Archiv für das Tag 'GTA'

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Durch fraktale Blocklandschaften zum Adlerhorst 2000 Meter über der Poebene.

Lago-NeroWelch ein Wechsel den Wanderer doch erwartet beim Übergang von der lieblichen Alpe Maccagno hinüber zum Rifugio Alfredo Rivetti! Hier eine Oase im oberen Val Vogna, mit bester Bewirtung, einem kleinen See und jenseits des  Passo del Maccagno (2495m) eine wilde Blocklandschaft mit herrlichen Blicken gen Gran Paradiso in der man meint ein Riese habe sich ausgetobt und alles zertrümmert. Und am Ende ein Rifugio mit “Blick bis nach Rom”! Doch der Reihe nach…. Passo-del-Macagno-1 Wir sind wieder auf der Grande Traversata Delle Alpi unterwegs und zwar südlich des Monte Rosa. Die kulinarisch wertvolle Rast auf der Alpe Maccagno beschwert uns etwas beim Aufstieg vorbei am Lago Nero, der eigentlich nicht schwarz sondern grün ist….. Auf dem Grat angekommen bietet sich ein herrlicher Rückblick über das Val Vogna und zur Signalkuppe des Monte Rosa mit der Capanna Margherita, dem höchstgelegen Haus Europas! Passo-del-MacagnoDoch was uns jenseits des Passes  erwartet ist nicht  minder spektakulär. Phantastische Ausblicke in Richtung Gran Paradiso und eine Blocklandschaft, die es in sich hat. Aber zunächst geht es 100 Meter runter und über eine kleine Hochebene mit Panoramablick bevor wir den Col Lazoney (2395m) “überwinden” um uns endgültig zwischen teils haushohen Felsblöcken wiederzufinden. Durch diese zyklopenhafte Landschaft arbeiten wir uns Stück für Stück zur Punta Tre Vescovi. An diesem Grat enden quasi die Alpen. Was folgt ist die Poebene. UnGran-Paradisod dazwischen 2300 Höhenmeter Abstieg. Aber zunächst lassen wir uns von der wilden Blocklandschaft in Ihren Bann ziehen und genießen die Balanceübungen zwischen den Felsen. Einige Nebelschwaden die über die Grate ziehen verleihen dem Ganzen etwas Unheimliches.

So sind wir schließlich froh die Punta Tre Vescovi zu erreichen von wo es nur noch ca. 25 Minuten Abstieg bis zum Rifugio Alfredo Rivetti sind. Hier sei insbesondere bei guter Sicht eine Übernachtung empfohlen! BlocklandschaftDie Lage am Südabhang der piemontesischen Alpen ist einfach genial. 2000 Meter weiter unten erstreckt sich die Po Ebene von Horizont zu Horizont. Und das ist wenn in der Abenddämmerung die Lichter angehen ein Schauspiel ohne gleichen! Für Frühaufsteher sei auch der Sonnenaufgang über der Ebene empfohlen. Lightshow in umgekehrter Richtung! Was dazwischen liegt ist eine Nacht in einem Rifugio-Alfredo-Rivettinetten Rifugio, das zwar kulinarisch nicht an das Rifugio Val Vogna vom Vortag anschließen kann, aber der einzigartige “Blick bis nach Rom” macht den Zauber dieses Ortes aus. Und das mit der Kulinarik ist auch zu verschmerzen, da den Wanderer am  nächsten Tag und nach weiteren 1100 Höhenmetern Abstieg die sehr empfehlenswerteGatto-Azurro-Piedicavallo “Blaue Katze”, “Il gatto Azzurro” im schönen  Piedicavallo erwartet. Ein idealer Ort um vor der Weiterfahrt mit dem Bus in die Ebene und nach Biella auf der Terrasse des Restaurants die hervorragenden Tagliatelle al Cervo (Bandnudeln mit Hirschragout) zu genießen.

Mehr Touren auf der Grande Traversata delle Alpi

Werner Bätzings Klassiker: Grande Traversata delle Alpi Wanderführer

Zum Rifugio Val Vogna

Geschrieben von mountainzone am 9. August 2009 | Abgelegt unter GTA, Hütten, Italien, Piemont, Restaurants | Keine Kommentare

Muss man auf einsamen Almen hungern? Wir treten den Gegenbeweis an!

