Die Capanna Cristallina - architektonische Meisterleistung, oder "Zigarrenkiste" mit Basodinoblick?

Die Capanna Cristallina - architektonische Meisterleistung, oder "Zigarrenkiste" mit Basodinoblick?

Die Antwort auf diese Frage muss sich jeder selbst ersteigen, in 4 Stunden und auf 1200 Höhenmetern. So weit ist es von Ossasco im Val Bedretto herauf zu dieser in mehrfacher Hinsicht ...

Wandern in der vertikalen Felswand? Die Ruta del Cares in den Picos de Europa macht's möglich!

Wandern in der vertikalen Felswand? Die Ruta del Cares in den Picos de Europa macht's möglich!

Soviel vorweg: Es ist ein Sensationsweg! Was da in Asturien und León, nicht einmal 20 km Luftlinie von der spanischen Nordküste und dem Atlantik entfernt auf den Wanderer wartet, verschlägt einem schier ...

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

Das Val Bavona, ein Seitental des Maggiatals, hat es uns seit langem angetan. Der etwa 10 km lange Talboden zwängt sich zwischen Steilwände, die hunderte von Metern hoch sind und in ...

“Erstbegehung” im Tal der Zeichen: Auf der Via Raetia durch das Valle Camonica zum Iseo See.

“Erstbegehung” im Tal der Zeichen: Auf der Via Raetia durch das Valle Camonica zum Iseo See.

Ein Tal mit Felsgravuren die zum Unesco Weltkulturerbe erhoben wurden, ein malerischer See mit der größten Insel in einem italienischen Binnengewässer und alles angereichert mit hervorragender lombardischer Küche. In dem Umfeld kann ...

Aus dem Mairatal in den Kessel von Elva. 3000er Blick,  Freskenzyklen, Haarjäger und ein botanisches Rätsel: Eier die im Garten wachsen.

Aus dem Mairatal in den Kessel von Elva. 3000er Blick, Freskenzyklen, Haarjäger und ein botanisches Rätsel: Eier die im Garten wachsen.

Eine Genusstour für alle Sinne sollte es werden! Und doch können wir die Erlebnisdichte dieser Etappe des Mairawegs, einer der kürzesten, am Morgen als wir in San Martino aufbrechen nur erahnen. Sanft ...

Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

Ganz unbekannt sind sie ja nicht, die beiden Täler im Hinterland des Lago Maggiore! Aber die Topografie sorgt, wie so oft im Tessin, dafür dass selbst traumhafte Orte quasi unberührt bleiben. Die ...

Vom Val Malenco zur Forno Hütte - Gletscherpanorama deluxe!

Vom Val Malenco zur Forno Hütte - Gletscherpanorama deluxe!

Das Frühstück in der Albergo Chiareggio halten wir kurz. Schließlich lockt draußen Kaiserwetter und ein  herrlicher Übergang in die Schweiz, der Forno Paß (2768m). Nach 10 Minuten endet die Fahrstraße im wunderschönen ...

Die Südalpen und den Lago Maggiore im 360 Grad Blick

Die Südalpen und den Lago Maggiore im 360 Grad Blick

Es gibt wenige Aussichtsgipfel in den Alpen die so ein Traumpanorama wie der Gridone (2188m) bieten und dabei vergleichsweise wenig frequentiert sind. Auf sehr schmalem Sträßchen schraubt man sich über Brissago am Lago ...

Mittelalterliches Flair in der Gondoschlucht- Hotel Stockalperturm

Mittelalterliches Flair in der Gondoschlucht- Hotel Stockalperturm

Wenn man in Brig im Rhonetal, auf dem Weg zum Simplonpass das mächtige Stockalperschloss sieht, steigt unweigerlich die Vorfreude auf das, was einen auf der anderen Seite des Passes im Schweizer Grenzdorf ...

Die Trattoria 'Uomo Selvatico'; ....zu Gast beim Waldmensch von Chiavenna.

Die Trattoria 'Uomo Selvatico'; ....zu Gast beim Waldmensch von Chiavenna.

Aus dem einsamen Savogno kommend, schafft es Chiavenna schnell trotz, oder gerade wegen seines kleinstädtischen Charakters und der mediterranen Betriebsamkeit  einer unserer Lieblingsorte südlich des Alpenhauptkammes zu werden. Schon der Weg ...

