermeister genauer zu erkunden.

Davon werden wir in Kürze an dieser Stelle berichten!

Lesen Sie mehr über unsere Touren im Val Grande Nationalpark!

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Geschrieben von mountainzone am 6. März 2010 | Abgelegt unter Italien, Lago Maggiore, Ossola, Piemont | 1 Kommentar

Zum Aussichtsbalkon auf der Südseite des Val Grande Nationalparks: Das **** Bivacco Curgei

Val_Grande_Abzweig-Bivacco-Curgei

Die atemberaubenden Tiefblicke auf den Lago Maggiore und die Po Ebene zogen uns beim Aufstieg in Richtung Bivacco Curgei in Ihren Bann und ließen eigentlich “nur” den Blick in eine Richtung…Süden…zu. Das sollte sich schlagartig ändern als wir den sanften Sattel hoch über dem Val Pogallo im südlichen Val Grande Nationalpark erreichen! In der Abendsonne tut sich ein phantastischer Rundblick bis hin zum Monte Rosa auf. Auch ohne den verwitterten Wegweiser zieht es den Wanderer bei diesem Panorama in Richtung der alpinen Val_Grande_Pizzo-MaronaZiele am Horizont und damit automatisch auf den kleinen Pfad zur Alpe Curgei (1350m) mit dem gleichnamigen Bivacco. Das zählt nach unserer Meinung zu den schönsten im Val Grande Nationalpark. Schön in mehrfacher Hinsicht. Val_Grande-Alpe-CurgeiDa ist zunächst die Lage! Am Steilhang hoch über dem Val Pogallo mit einem 180 Grad Blick vom Monte Rosa Massiv bis zum nahegelegenen  2051m hohen Hausberg, dem Pizzo Marona. Von der großzügigen Terrasse aus ist es ein Genuss dem Naturschauspiel der Sonnenauf- und -untergänge zuzusehen. Wobei unser Favorit das Schauspiel der in der Morgensonne “glühenden” Monte Rosa Ostwand ist. Schön ist das Bivacco Curgei allerdings auch als Unterkunft.Val_Grande_Bivacco-Alpe-Curgei Die ursprünglich verfallene massive Granithütte wurde von Ihren Besitzern “gespendet” und vom Verein Pro Loco Miazzina wieder aufgebaut und dann der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Blitzsauber, mit großem Holzherd guter Küchenausstattung, Indoor WC im Anbau und bequemen Bänken auf der Aussichtsterrasse zählt es zu den “4 Sterne” Unterkünften im Val Grande Nationalpark. Val_Grande-Curgei-KuecheSogar einige Feldbetten gibt es im Schlafraum unter dem Dach. Die Wasserversorgung sichert ein großer Brunnen 20 Meter neben der Hütte. Der kann allerdings auch im Oktober schon mal einfrieren!

Von hier aus hat man in der Regel schon den Weiterweg im Blick und kann die Routenführung bereits von der Aussichtsterrasse aus studieren. Der Tiefblick auf unser Ziel des kommenden Tages, Cicogna, das 600 Meter tiefer gelegene letzte Dörfchen im Val Pogallo,  lässt erahnen, dass uns morgen vermutlich beim steilen Abstieg in die Schlucht nichts geschenkt werden wird. Und das obwohl wir nicht die Diretissima wählen werden, sondern den Weg über die Alpe La Soliva, die am Gegenhang über demVal_Grande_Monte-Rosa Val Pobbie gelegen sein soll.  Ausmachen können wir sie allerdings trotz Blick durch das Fernglas nicht. Da hat sich wohl die Natur mal wieder mehr zurück erobert, als die seit 1998 nicht mehr nachgeführte Wanderkarte darzustellen vermag. Aber dieses Geheimnis werden wir morgen vor Ort lüften! Dazu in Kürze mehr……

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Geschrieben von mountainzone am 13. Dezember 2009 | Abgelegt unter Hütten, Italien, Lago Maggiore, Ossola, Piemont | 1 Kommentar

Val Grande Nationalpark: Der Südeinstieg. Mit Panoramagarantie vom Monte Rosa bis zum Apennin!