Das Val Vogna liegt inzwischen tief unter uns und es wird Zeit eine Mittagsrast mit Monte Rosa Blick zu planen. Wie geschaffen für dieses Konzept liegt Sie da, zwischen zwei kleinen Seen und eingebettet in unerwartet flache saftige Wiesen. Die Alpe Maccagno, vier steinerne Almgebäude die Ihren Schätze binnen kürzester Frist preisgeben sollten!Alpe-MaccagnoWir  wissen von einer früheren Tour in diesem Bereich der Grande Traversata delle Alpi, dass uns noch eine imposante Blocklandschaft und 2 leichte Pässe “bevorstehen”, bevor wir das Rifugio Alfredo Rivetti erreichen werden.  Grund genug sich am großen Tisch zwischen den Hütten niederzulassen und den Seeblick zu genießen!  Alpe-Maccagno-Val-Vogna Die Alpe Maccagno, auf 2188 zuhinterst im Val Vogna, einem der Walsertäler südlich des Monte Rosa gelegen, ist einer dieser Orte die einen spontan anziehen. Und wenn Alpe-Maccagno-Seedann auch noch eine so freudige Überraschung wartet, die schon bei der herzlichen Begrüßung durch die drei Älpler beginnt, dann steht der perfekten Rast nichts im Wege. Die beiden kleinen Seen und der Blicke auf den nachmittäglichen Aufstieg zum Passo del Maccagno geraten zur Nebensache als wir in die “Verhandlungen” über das kulinarische Programm einsteigen. Verhandlungen deshalb, weil es sich hier nicht um eine bewirtschaftete Alm handelt, sondern alle kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Alpe-Maccagno-Buffetpersönlichen Bestand der Älpler kommen.  Allerdings steht doch sehr schnell ein viertel Laib Toma Käse auf dem Tisch. Er wird begleitet von einer herzhaften Speckplatte. Dazu noch eine Salsiccia der feinsten Sorte. Und…kaum zu fassen an diesem abgelegenen Ort….frische Panini!  Nur beim Angebot gleich einen Liter Rosso dazu zu nehmen zögern wir. Aber nur ganz kurz! Eins ist schnell klar: Wir sind willkommen!

Am prall gefüllten Tisch genießen wir die Ruhe dieses Ortes und machen uns nochmal bewusst, wie hart diese Köstlichkeiten auf der Alm Alpe-Maccagno-1899erarbeitet sein wollen. An einer der Türen zeugt die eingemeißelte Jahreszahl “1899” davon, dass hier schon mehrere Generationen ge- oder besser überlebt haben. Die hatten es sicher nicht so leicht wie wir, die wir doch eher als “Konsumenten” durch die Berge ziehen.

Die 3 Älpler sind völlig entspannt und strahlen diese Ruhe auf uns ab, während das letzte Stück Toma dran glauben muss. Erst als die Salsiccia die Hütehunde mehr und mehr nervös macht bricht eineAlpe-Maccagno-Hund leichte Unruhe aus. Mit einem kurzen Ordnungsruf des Chefs ist dann alles schnell wieder im Lot uns sebst die Tiere geben sich der völligen Entspannung hin.  Wir finden es derweil von Minute zu Minute schwerer aufzubrechen und uns von diesem Ort zu lösen. Allerdings wissen wir, dass das Nachmittagsprogramm auf dem Weg zum Rifugio Alfredo Rivetti auch tolle Eindrücke parat hält!

Davon werden wir in Kürze hier berichten……

…”Der Weg”, Klassiker von E. Neubronner zu GTA und Val Vogna

…mehr schöne Touren auf der Grande Traversata delle Alpi

…das Rifugio Val Vogna, eine Oase südlich des Monte Rosa

…wer sind eigentlich die Walser?