Über den höchsten Bahnhof Europas ins Puschlav....der ideale Einstieg für den Weg von Poschiavo nach Chiavenna.

Über den höchsten Bahnhof Europas ins Puschlav....der ideale Einstieg für den Weg von Poschiavo nach Chiavenna.

Es sollte diesmal die Bernina Südseite  sein. Wie meist war unser Tourenkonzept auf mediterrane Bergerlebnisse angelegt. Diesmal allerdings mit einem Einstieg für Eisenbahn- und Technikfreaks. Sicher ist es ein Leichtes den ...

Die Venus vom Orta See

Die Venus vom Orta See

Der Ortasee zählt sicher zu den "vernachlässigten" oberitalienischen Seen. Und das ist aus der Sicht des Genießers gut so! Orta San Giulio am Ostufer des Sees  bildet einen romantischen Ausgangsort z.B. ...

Val Grande Nationalpark: Der Südeinstieg. Mit Panoramagarantie vom Monte Rosa bis zum Apennin!

Val Grande Nationalpark: Der Südeinstieg. Mit Panoramagarantie vom Monte Rosa bis zum Apennin!

Den Blick auf das höchstgelegene Haus Europas auf der Signalkuppe des Monte Rosa, den Lago Maggiore, die Borromäischen Inseln, den Orta See, den Lago di Varese, die Poebene und die Ausläufer des ...

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

Darauf hatten wir uns schon während der ganzen 1250 Höhenmeter des Abstiegs vom Passo del Naret gefreut: Ein kühles Bier auf der herrlichen Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio! Und dann ein Rundgang ...

Das schwarze Tal..... eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

Das schwarze Tal..... eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

Der Talboden des Val Vogna liegt noch in tiefem Schatten, als wir uns im gleichnamigen Rifugio auf eine herrliche Tour über den Passo del Maccagno vorbereiten. Die Gipfelkämme dieses Seitentals des ...


“Erstbegehung” im Tal der Zeichen: Auf der Via Raetia durch das Valle Camonica zum Iseo See.

Valle-Camonica-Capo-di-PontEin Tal mit Felsgravuren die zum Unesco Weltkulturerbe erhoben wurden, ein malerischer See mit der größten Insel in einem italienischen Binnengewässer und alles angereichert mit hervorragender lombardischer Küche. In dem Umfeld kann man noch “Erstbegehungen” unternehmen?  Nun ja, zumindest gefühlt ist das auf der Via Raetia im Valle Camonica in der Tat der Fall. Diese Ecke der Lombardei, zwischen dem Veltlin und Valle-Camonica-Nanquedem Iseo See gelegen, ist ein weitgehend weißer Fleck auf der Wanderlandkarte der Südalpen. Das wird spätestens dann deutlich, wenn man nach einer Wanderwoche reflektiert wie viele andere Wanderer man denn auf dem Weg angetroffen hat und dabei zu einem erstaunlichen Ergebnis kommt: Keinen einzigen!

Die Via Raetia und der Iseo See, eine spannende Kombination!

Diesen Zustand möchte Carlo Zani ändern! Er ist die treibende Kraft hinter der noch in der Entwicklung befindlichen Via Raetia, einem 75 km langen Weg der von Edolo bis fast an den Iseo See führt und dabei vIseo-See-Monte-Isolaiele ursprüngliche Dörfer in der Talsohle und den Seitentälern, sowie insbesondere eine Reihe von Unesco Weltkulturerbestätten mit ihren Felsgravuren berührt. Ohne Carlos fachkundige Begleitung hätten wir wohl mit der Orientierung unsere liebe Mühe gehabt. Auch bei der Auswahl der Etappenunterkünfte war Carlos Rat unschlagbar. Es ist eben kein Gebiet für das man sich einfach einen dieser roten/Rother Wanderführer kauft um dann auf bestens ausgeschilderten Wegen zu wandeln und im drei Stundentakt zielsicher in der jeweils nächsten Hütte oder Albergo zu landen. Nein, das Valle Camonica und die Via Raetia stellen da andere Ansprüche. Valle-Camonica_IseoNicht in alpinistischer Hinsicht, aber oft erfordert es eben den Blick auf die Karte. Auch was die Unterkünfte angeht sollte man vorher wissen wo man abends das müde Haupt nieder- und die Füße hochlegen möchte. Denn es kann schon vorkommen, dass man weit und breit keine Alternativen findet auf die man mal schnell ausweichen kann. Und damit die ganze Bandbreite der lombardischen Küche bereit steht, sollt man unbedingt reservieren. Auch ist die Einbeziehung von Fahrwegen bei der Routenwahl hier und da unvermeidlich, getreu des italienischen Bergwanderkonzepts: “Bis zum Ende der Straße fahren und von dort beim Picknick den Blick in die umliegende Bergwelt genießen”. Wem das alles nicht zu mühsam ist und wer eine touristisch kaum entwickelte Gegend der Südalpen im wahrsten Sinn des Wortes erkunden und dabei die lombardische Gastfreundschaft und Küche genießen möchte, der wird im Valle Camonica allerdings seinen Spaß haben. Damit die Planung für weitere “Erstbegehungen” nicht so schwierig ist, werden wir im Weiteren auf einige der schönsten Stützpunkte explizit verweisen.