Den Blick auf das höchstgelegene Haus Europas auf der Signalkuppe des Monte Rosa, den Lago Maggiore, die Borromäischen Inseln, den Orta See, den Lago di Varese, die Poebene und die Ausläufer des Apennin… Wo es das in einem einmaligen Panorama zu sehen gibt? Beim Einstieg in den Val Grande Nationalpark von Süden!

Val-Grande-Lago-Maggiore-Blick-Pizzo-Pernice

Kaiserwetter sollte schon herrschen, wenn man sich aus der Gegend von Verbania am Lago Maggiore in Richtung Val Grande aufmacht. In üppigem Grün einer sanfter Hügellandschaft beginnt unser Weg zum ersten Etappenziel, der Alpe Curgei. Auf ganzen Val-Grande-Palmen-in-Ungiasca581 Metern entlässt uns der freundliche Taxifahrer im Bergdörfchen Ungiasca in eine traumhafte Woche im südlichen Nationalpark Val Grande. Wie ausgestorben ist es, dieses Bergnest. Auf dem Weg durch die engen Gässchen  begegnet uns noch nicht mal ein Vierbeiner. Und die Zweibeiner sind entweder bei der Arbeit an den nahen Ufern des Lago Maggiore oder im Ossola Tal, oder Sie sind schon lange weggezogen, in eines der Wirtschaftszentren in der Po Ebene.

Es ist mal wieder ein Auftakt ganz nach unserem Geschmack. Alpin und mediterran zugleich. Palmen ragen in den stahlblauen Himmel über Ungiasca und versprechen südliche Wärme und mediterrane kulinarische Genüsse, weit ab von der Schnitzelküche des Nordens. Hinter dem Dorf beginnt unser Aufstieg der mit jedem Höhenmeter zunehmend imposantere Blicke bieten sollte. Durch die im warmen Sonnenlicht glühende Buchen- und Kastanienwälder steigen wir auf gutem Weg empor. Indian Summer im Piemont!

Lago-Maggiore-Borromaeische-Inseln Bald erreichen wir die schöne Almsiedlung Runchio mit ihren liebevoll hergerichteten Rustici, die heute vor allem als Wochenendhäuschen dienen. Unser Etappenziel, der Grasgipfel des Monte Todun (1298m) zeigt sich erstmals über den bewaldeten Hängen. Immer imposanter werden die Ausblicke. Der gesamte südliche Lago Maggiore breitet sich unter uns aus. Die Ausflugsbote zu den Borromäischen Inseln zeichnen weiße “Kondensstreifen” in den tiefblauen See. Das Westufer des Lago d’ Orta glitzert in der Nachmittagssonne und das ewige Eis des Monte Rosa bildet einen intensiven Kontrast zum satten Grün um uns herum:

Das Panorama dieses Aufstiegs und des Weiterweges auf dem Bergrücken der den Monte Todun mit dem Pizzo Pernice (1506m) verbindet sucht seinesgleichen! Dieser grasige “Grat” zwischen dem Val Pogallo und dem Lago Maggiore bildet gleichzeitig die Südgrenze des Val Grande Nationalparks. So können wir bereits von Val_Grande-Pizzo-Pernicehier einen Blick auf einige der Routen der nächsten Tage werfen. Die Vorfreude darauf erreicht Ihren Höhepunkt als wir im warmen Abendlicht den höchsten Punkt des Tages erreichen, den Grasgipfel des Pizzo Pernice. Knapp 1000 Höhenmeter raubten uns den Atem und dann dieses ebenfalls  atemberaubende Panorama! Der Blick geht über die Seen und die Po Ebene hinweg und stößt erst Val-Grande-Monte-Rosa mit dem Apennin wieder auf ein Gebirge! Von hier sind es nur ca. 15min. bis zum schönen Biwak auf der Alpe Curgei. Auch das ein herrlicher Platz, an dem sich der Blick, da auf der nördlichen Hangseite gelegen, auf das Val Grande und die alpinen Sehenswürdigkeiten des Weges fokussiert.

Mehr dazu in Kürze an dieser Stelle….