…DER Führer für die GTA:

gta-nord-fhrer

Geschrieben von mountainzone am 21. Juni 2009 | Abgelegt unter GTA, Italien, Piemont, Täler | 1 Kommentar

Das “schwarze” Tal….. eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

Walserhof-Peccia Der Talboden des Val Vogna liegt noch in tiefem Schatten, als wir uns im gleichnamigen Rifugio auf eine herrliche Tour über den Passo del Maccagno vorbereiten. Die Gipfelkämme dieses Seitentals des Val Sesia auf der Monte Rosa Südseite glühen bereits in der glasklaren Morgensonne. Daher fällt die Vorbereitung kurz aus. Uns zieht es nach draußen in dieses herrlich einsame Tal, das wir bereits von früheren Besuchen kennen. Das schwarze Tal nennt es Eberhard Neubronner in seinem sehr einfühlsam geschriebenen gleichnamigen Werk. Wer das gelesen hat, für den wird diese Wanderung die immer Peccia-Stadel wieder durch kleine Walsersiedlungen führt und Blicke auf die an den steilen Talflanken verstreuten Walserhöfe freigibt, zu einem besonders eindrucksvollen Erlebnis. Immer wieder stößt man auf schöne Relikte dieser alten Kultur. Der Gedanke an die Härte dieses Daseins in einer wunderschönen Landschaft in der den Menschen aber nichts nichts geschenkt wird folgt auf dem Fuße. Das ruft die Erzählungen der letzten “Alten” im Tal wach, die Neubronner so eindrücklich in seinem Buch festgehalten hat. Besonders der Weiler Peccia hat es uns angetan. Nur eine Hand voll Häuser und Walserhöfe die jedoch im vollenAufstieg-Val-Vogna-1 Blumenschmuck sogar im morgentlichen Zwielicht ein herrliches Bild abgeben. Da wird die Geschichte dieses Volkes, das ab dem 13. Jahrhundert unter anderem die Täler südlich des Monte Rosa von Norden her besiedelte, spontan wieder lebendig!

Kurz oberhalb von Peccia muss man sich entscheiden. Der Aufstieg Richtung Westen führt über das Rifugio Ospizio Sottile hinüber nach Gressoney St. Jean im Lystal, während der Weiterweg dem Richtung Süden verlaufenden Tal folgend über den Passo del Maccagno nach Piedicavallo führt.  Wir entscheiden uns für letzteres, bleiben auf der Route der Grande Traversata delle Alpi und steigen gemächlich in der kühlen Morgenluft die noch im Talgrund liegt der Sonne entgegen. Die schöne Mulatierra zu Beginn macht es uns leicht. Der Torrente Vogna, der Bach der dem Tal seinen Namen gab, ist ein stetiger glasklarer Begleiter. Aufstieg-Val-Vogna

Vorbei an saftig grünen  Inseln im Bachbett geht es zügig bergan. Die ausgewaschenen Felsgumpen laden immer wieder zu einem Badestopp ein. Doch der Blick auf die in der Sonne glänzenden Grate um uns herum ist stärker. Wir erinnern uns noch gut, wie schön auch der obere, steilere Teil des Aufstiegs ist. Hier führt der Weg über herrlich saftige Matten und je höher man steigt, desto eindrucksvoller wird der Blick zurück ins Tal. Immerhin etwa 1150 Höhemmeter sind zwischen Sant Antonio und dem 2495 Meter hohen Passo del Macagno zu überwinden.

Wir haben inzwischen den Schutz des Talbodens verlassen und steigen nun in der prallen Vormittagssonne auf. Da ist so manche Trinkpause angesagt um flüssigen Treibstoff nachzuladen. Und bei einer dieser Pausen ist es dann soweit! Die wenigen Schönwetterwolken machen den Blick frei auf das höchste Haus Europas, die Capanna Margherita auf der Signalkuppe des Monte Rosa. Capanna-Margherita In 4554 Metern Höhe trohnt dieser schwarze Holzbau, der heute u.a. ein höhenmedizinisches Labor beherbergt. Unglaublich, wie es sich die italienische Königin im Jahre 1893 nicht nehmen lies zur Einweihung der nach ihr benannten Hütte im Rock und höchstpersönlich auf die Signalkuppe zu steigen! Wir haben bescheidenere aber dennoch lohnende Ziele. Obwohl die Signalkuppe einen Ausblick auf 477 Gipfel bieten soll! Wir freuen uns stattdessen auf die Mittagsrast auf der wunderschön gelegenen Alpe Maccagno, bevor es dann durch eine eindrucksvolle Blocklandschaft weiter zum Rifugio Alfredo Rivetti geht.

