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Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

Alpe-Spluga-PanoramaGanz unbekannt sind sie ja nicht, die beiden Täler im Hinterland des Lago Maggiore! Aber die Topografie sorgt, wie so oft im Tessin, dafür dass selbst traumhafte Orte quasi unberührt bleiben. Die Capanna Alpe di Spluga gehört zu dieser Kategorie. Auf 1838m und damit 1500 Meter über dem Talboden des Valle Maggia gelegen,  wollen die Erlebnisse auf dieser herrlichen Tessiner Almsiedlung hart erarbeitet sein. Und das umso mehr, als es sich bei der Capanna um eine, zwar bestens ausgestattete, Selbstversorgerhütte handelt.

Das Tessiner Konzept der Selbstversorgerhüttenversorgung mit dem Heli sorgt allerdings für Linderung. In der im Sommer stets offenen Almsiedlung ist zumindest der Getränkekeller bestens bestückt. Alles andere trägt der geneigte Wanderer Meter für Meter den teils steilen Pfad selbst hoch. Und wer wie wir noch weiter bis ins Verzascatal will, kommt da schon aus Gewichtsgründen schnell auf Ideen wie Maultiertrekking oder Sherpas.

Alpe-Spluga-Granitdach

Alpe-Spluga-Haupthuetten

Im Jahre 2006 erwachte die Alpe di Spluga, eine Siedlung bestehend aus 11 granitgedeckten Hütten, zu neuem Leben. Mit viel Liebe zum Detail hat das Patriziat von Giumaglio die Alm mit enormem freiwilligen Engagement und wohl auch öffentlichen Fördergeldern restauriert. Entstanden ist dabei ein einmaliger Ort der dem Wanderer all das bietet was für eine luxuriöse Selbstversorgerübernachtung erforderlich ist. Verteilt auf die eng aneinandergeschmiegten Hütten findet sich vom Matratzenlager, über den Getränkekeller, die warme Dusche bis hin zum gemütlichen Hauptraum mit voller Küchenausstattung alles was den Aufenthalt an einem so einsamen Ort noch schöner macht. Und wenn man dann noch Wetterglück hat und das Abendessen oder Frühstück auf der kleinen Granitterrasse vor der Haupthütte einnehmen kann und dabei aus der Heliperspektive ins Maggiatal und auf einen kleinen Zipfel des Lago Maggiore blickt, ist das Erlebnis so gut wie perfekt. Und so sieht das dann aus:

Doch davor haben die Götter den Schweiß gesetzt. Und das ist gut so! In Giumaglio im Maggia Tal, auf ganzen 358 Metern beginnt der Weg. Knapp 4 Stunden zeigt der Wegweiser an. Beim Blick nach oben können wir uns nicht wirklich vorstellen,Giumaglio-Valle-Maggia dass ein wanderbarer Weg durch die fast senkrecht abfallenden  Wände über dem Dorfkern führen soll! Doch schon die ersten Höhenmeter machen klar, dass es sich hier früher um eine wichtige Alm handelte die für Mensch und Tier erreichbar sein musste. Warum sonst hätten die Älpler im Steilgelände so herrliche Treppenanlagen errichtet, auf denen es fast 2 Stunden mehr oder weniger senkrecht nach oben geht. Bald sehen wir Guimaglio und das Maggia Tal aus der Heliperspektive. Unvorstellbar welche Mühen der Bau dieser Wege erfordert haben muss! Umso romantischer erscheint dann die gepflegte Almsiedlung Arnau (1108m) die den Steilaufstieg vorerst beendet. Alternativ kann man länger, aber weniger steil, über Berzona hier herauf steigen.