Der “beste” Wanderführer für das Val Grande

Mehr über den Nationalpark Val Grande

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Geschrieben von mountainzone am 1. Dezember 2009 | Abgelegt unter Italien, Lago Maggiore, Ossola, Piemont | Keine Kommentare

Durch die Wildnis des Val Grande Nationalparks: Wie ginge das wohl ohne fachkundige Anleitung?

Der Faszination des Val Grande sind wir schon im letzten Jahr erlegen. Diese letzte Wildnis Italiens im Hinterland des Lago Maggiore war uns also erneut Ziel und Herausforderung zugleich. Davon wird in Kürze hier zu lesen sein!

Val-Grande-Uebersichtskarte

Allerdings konnten wir diesmal schon besser abschätzen was auf uns “zukommt”. Und das ist nicht zuletzt ein Verdienst des unseres Erachtens besten verfügbaren Wanderführers zum Thema Nationalpark Val Grande. Was der Autor Bernhard Herold Thelesklaf in seinem Buch “Nationalpark Val Grande. Unterwegs in der Wildnis zwischen Domodossola und Lago Maggiore” geschaffen hat ist beeindruckend. Grafisch perfekt gemacht, überzeugen die Inhalte auf ganzer Linie. Val-Grande-Wanderfuehrer hier kaufen! Alle gängigen Routen im Park und die Zugänge aus den umliegenden Tälern sind enthalten. Die Routenbeschreibungen beginnen jeweils mit einem Kurzüberblick mit Karte, Infos zu Schwierigkeit, Kontaktadressen und Telefonnummern und natürlich zu Gehzeiten und Höhendifferenzen. Soweit können das andere Wanderführer auch. Der Detailierungsgrad der Wegbeschreibungen ist allerdings nahezu perfekt. Man merkt, dass die Wege vom Autor mit viel Gespür für die wirklichen Schlüsselstellen eines Weges selbst begangen wurden. Der Klassiker, dass genau die Stellen an denen die Orientierung schwierig ist, nicht eindeutig beschrieben sind tritt hier nicht auf! Mehrfach standen wir rätselnd im Gelände und die Wegbeschreibung aus dem Führer brachte die Klärung. Und das ist in dieser Wildnis nicht zu unterschätzen! Das ist aber bei weitem nicht alles was das Buch bietet. Schon die Auseinandersetzung mit dem Val Grande auf Basis der Lektüre der beinahe 20 sehr einfühlsam geschriebenen Hintergrundstories fasziniert. Das Themenspektrum reicht vom Schmuggel im Val Grande über die Beschreibung der eindrucksvollen Technik die für die Holzwirtschaft eingesetzt wurde und deren Relikte man unterwegs noch häufig antrifft, bis hin zu eindrücklichen Personenbeschreibungen und tragischen Familiengeschichten. Einen etwas breiteren Val_Grande_Wanderfuehrer-DeutschRaum nimmt auch die Geschichte der Deserteure und Partisanen im Val Grande und die teils schlimmen Ereignisse bei der “Jagd” auf dieselben ein.  So wird das Buch zum perfekten Begleiter bei der Vorbereitung zu Hause und auch unterwegs leistet es unschätzbare Dienste, sei es weil man dringend den “heißen Tipp” zum weiteren Wegverlauf braucht, oder weil die Lektüre der Hintergrundberichte an Originalschauplätzen nochmal so schön ist! Das schlägt dann allerdings mit zusätzlichen 514 Gramm im ohnehin schweren Rucksack zu Buche….

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Mehr zu Touren im Val Grande…

Geschrieben von mountainzone am 31. Oktober 2009 | Abgelegt unter Italien, Lago Maggiore, Ossola, Piemont | 2 Kommentare

Val Grande Nationalpark - die Wildnis im Hinterland des Lago Maggiore.

Es ist mal wieder eine dieser Gegenden die in der deutschsprachigen Wanderführerliteratur kaum vorkommen und schon deshalb viel einsamer und eindrücklicher sind als die zu Tode publizierten Hütten und Wege. Val Grande 064

Also mal wieder voll nach unserem Geschmack. Auch weil damit eine intensivere Recherche und Auseinandersetzung mit der geplanten Tour erforderlich ist was das Erlebnis schon im Vorfeld intensiviert.