…zu weiteren Touren auf der Grande Traversata delle Alpi

…”Der Weg”, Klassiker von E. Neubronner zu GTA und Val Vogna

…wer sind eigentlich die Walser? (mehr Bilder aus dem Val Vogna!)

…das Rifugio Val Vogna

Geschrieben von mountainzone am 24. Mai 2009 | Abgelegt unter GTA, Italien, Piemont, Täler | Keine Kommentare

Val Vogna: Ein Rifugio mit angeschlossener Kapelle, Walserkultur vor der Tür und das beste geschmorte Kaninchen südlich des Monte Rosa.

Sant-Antonio-Val-Vogna-Schi Das “schwarze Tal” kannten wir schon von früheren Besuchen. Und genau deshalb konnten wir nicht widerstehen unsere GTA Tour mit einem erneuten Besuch dieses genialen Ortes zu verbinden. “Schwarzes Tal”, so bezeichnet Eberhard Neubronner in seinem gleichnamigen Buch das Val Vogna, ein herrliches einsames Tal südlich des Monte Rosa, wenige Kilometer von Alagna Val Sesia entfernt. Hier verbindet sich grandiose Natur mit 4000er Blicken, der  Kultur der Walser und dem Charme italienischer Gastfreundschaft in einem uns bereits bestens bekannten Rifugio.

Wir haben schon einige eindrucksvolle Impressionen unserer heutigen Etappe auf der Grande Traversata delle Alpi im Kopf Rifugio-Val-Vognaals wir den Weg von Alagna Val Sesia bis nach Riva Valdobbia per Bus abkürzen. Die Vorfreude auf das Rifugio Val Vogna im Weiler Sant’ Antonio auf 1381m ist so stark, dass wir unsere geballten Italienischkenntnisse mobilisieren um den Chef des Hause per Telefon zu überreden uns in Riva abzuholen. Das spart eine gute Stunde auf dem asphaltierten Talsträßchen und verlängert somit das zu erwartende Genußerlebnis. Wir sind schließlich erfolgreich und treffen motorisiert und damit nicht ganz stilecht im Weiler Sant’ Antonio ein.

Hier erwarten uns die eindrucksvolle Kombination alter Walserhöfe, die St. Antoniuskapelle mit Ihrer schönen Fassadenbemalung und das Rifugio Val Vogna. Letzteres strahlt Dank der Rifugio-Val-Vogna-Granitdaeengagierten Besitzer unmittelbare mediterrane Gastfreundschaft aus. Liebevoll restauriert, wie zum Beispiel die gemalten Fensterläden auf der Fassade zeigen, bietet es eine erstklassige und authentische Übernachtungsmöglichkeit auf der GTA und auch auf dem großen Walserweg, der hier mit der GTA zusammentrifft.  Die Walserhöfe und die Kapelle in direkter Nachbarschaft laden noch vor dem Abendessen zu einem Spaziergang in die Vergangenheit ein. Der Blick auf die Grantilandschaft der Steindächer von Sant’ Antonio erzeugt die richtige Muße am Ende eines eindrucksvollen Tages. Wer  “Das schwarze Tal” gelesen hat kann sich dabei richtig in die letzten im Tal verbliebenen Charaktere,Menue-Rifugio-Val-Vogna die Eberhard Neubronner in seinem Buch so eindrucksvoll beschreibt, hinein versetzen. Ein heute vergessenes Tal in dem das Überleben ein harter Kampf war und für einige wenige heute noch ist….