Valle-Maggia Nach einer aussichtsreichen Rast am Brunnen ist eine Richtungsentscheidung zu treffen. Zwei Wege führen zur Alpe di Spluga. Entweder weiter über den Kamm bergan und dann im Almkessel von Spluga eher flach zum Ziel, oder durch das Val di Giumaglio sehr schattig und am Ende steil über die Alm Cortone zur Capanna. Wir entscheiden uns für letzteres und erholen uns zunächst vom Steilaufstieg, als wir durch den dichten Wald des Val Giumaglio schlendern. Der Aufstieg über Cortone allerdings ist sehr steil und so mancher Abschnitt folgt fast der Falllinie! Ein Gewitter sorgt 15 min bevor wir die Hütten Teppenanlagen-Valle-Maggia- erreichen schon mal für eine wenn auch kalte Dusche, bevor die heiße folgen sollte. Umso heimeliger dann das Gefühl als wir kurz danach in der gemütlichen Hütte sitzen und das einmalige Erlebnis dieses Tages Revue passieren lassen. Mit allen Foto-, Trink-, Erholungs-, und Gewitterpausen hat es 6 Stunden gedauert bis wir mit unseren noch vollen Selbstversorgerrucksäcken hier oben ankamen. Aber wer will das wissen, Alpe-Spluga-Ansichtals wir abends nach dem Abzug der Gewitter den herrlichen Blick und die besondere Atmosphäre dieses Ortes genießen? Was bleibt ist die  Vorfreude auf den nächsten Tag an dem wir hinüber in  das Val Osura queren wollen. Mehr dazu lesen Sie hier!

Und hier unsere Literaturempfehlungen für dieses Gebiet:

  • Super Tourenbeschreibungen für das Tessin in “Alpinwandern Tessin”, dem Klassiker für einsame Pfade im Sonnenkanton:
Alpinwandern Tessin

Weitere Tourentips:

Bild Karte

Geschrieben von mountainzone am 30. August 2009 | Abgelegt unter Hotels, Hütten, Lago Maggiore, Piemont, Schweiz, Tessin | Keine Kommentare

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

FusioDarauf hatten wir uns schon während der ganzen 1250 Höhenmeter des Abstiegs vom Passo del Naret gefreut: Ein kühles Bier auf der herrlichen Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio! Und dann ein Rundgang durch Fusio, dieses romantische Dörfchen zuhinterst im Valle Maggia, oder Val Lavizzara, wie dieser Teil heißt. Und dann ein entspanntes Dinner mit Köstlichkeiten aus Claudios Küche.  Und dann…. der Reihe nach…