Dieser Zustand könnte sich allerdings ändern, seit im April 2008 im Rotpunktverlag ein hervorragender Führer zum Val Grande erschienen ist. Dieser ist nach wie vor die einzige qualitativ hochwertige51hi-hP5V0L._SL160_ deutschsprachige Informationsquelle mit vielen Hintergrundinfos und umfangreichen Tourenbeschreibungen. Was den Tatendrang vieler allerdings trotzdem dämpfen dürfte ist die Tatsache, dass der Nationalpark zwar jede Menge gut unterhaltener Hütten bietet, diese aber mit wenigen Ausnahmen unbewirtschaftet sind und auch sonst ein sehr einfaches Niveau vorherrscht. Konkret: In der Regel gibt es nur einen Holzofen, Tisch und Bänke, keine (!) Matratzen, Wasser (oft vom nächsten Bach) und eine Küchenminimalausstattung. Proviant, Isomatte und Schlafsack im Rucksack sorgen da bei Mehrtagestouren schnell für "Gewichtsprobleme". (Infos zur Hütteninfrastruktur des Parks)

Hinzu kommt, dass die Topographie eher "schluchtig" ist und die Wegfindung oft Konzentration und gutes Orientierungsvermögen erfordert. Eben echtes GPS Gelände, wobei man sich klar darüber sein sollte, dass selbst die Schweizer Landeskarte Domodossola, die  den Park abdeckt, diesen nicht präzise erfasst. Das italienische Staatsgebiet wird seit zig Jahren nicht nachgeführt. Da hat die Natur schon mal einen Weg "verschluckt" der auf der Karte als Ideallinie erscheint! Aber eins ist klar, es winkt ein tolles Naturerlebnis und viel Einsamkeit… und das nur wenige Kilometer von den touristisch voll erschlossenen Ufern des Lago Maggiore.

map e794e1f64b55 Val Grande Nationalpark   die Wildnis im Hinterland des Lago Maggiore.

Die Nationalparkverwaltung (Val Grande Nationalpark) gibt sich viel Mühe sicherzustellen, dass niemand in dieser "letzten Wildnis Italiens" verloren geht. Sie beschäftigt im Park 12 Ranger die ihre Stützpunkte in nicht öffentlich zugänglichen Hütten haben die an mehreren Stellen neben den Selbstversorgerhütten liegen. Wir haben mehrfach Ranger getroffen und wurden immer gebeten unser Ziel und unsere Personalien anzugeben damit transparent wurde wer wo im Park unterwegs ist. Das waren immer sehr nette Begegnungen die dann schon mal mit einer Einladung zu Espresso und Grappa endeten.

Und so sieht das dann aus, wenn man auf Basis diverser Quellen eine skizzenhafte Grobplanung der Expedition aufstellt:

Val Grande Skizze 2008                                                                                

….zu den Touren im Val Grande

 Val Grande Nationalpark   die Wildnis im Hinterland des Lago Maggiore.

Geschrieben von mountainzone am 19. Juli 2008 | Abgelegt unter Italien, Lago Maggiore | Keine Kommentare

Val Grande Nationalpark (3/3): Von In La Piana zur Seilbahn der Holzfäller und weiter auf den Aussichtsbalkon von La Colma.

Der Holzofen bullert während draußen das Genuatief seine nasse Fracht in Strömen ablädt. Da gewinnt so eine karge Granithütte eine neue Dimension der Gemütlichkeit! Aber auch und gerade bei diesem Wetter kommt der Charakter des Val Grande voll zur Geltung….Wildnis eben!

In La PianaAm Ostrand der Lichtung unterhalb der Hütten von In La Piana  biegen wir Richtung Süden ab, entgegen der Richtung in die die Wegweiser hinunter zum Fluss weisen.

Herrlich zieht sich der Weg durch den Wald relativ eben dahin. Wir bleiben immer etwa 100m über dem Fluss und marschieren einige Steilstufen überwindend weiter ins Val Gabbio. Nach ca. 15 min. erinnert uns eine Warntafel am Abzweig zur Val Grande Schlucht, dass diese Wildnis durchaus gefährlich werden kann. Der Weg durch die Schlucht führte früher teils über in die senkrechte Wand gebaute Holzstege die längst verfallen sind. Da es immer wieder zu schweren Unfällen kam, ist er heute gesperrt und sollte auch nicht begangen werden.