Uns stehen weniger harte Zeiten bevor. Wir freuen uns, mit einem Glas Rotwein in der Hand auf der Bank vor dem Haus sitzend auf die zu Dolcetto-Papa-Celsoerwartenden kulinarischen Höhepunkte. Klassischer Beginn ist eine herrliche Pasta, gefolgt von dem besten Kaninschenschmorbraten  südlich des Monte Rosa. Das butterzarte Fleisch zeugt von einer liebevollen Zubereitung mit allen Wildkräutern die das alpine Tal hergibt. Dazu traditionell eine cremige Polenta, Mangold und Insalata. Und über all das wacht “Papa Celso”  der  Namensgeber des erstklassigen Dolcetto aus dem Hause Abbona, den der Gambero Rosso mehrfach mit drei Gläsern ausgezeichnet hat. Wüssten wir nicht, dass uns morgen Kaiserwetter und eine unserer Lieblingsetappen auf der nördlichen GTA erwartet, wir blieben glatt noch einen weiteren Tag hier…..

Rifugio-Val-Vogna-SchildAm Ende siegt doch noch die Vernunft und wir ziehen uns zu nächtlicher Stunde in das gemütliche Lager direkt unter dem tonnenschweren Granitdach zurück. Schließlich wissen wir von früheren Besuchen bereits welches eindrucksvolle Bergerlebnis uns am nächsten Tag erwartet. Und da wollen wir natürlich hellwach sein!

wer sind eigentlich die Walser?

mehr Wanderungen auf der Gande Traversata delle Alpi

Geschrieben von mountainzone am 2. Mai 2009 | Abgelegt unter GTA, Hütten, Italien, Piemont, Täler | Keine Kommentare

Von Rima über den Colle Mud ins Val Vogna. Ein digitales Höhenprofil auf Walserwegen südlich des Monte Rosa.

RimaDen kulinarischen Boxenstop im “Grillo Brillo”, der angeheiterten Grille, in Rima hatten wir bestens überstanden als wir am nächsten Morgen versuchen den Colle Mud zu lokalisieren. Der bildet den Scheitelpunkt unseres heutigen Weges hinüber nach Alagna Valsesia.

Die tief hängenden Nebelschwaden die das konsequent verhinderten sollten zum Tagesprogramm werden….  Diese Etappe auf der Grande Traversata delle Alpi hat ein für den nördlichen Teil typisches “digitales” Höhenprofil: Zwei Talorte und dazwischen ein Pass. 1000m rauf und 1000m runter. Getreu dem Motto “What goes up, must come down!”

Zunächst gemächlich und dann immer steiler windet sich der gute historische Verbindungspfad zwischen Rima und Alagna in Richtung GTA_Colle Muddes 2324 Meter hohen Colle Mud empor. Der Nebel hat uns heute fest im Griff. Und das auf einer Etappe, die wohl die besten Einblicke in die Monte Rosa Ostwand bietet, wenn der Wettergott es will…. Aber auch die dramatischen Wolkenspiele haben was für sich und so trotten wir hoch, den Blick eher auf die nähere Umgebung und die interessanten Stimmungen konzentriert die diese Wetterküche schafft. Rima verschwimmt unter uns in schemenhaftem Grau….

Umso erfreulicher, dass wir kurz nach dem Colle Mud nicht ganz unerwartet auf eine Oase stoßen. Das Rifugio Ferioli klebt auf 2264 Metern am Steilhang. Als wir Rifugio Ferioli die aus der alten Alpe Mud entstandene Hütte betreten dampfen vor den wenigen Gästen bereits die Teller mit einer köstlichen Minestrone. Schon wieder Nebel! Diesmal allerdings einer der genüsslichen Art. Der Gast hat hier eigentlich nur zwei Optionen. Entweder er bestaunt auf der Terrasse das gigantische Monte Rosa Panorama, oder er nutzt den Schutz der Hütte um bei dem uns vergönnten “Sauwetter” Minestrone und Pasta  von bester Qualität zu genießen und das dann notgedrungen auch nicht schlecht zu finden. Genial ist natürlich die Kombination!