Beim Abstieg vom Lago Sambuco werden wir erst mal daran erinnert, dass das Leben in diesem Fusio-Holzhausabgelegenen Talschluß  nicht nimmer so süß war.  Es trieb frühere Generationen wie in so vielen Tälern der Südwestalpen sogar in die Emigration. Vor allem die USA waren ein beliebtes Ziel. Aber einige konnten nicht lassen von Ihrer alten Heimat und kehrten mehr oder weniger wohlhabend zurück. Das schlug sich dann im Baustil der Häuser nieder, wie am Rand von Fusio noch heute zu sehen. Hier kann man einen interessanten Mix aus Tessiner Steinhaus und Südstaaten Architektur mit Holzbalkonen bewundern. Wir ziehen dennoch Fusio-Palazzoschnell weiter hinunter in den alten Ortskern von Fusio, der pittoresk am Hang klebt. Die Osteria Dazio ist schnell gefunden. Sie bildet eine bauliche Einheit mit der Dorfkirche. Man speist und übernachtet fast Wand an Wand mit der Mutter Maria! Wenn das kein gutes Omen ist….. Die Sonnenterrasse mit Blick auf die mit morbidem Charme am Sonnenhang aufgereihten Häuser, die Teils wie kleine Palazzi wirken, ist legendär. Bergfreunde werden allerdings eher hinüber in Richtung des Pizzo Campo Tencia Massivs blicken, dessen Ausläufer Fusio um bis zu 1700 Meter überragen. Die Osteria Dazio geht zurück auf den Tischler Luigi Dazio, der das Haus 1880 kaufte. Noch heute erzählt die heimelige Antica-Osteria-Dazio Atmosphäre des Speiseraumes mit seinen 6 Tischen von der Kunst des Mannes. Wohin der Blick auch schweift, überall dunkle Holzvertäfelungen. Und bei genauem Hinsehen entdeckt man noch ältere Relikte, zum Beispiel denFusio-Osteria-Dazio-Herd Steinofen aus dem Jahre 1818 den Claudio Sollberger, der heutige Patron geschickt ins Frühstücksbuffet integriert! Vor dem Abendessen lassen wir Fusio bei einem Rundgang auf uns wirken. Wenn die Tagestouristen, die über die hier endende Straße in einer knappen Stunde vom Lago Maggiore hoch kommen weg sind, dann hat man das Dörfchen fast für sich und es ist wieder möglich sich vorzustellen, wie hart es gewesen sein muss der rauhen Bergwelt diese Siedlung abzutrotzen. Da haben wir es heute besser, als wir unter der Eingangsempore des Gastraumes der Osteria zum Abendessen Platz nehmen. Eine hervorragende Auswahl von Käse derFusio-Osteria-Dazio umliegenden Almen, hausgemachte Teigwaren und auch das Filetto vom Grill überzeugen sofort. Das lindert den Schmerz der zurückliegenden acht stündigen Tour , herüber von der Capanna Cristallina, mit Ihren wohl insgesamt 1500 Metern Abstieg. Trotz einer gewissen Erschöpfung lassen wir das Dinner  und den interessanten Gastraum mit der Empore an diesem Abend noch lange -unter Rotweineinfluss- auf uns wirken, bevor wir das Lager beziehen. Fusio-Osteria-Dazio-1Neben den schönen meist holzgetäfelten Zimmern hat man hier die Möglichkeit die Nacht stilecht direkt unter einem Dach aus Tonnen von Tessiner Granit zu verbringen. Aber die massiven Baumstämme, die es tragen geben uns das Vertrauen, dass da auch bis zum nächsten Morgen nichts passiert und wir uns planmäßig und unverletzt auf den Weg hinüber in die Laventina machen können. Wir werden in Kürze an dieser Stelle darüber berichten…..

Aus dem Val Bedretto zur “Designerhütte” Capanna Cristallina

Über den Passo del Naret nach Fusio

Vom Valle Maggia ins Centovalli

Geschrieben von mountainzone am 14. März 2009 | Abgelegt unter Hotels, Restaurants, Schweiz, Tessin, Täler | Keine Kommentare

Von Campello Monti über die Route der Leichenträger nach Rimella …auch das ist die GTA

Posto Tappa Campello MontiDie Grande Traversata delle Alpi wartet oft mit schönen historischen Anekdoten auf. Unsere heutige Route von Campello Monti im Strona Tal über die Bocchetta di Campello (1924m) hinüber nach Rimella im Mastallone Tal ist so ein Abschnitt. Die Morgensonne am strahlend blauen Himmel lockt uns früh aus dem Posto Tappa in der Dorfschule. Gemächlich bergan mit einem kurzen Stopp an der Alm oberhalb des Dorfes, wo wir den Schlüssel abgeben und unsere Schulden für die Übernachtung begleichen, machen wir uns an den Aufstieg zum Paß. Immer wieder blicken Aufstieg Bochetta di Campellowir zurück um die wohl schönste Perspektive von Campello Monti das sich am Talende an den Hang schmiegt zu genießen. Kurz vor der Bocchetta steigt die Spannung. Ist der grandiose Blick auf das Monte Rosa Massiv und damit auf das höchste Haus Europas frei, oder nicht? Wir haben an dieser Stelle schon beides erlebt. Aber selbst bei versperrter Sicht lohnt der schöne Blick aus der Hubschrauberperspektive auf den Weiler San Gottardo, der zur aus 16 Ortsteilen bestehenden Gemeinde Rimella gehört. Dass diese Ortsteile oft nur Miniweiler sind erklärt die Gesamteinwohnerzahl von ca 200 (im Sommer).