In-La-Piana-2Wir gehen weiter, überwinden einige heikle Meter  an Stellen wo der Weg über Felsen und abgerutschte Passagen führt und überqueren den Bach auf einer Holzbrücke kurz vor dem Bivacco Val Gabbio. Ab hier erwartet uns mal wieder ein 800 Meter Aufstieg der zunächst auf den Sattel La Colma führt. Dort sind noch die Reste einer Seilbahnstation zu sehen, die nicht etwa Wanderern diente, sondern die während der intensiven   Holzwirtschaftsperiode im Val Grande bis in die 1950er Jahre zum Holztransport genutzt wurde. Beim Anblick dieser grünen Wildnis ist es heute kaum vorstellbar, dass hier eine richtige Holzindustrie existierte.

Unser Weg führt weiter bergauf, über einige Steilstufen, über Bäche und an kleinen Wasserfällen vorbei in Richtung Alpe La Colma (1728m). Bei gutem Wetter ist dies ein herrlicher Abschnitt und man sollte genug Zeit für Badepausen einplanen!

Val Grande 113Die Alpe La Colma liegt direkt auf dem Grat zwischen dem Val Grande und der Ossola. Bei gutem Wetter ein genialer Aussichtsbalkon mit Weitblick über den Nationalpark und in Richtung Monte Rosa. Leider war uns der wetterbedingt nicht vergönnt….

Aber immerhin ist die Hütte gut in Schuss und ganz gemütlich. Die im einzigen Hüttenraum gelagerten zwei Festmeter Holz sorgen dafür, dass wir bei Nebel und Regen draußen drinnen ordentlich einheizen können. Der Brunnen vor der Hütte ist auf Grund eines Leitungsschadens trocken. Aber notfalls findet man Wasser auf dem Weg zum Pizzo Proman (hinter der Hütte), Alpe La Colma dem Hüttenaussichtsgipfel, der heute leider nicht mal zu sehen ist. Der Granittisch mit Monte Rosa Blick vor der Hütte bleibt heute Dank Dauerregens unbenutzt. Beim abendlichen Spaghettiessen am Holzherd freuen wir  uns mal wieder wie engagiert die Nationalparkverwaltung das Hüttennetz im Val Grande ausgebaut hat und instandhält.

Der Weg ins Tal nach Premosello ist mit 1500 Metern Abstieg nicht zu unterschätzen. Abwechslungsreich und im oberen Teil steil führt er über die bewaldeten Rinnen und Bachrunsen hinunter. Einige kleine Almsiedlungen mit schönen Wiesen bieten sich als perfekte Rastplätze an. Im unteren Teil des 3 stündigen Abstiegs folgt der Weg für 20 min dem Fahrsträßchen, bevor man wieder in den Kastanienwald über Premosello eintaucht. Hier muss man sich auch entscheiden ob man den Hang hinüber zum Ortsteil Colloro quert, etwa um im schönen Bed & Breakfast Ca dal Preu einen Ruhetag einzulegen.

Die 20cm Laubschicht die den Pfad Richtung Premosello bedeckt spricht dafür, dass hier selten Wanderer vorbeikommen. Durch die Gassen von Premosello nähern wir uns der Piazza, wo wir bei einem Espresso die Tour durch die letzte Wildnis Italiens ausklingen lassen.

….Val Grande Übersicht

…..zum besten deutschsprachigen Wanderführer für das Val Grande

Geschrieben von mountainzone am 19. Juli 2008 | Abgelegt unter Hütten, Piemont | 1 Kommentar

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    • Ulrich: Hallo, vielen Dank für diese Art der Dokumentation über den GTA. Bilder und Struktur gefallen mir sehr. Auch...
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    • Klaus Gräbe: hallo zusammen, das val bavone hat es wirklich in sich. danke für die vielen hintergrundinformationen,...
    • Dieter: Hallo Michael, ich komme immer wieder gerne auf eure Seite! Wie immer bietet ihr qualitativ sehr gute...
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