Auch das Warten in der gemütlichen Hütte hilft nichts. Der Wettergott hat kein Einsehen. Rifugio FerioliSo machen wir uns an den steilen Abstieg nach Alagna Valsesia. Hier hat uns der moderne piemontesische Tourismus wieder. Darüber kann auch der altehrwürdige Gasthof (!) Monte Rosa, den wir beim “Einmarsch” passieren nicht hinwegtäuschen. Der Ort hat eine wechselvolle (Tourismus-)geschichte hinter sich die geprägt ist von Erschließung und Schließung. So hatte Alagna z.B. die erste kuppelbare Kabinenbahn der Welt. Erbaut 1947! Viele der Liftanlagen, die in den Rifugio Ferioli mit Colle Mud 1940er und 50er Jahren  entstanden wurden nicht konsequent weiterbetrieben und modernisiert. So war es ein stetiges auf und ab bei dem man so manches mal den Trend der Zeit verschlief. Heute ist der Monte Rosa die touristische Lebensader des Ortes. Trotz aller Infratruktur  gibt es noch viele schöne Relikte der Walser, z.B. die schönen Walserhöfe, die einen im oberen Talschluß begrüßen, noch weit bevor man das Dorfzentrum  erreicht. Dieses Volk besiedelte Alagna im 13. und 14. Jahrhundert. Von Carcoforo und Rima kommend benutzten die Walser schon Gasthof Monte Rosa Alagna Val Sesiadamals unsere GTA Route der vergangenen Tage. Einen Cappuchinostopp mit Blick auf das rege Treiben auf der Hauptstraße und einen Rundgang über den eindrucksvollen Friedhof mit seinen mit Granitschindeln gedeckten Grabmonumenten gönnen wir uns, bevor wir die drei Staßenkilometer nach Riva Valdobbia mit dem Bus abkürzen. Hier befindet sich der Einstieg zum Val Vogna, dem “Schwarzen Tal” wie es Eberhard Neubronner , der Literaturpreisträger des Deutschen Alpenvereins in seinem eindrucksvollen gleichnamigen Buch beschrieben hat. Und dort erwartet uns das wunderschöne Rifugio Valle Vogna.

zur angeheiterten Grille von Rima

Einstieg in die GTA: Vom Orta See nach Campello Monti

mehr Touren auf der Grande Traversata delle Alpi

mehr über die Walser

Geschrieben von mountainzone am 26. April 2009 | Abgelegt unter GTA, Hütten, Italien, Piemont, Täler | Keine Kommentare

Der Weg über den Colle Egua nach Carcoforo…. Monte Rosa Blick und das skurile Relikt eines Autozars.

Aufstieg Val Baranca Colle EguaDer Abschied im Stella Alpina in Roj fällt schwer, bei der guten Unterbringung und der herzlichen “Betreuung”! Aber wir wissen um die großartigen Ausblicke des heutigen Weges und auch um  die kulinarischen Qualitäten die uns am Zielort Carcoforo, einer der kleinsten Gemeinden Italiens wieder erwarten. Das motiviert die 1100 Höhenmeter bis zum Colle Egua unter die Sohlen zu nehmen! Wir haben Glück: Die “Betreuung” schließt heute den 10 minütigen Autotransfer bis zum Ende der Straße im Weiler Campo ein. Zu Fuß wären das fünf eher unangenehme Asphaltkilometer gewesen…

Das Val Baranca empfängt uns mit sattem Grün und dem erfrischenden Gegurgel des Mastallone Baches. Da steigt die Vorfreude auf den Aufstieg. Der führt über beeindruckende Weganlagen! Eine Mulattiera schöner als die andere…. Diese Bergwege ermöglichen durch Ihre immer gleiche Steigung und exzellente Pflasterung mit Steinplatten ein fast ermüdungsfreies Steigen. Durch Ihre Breite, die es oft ermöglicht zu zweit nebeneinander zu gehen, wird der Aufstieg darüber hinaus außergewöhnlich kommunikativ. Eine richtige Wanderautobahn, angelegt über Jahrhunderte und heute ein eindrucksvolles Relikt der Baukunst, aber auch der Mühen früherer Generationen.              Mulattiera Alpe Barranca

Wir genießen diesen Luxus und gewinnen schnell an Höhe. Bei der Alpe Baranca, die eine sehr gute Übernachtungsalternative darstellt und wo nach Aussage von Freunden die Bewirtung ebenfalls erstklassig ist, finden sich einige besonders eindrucksvoll ausgebaute Wegabschnitte. Wir widerstehen der Versuchung hier einzukehren und gehen stattdessen die Steilstufe an, über die das Wasser des Lago Baranca zu Tal stürzt.