San Gottardo-RimellaAuf unserem Pfad spielte sich bis ins Mittelalter ein eher makabres Schauspiel ab. Das wir deutlich als wir im Abstieg nach Rimella an mehreren Bildstöcken vorbeikommen. Diese dienten nicht nur dem Gebet sondern auch der Rast der Leichenträger bei Leichenzügen von Campello Monti nach Rimella.  Da Campello Monti ursprünglich zur im Jahr 1256 gegründeten Gemeinde Rimella gehörte, aber zunächst weder Kirche noch eigenen Friedhof besaß, trug man die Toten auf der heutigen GTA Route über den Paß. Das war allerdings nur möglch Totengedenkenwenn die Bocchetta schneefrei war, so dass die im Winter verstorbenen “zwischengelagert” werden mußten. Das geschah an speziellen Orten wo die Toten, eingenäht in einen Sack aus Leder aufgebahrt wurden. Dieser Brauch endete erst im Jahre 1551.

Wir haben zum Glück nur einen Rucksack auf dem Rücken als wir uns dem Ortsteil Rimella Chiesa nähern. Hier bietet die Albergo Fontana eine Gelegenheit zur erstklassigen Einkehr.  Versteckt in den verwinkelten Gassen gelegen,Rimella_Chiesa-im-Jahre-1924 aber dennoch mit schöner Terrasse mit Ausblick auf den Gegenhang des Tales. Dort sind die Weiler Roncaccio Inferiore und Superiore, die am nachmittäglichen Aufstieg liegen, im üppigen Grün des piemontesischen “Urwaldes” kaum auszumachen. Auch wenn der Blick mal getrübt sein sollte lohnt die Rast! Der charmante Speisesaal mit seinem interessanten Stilmix aus dem letzten Jahrhundert und den Ornamenten and den Wänden hat was! Hier die Mittagsrast auszulassen ist einen Sünde! Antipasti Fontana RimellaDas wird uns schnell klar als wir herrliche piemontesiche Antipasti genießen.  Schinken mit gebratenem Radicchio und Parmesanspähnen, eingelegte Paprika mit Sardellen, scharf marinierte Bohnen und zum Schluß eine Käseplatte, die das ganze Repertoire der umliegenden Weiler und Almen repräsentiert. Da fällt der Aufbruch schwer, zumal die Albergo Fontana auch schöne Zimmer bietet. Aber es ist ja erst Mittag und so halten wir es schließlich mit unserem GTA Motto “Sempre avanti!” …immer voran!

–> Einstieg zur GTA

Geschrieben von mountainzone am 18. Januar 2009 | Abgelegt unter GTA, Hotels, Italien, Piemont, Restaurants | Keine Kommentare

Zu Gast bei der “angeheiterten Grille” im Val Sesia….ein dreistufiges Genusskonzept auf der Grande Traversata delle Alpi

Wir sind wieder im Piemont und  wieder auf der GTA, jenem traumhaften Weg der in ca. 50 Etappen den Westalpenbogen vom Hinterland des Lago Maggiore und Orta Sees bis zum Mittelmeer durchquert. Und diesmal sind wir sogar aus kulinarischen Gründen auf einem uns bereits bekannten Teilstück im Parco Naturale Alta Val Sesia unterwegs. Im Ristorante Lo Scoiattolo hatten wir uns am Vortag bereits auf höchstem Niveau gestärkt. Also war ein bodenständiges piemontesisches Genußerlebnis genau das richtige Kontrastkonzept für diesen Tag.

Albergo Tagliaferro Rima

Zwischen den Genüssen in Carcoforo und dem auch schon mal für Slow Food Events genutzten “Grillo Brillo”, der angeheiterten Grille eben, liegt allerdings der 2531 Meter hohe Colle del Termo. Entsprechend simpel ist das Höhenprofil des Tages: 1200 Meter hinauf und drüben 1100 Meter hinunter. Der Lohn der Mühe ist ein schön restauriertes Walserdorf mit seinen einmaligen Eindrücken, ein einfaches aber ganz gemütliches Posto Tappa unter dem Dach des Hauses der Nationlaparkverwaltung und eben dieses Grillenrestaurant, das sich als mehrstufiges Genusskonzept entpuppen sollte.  Brillo Grillo

Als wir vor einigen Jahren in Rima waren gab es noch die Albergo Tagliaferro, DAS Traditionshaus am Ort, benannt nach dem Hausberg. Gerne erinnern wir uns noch an das rollende Vorspeisenbuffet, das der Patron immer wieder auf einem Wagen an den Tisch heran rollte,  Ristorante Brillo Grillobis nichts mehr ging!

Auch wenn die guten Zeiten als die Albergo in den 1950ern sogar noch eigene schwarz/weiß Postkarten auflegte lange vorbei sind so finden wir doch bei der Grille einen adäquaten Ersatz, einen dreistufigen sogar.

Die Stufe 1 wird gezündet, als wir auf der hübschen Terrasse mitten im Dorf ankommen und auch deshalb herzlich empfangen werden, weil wir der Chefin einen Brief Ihrer Schwester, die unsere gestrige Unterkunft in Carcoforo bewirtschaftet, mitgebracht haben. Hier kommt  eben die Post noch mit dem Wanderer über den Berg!

Die Terrasse mit Ihren massiven Holztischen und -bänken ist der perfekte Ort um die eindrückliche Walserarchitektur und das Gesamtensemble Rima auf sich wirken zu lassen. Beim Cappuchino ist es herrlich das Treiben und das Kommen und Gehen an diesem zentralen Anlaufpunkt zu beobachten. So kann sich die Stufe 1 leicht den halben Nachmittag hinziehen. Die Kühle des frühen Abends liefert schließlich Grund genug Stufe 2 zu zünden. Im kleinen Gastraum der die Bar und ganze 2 Tische beherbergt machen wir es uns zunächst beim Cafe und dann beim ersten Glas Vino Rosso gemütlich. Da wird über den Tresen hinweg über allerhand lokale Nachrichten schwadroniert, während wir uns bereits mental auf Stufe 3 einstellen.

Pasta Brillo GrilloDie ist dann endgültig erreicht, als uns die Wirtin in das Speisezimmer ruft da das Abendessen fertig ist. Auch hier ist man weit entfernt von Gefühlen die man aus massentouristisch geprägten Etablissements kennt. Der kleine mit dunklem, fast schwarzem Holz getäfelte Raum mit seinen sechs oder sieben Tischen strahlt sofort eine einladende Behaglichkeit aus. Die Kerzenbeleuchtung tut ein übriges. Was dann aus der Küche kommt ist herrlich piemontesisch bodenständig.

Cervo con Polenta Brillo GrilloKeine Schnörkel und deswegen so authentisch! Die Klassiker wie die vorzügliche Pasta seien hier nicht weiter erwähnt, aber der Hauptgang verdient besondere Beachtung. Hirschbratwürste in einer herrlicFormaggio Brillo Grilloh aromatischen Soße mit Waldpilzen und dazu eine cremige Polenta. Da bleibt nicht mehr viel Platz für den Formaggio aus lokaler Herstellung der das Menue beschließt. Wir helfen allerdings mit ausgewählten Köstlichkeiten aus dem Weinkeller nach. Und damit geht es wieder “aufwärts” als wir schließlich zu später Stunde durch die dunklen Gassen in Richtung Posto Tappa wandeln.

–> Nach Carcoforo zum Ristorante Lo Scoiattolo

Geschrieben von mountainzone am 26. Dezember 2008 | Abgelegt unter GTA, Hotels, Italien, Restaurants | Keine Kommentare

Vom Rifugio Zoia zum Rifugio Palü; und weiter nach Chiareggio…..zwei Seen, schluchtige Umwege und ein kulinarischer Boxenstopp

Vom Rifugio Zoia ist es nur ein Steinwurf bis auf die Staumauer des Lago di Campo Moro die auf 1996m das Seitental hoch über Chiesa im Val Malenco abschließt. Wir nutzen die Mauer als Brücke hinüber auf die andere Talseite. Unser Ziel isAlpe Foppat Chiareggio im oberen Val Malenco. Bis dahin sollten wir aber noch einiges an Strecke und Umwegen vor uns haben!