Val Baranca Doch hier ist nicht die schöne Mulde in der der kleine See liegt die Attraktion, sondern ein Relikt früherer Zeiten das sich weiter oben am Weg zum Colle Egua befindet. Nach Duchquerung des Talkessels erreichen wir die noch bestoßene Alpe Selle (1824m). Mehrere einfache Granit Hütten zeugen vom harten Leben hier oben und die Gesichter der beiden Älpler strahlen eine große innere Ruhe aus. Die gegerbten Blick erzählen aber auch von vielen arbeitsintensiven Almsommern.Alpe Selle Nur einen Steinwurf von der einfachen Alm entfernt findet  sich dann  ein Überbleibsel des Luxus vergangener Tage. Vincenzo Lancia, der große Autobauer und Rennfahrer, der am 24. August 1881 hier im Tal geboren wurde hinterließ am Weg zum Paß die Ruine seiner Sommervilla. Größer könnten die Gegensätze nicht sein… Allerdings konnten ihn auch die gute Bergluft und die Aufenthalte in diesem skurilen Rifugium nicht davor bewahren bereits früh, im Alter von 57 Jahren, an einem Herzinfarkt zu sterben. Zu Lebzeiten hat Lancia aber bei allen Erfolgen sein Heimatdorf Fobello nie vergessen und sich als großzügiger Gönner gezeigt. Zum Beispiel beim Wiederaufbau der vom Hochwasser zerstörten Kirche des Dorfes. Villa Vincenzo Lancia

Wir haben andere Sorgen. Wir wollen in die Monte Rosa Ostwand schauen! Beim Aufstieg steigt die Spannung da uns klar ist, dass sich die imposante mit Hängegletschern durchsetzte Wand auch bei schönem Wetter am Colle Egua oft in Wolken hüllt. Und so sollte es uns heute gehen. Umso eindrucksvoller Monte Rosa Ostwand vom Colle Eguaallerdings das

Schauspiel, wenn der Wind die Vorhänge dieses großartigen Naturtheaters immer wieder kurz auf und zu macht.  So fokussiert sich unser Blick am Paß talwärts auf den schönen Abstieg über Almwiesen nach Carcoforo und auf den gegenüberliegen Aufstieg zum CarcoforoColle del Termo der für den nächsten Tag geplant ist. Das Höhenprofil des Weges ist simpel und so ist uns klar,  dass wir nun die gut tausend Höhenmeter die wir hinaufgestiegen sind auch wieder runter müssen. Über schöne Wiesen führt der Pfad schnell talwärts und damit steigt die Vorfreude auf den kulinarischen Teil des heutigen Konzeptes. Nach gut sechs Stunden reiner Marschzeit verspricht die in Sicht kommende Granitlandschaft der Dächer von Carcoforo, der wir uns aus der Heliperspektive nähern, Linderung! Noch geht es aber bergab, bis wir schließlich durch die wunderschönen Gassen schlendern und dabei die von den Walsern geprägte Granitarchitektur bewundern, die für so viele Dörfer auf der Monte Rosa Südseite typisch ist. Und ein weiterer Höhepunkt sollte an diesem Tag noch folgen. Wir werden beim Eichhörnchen zu Gast sein!

–> Von Rimella nach Roj

–> Einstieg in die GTA vom Orta See

–> Zu Gast beim Eichhörnchen

Geschrieben von mountainzone am 7. Februar 2009 | Abgelegt unter GTA, Italien, Lago Maggiore, Piemont, Schweiz, Tessin | Keine Kommentare

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    • Klaus Gräbe: hallo zusammen, das val bavone hat es wirklich in sich. danke für die vielen hintergrundinformationen,...
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