Bereits nach kurzem Abstieg, an der unter einem überhängenden Felsen liegenden Alpe Foppa passiert es. Der markierte Weg in Richtung Süden und bergab ist so einladend, dass wir ihn spontan weiterverfolgen, statt richtiger Weise einen gelb markierten Abzweig zu nehmen , der zunächst 50 Höhenmeter in Richtung Alpe Campascio ansteigt. So erkunden wir ohne es zu wollen eine wilde Schluchtenlandschaft und steigen teils auf breiten Felsbändern, aber dennoch “luftig” ab nach Franscia. Dieses Dorf auf 1600 Metern begrüßt uns schon von weitem mit dem donnernden Lärm der örtlichen Steinbrüchen. Also schnell Webcam auf der Alpe Palühinauf in Richtung Bocchel de Torno. Die 600 Höhenmeter haben es in sich, auch weil wir dabei die eine oder andere - im Sommer trostlose - Piste des Skigebiets von Chiesa als Aufstiegsrampe nutzen müssen. Siehe Webcam links.

Oben allerdings wartet die Entschädigung! Ein herrlicher Panoramablick über den Lago Palü und hinüber zum Monte Disgrazia und unserem Tagesziel, dem hinteren Val Malenco.

Unser Etappenziel für eine kulinarische Mittagsrast, das Rifugio Palü, versteckt sich allerdings im Nadelwald. Nur die Fahne ist als vielversprechender Wegweiser zur Linderung von Hunger und Durst zu sehen. Wir wissen was uns erwartet, da wir schon früher auf der Alta Via di Val Malenco unterwegs waren und hier fürstlich bewirtet wurden. Die Erinnerung an Steinpilzrisotto und  hausgemachte Ravioli beschleunigt den steilen Abstieg. Die Terrasse mit Seeblick ist gefährlich. Hier kann man bei PolenRidugio Palüta und einem vorzüglichem Brassato leicht hängen bleiben, insbesondere wenn man weiß, wie gemütlich die Lager im Haus sind, die sich eng unter das von massiven Baumstämmen getragene Steindach aus Malenco Schiefer schmiegen. Als dann auch noch die Chefin des Hauses riesige frische Steinpilze zur Trocknung vorbereitet kreisen die Gespräche mehr und mehr um eine Änderung unserer Pläne. Einzig die mindestens so gute Erinnerung an das Hotel Chiareggio, das wir bereits als schönen Stützpunkt kenWeg nach Chiareggionen gelernt hatten, vermag es die nach einigen Gläsern Rotwein entspannten  Glieder zum weitergehen zu motivieren. Das allerdings lohnt sich. Durch Wälder und über schöne von Trockensteinmauern eingefaßte Pfade, über Almwiesen nähern wir uns Chiareggio, immer den schönen Talschluß vor Augen. Der Endspurt zieht sich. Immerhin waren wir durch unseren Umweg, aber zugegebenermaßen auch aus kulinarischen Gründen fast 10 Stunden auf den Beinen. Da ist einem dann schon wieder nach Linderung, obwohl das Rifugio Palü keine 3 Stunden hinter uns liegt. Die Linderung werden wir aber sicher im Antipastikeller des Hotels Chiareggio erfahren den wir als feste Größe in unser heutiges Konzept eingebaut und an anderer Stelle schon ausführlich beschrieben haben. Rifugio Palü

Links zur Tour:

—> …zum Hotel Chiareggio

—> …ins Bergell und nach Chiavenna

—> …zum Ausganspunkt in Poschiavo

Geschrieben von mountainzone am 6. Dezember 2008 | Abgelegt unter Hotels, Hütten, Lombardei, Täler | 2 Kommentare

Vom Gletscher ins Himmelbett hoch über dem Bergell…. der Palazzo Salis in Soglio

Stärker kann der Kontrast kaum sein. Nach dem Abstieg aus der Gletscherwelt des Fornokessels und den spannenden Ausblicken auf die messerscharfen Grate der Sciora Gruppe nähern wir uns dem kulturhistorischen und kulinarischen Höhepunkt unserer Tour. Im berühmten Palazzo SalisDörfchen Soglio, hoch über dem Talboden des Bergell, auf 1090 Metern auf  einer Sonnenterrasse gelegen, erwartet uns der Palazzo Salis und damit eine exzellente Küche und eine Nacht im Himmelbett in historischem Gemäuer. Der Palazzo wurde Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut und ist heute ein Hotel das uns als Gesamtkunstwerk begeistert. Auch Rainer Maria Rilke war schon hier und der Engadiner Maler Giovanni Segantini sprach gar von “Der Schwelle zum Paradies”

Etwas skuril ist es schon was da alles an Palazzo Salis-LogoAusstattung und Mobiliar zusammengetragen wurde. Nicht immer ganz stilsicher, aber immer interessant gleicht kein Zimmer dem anderen. Das wird auch schon auf der Preisliste deutlich auf der die Zimmer einzeln verzeichnet sind. Mal mit Bad, mal mit Dusche auf dem Gang und dann wieder mit Palazzo Salis Zimmer1integrierter kleiner “Wellnessoase”.

Besonders originell versteckt sich der “Wellnessbereich” in unserem Zimmer. Hinter einer hölzernen Wandverkleidung geht es hinunter ins moderne Badezimmer. Das war wohl mal ein Geheimgang der die Flucht aus dem Nachtgemach ermöglichte….warum auch immer das nötig war. Die Himmelbetten sind ein eher durchgängiges Ausstattungsmerkmal. Mal mit Baldachin in zartem rosa, mal in der Massivholzausführung des Bettes derer von Salis aus dem Jahre 1628. Da möchte man nicht wissen was dieses gute Stück alles schon erlebt hat…..Palazzo Salis Zimmer

Uns aber hält es nicht lange in den Zimmern, da draußen ein strahlend blauer Himmel dazu einlädt den Nachmittag im romantischen Garten hinter dem Haus ausklingen zu lassen. Zwei uralte Mammutbäume spenden Schatten und sorgen dafür, dass sogar die Natur die historische Dimension dieses Ortes unterstreicht.

Das ist dann wieder einer dieser mediterranen Momente in denen sich der Blick auf den Piz Badile, das historische Ambiente und der authentische Cappuchino auf dem Gartentisch vor uns zu einer herrlichen Mischung verbinden die die nahe italienische Grenze spürbar werden läßt.

Palazzo Salis Garten Dermaßen entspannt sind wir bereit für die kulinarischen Highlights des Abends. Das Menue ist fünfgängig und wird vor dem riesigen Kamin im Gewölbe des Restaurants eingenommen. Mediterrane Akzente mischen sich, überraschenderweise,  mit asiatischen Einflüssen. Wir genießen diese skurile architektonische und kulinarische Mixtur bis es uns dann doch vor den Palazzo zieht. Zwei Schritte aus dem historischen Portal und schon lassen wir uns an einem der kleinen Tische nieder, die vom Ambiente her genauso in Florenz oder Rom stehen könnten. Mediterranes Flair gepaart mit Schweizer Präzision, eben so wie wir es am liebsten haben!

Soglio

–>von der Albigna Hütte nach Soglio

–>weiter nach Chiavenna

Geschrieben von mountainzone am 27. September 2008 | Abgelegt unter Hotels, Restaurants, Schweiz | Keine Kommentare

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    • Klaus Gräbe: hallo zusammen, das val bavone hat es wirklich in sich. danke für die vielen hintergrundinformationen,...
    • Dieter: Hallo Michael, ich komme immer wieder gerne auf eure Seite! Wie immer bietet ihr qualitativ sehr gute...
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