Unesco Weltkulturerbe: 300000 Felsgravuren im “Tal der Zeichen”

Bereits der Start in Capo di Ponte ist eindrucksvoll. Hier stehen sich der Pizzo Badile Camuno und der ConcarenaValle-Camonica-Nanque-1 auf beiden Talseiten gegenüber. Und zwar so, dass der eine jeweils zur Sonnenwende den Schatten seiner spitzen Gipfelpyramide genau in einen tiefen Spalt im Felsmassiv des anderen wirft. Dass dieses mystische Schattenspiel das eisenzeitliche Volk der Camuner fasziniert und zu Valle-Camonica_FelszeichnunFruchtbarkeitsriten inspiriert hat ist nicht weiter verwunderlich. So ist es dann wohl auch kein Zufall, dass genau in dieser Gegend die eindrucksvollsten Felsgravuren des Tals zu finden sind. Deren Anfänge gehen über 12000 Jahre zurück und um die 300000 sind wohl Valle-Camonica_incisionikatalogisiert. Wie steinzeitliche “Plakatwände” reihen sich die zig Meter langen, von eiszeitlichen Gletschern blank geschliffenen Felsen im Nationalpark von Naquane, oberhalb von Capo di Ponte aneinander. Sie sind überzogen mit einigen der eindrucksvollsten Darstellungen von Jagd und Kampfszenen. Aber auch Alltagsgegenstände wir Schaufeln und Webstühle mischen sich darunter, ebenso wie abstrakte Muster und Formen, die wie Labyrinthe aussehen.Lambich-silvana Hier kann man Stunden lang die Phantasie schweifen lassen und versuchen zu ergründen was diese Steinzeitcomics wohl für Geschichten erzählen. Dabei könnte man fast das Wandern vergessen. Zunächst aber genießen wir nach so viel Kultur das geschmackvolle Ambiente des Bed & Breakfast “Casa Visnenza” und lassen den Nachmittag dort bei einem Glas Rotwein unter dem alten Nußbaum im üppigen Vorgarten ausklingen, bevor uns das erste mal auf dieser Tour ausgezeichnete lombardische Küche im Ristorante “Lambich” zu teil wird. Silvana, die (Küchen-)chefin ist voll in Ihrem Element und läßt es sich nicht nehmen zwischen den köstlichen Gängen mehrfach persönlich nach dem Rechten zu sehen.

Camonica-BornoSo gestärkt machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Borno. Der Weg folgt dem Haupttal. Durch Weinberge, immer mal wieder auf Fahrwegen und eher in Talnähe Borno-Altstadtschlendern wir dahin. Dass sich dabei auch immer mal wieder der Blick auf die Schnellstraße oder eine Industrieanlage auftut ist zu verschmerzen. Es ist eben kein pittoreskes Touristental, sondern eine Mischung aus Natur und moderner, teils eben auch industriell geprägter Kultur. Später steigen wir dann hinauf nach Borno, wo uns das B&B Zanaglio mit seinen meterdicken Mauern und rustikalen Zimmern erwartet. Von dort sind es nur 5 min. zur “Osteria al Cantini”. Ein GenussoBorno-Osteria-Al-Cantinirt, der bei sonst vom Nieselregen leergefegten Gassen rappelvoll ist. Ein gute Zeichen! In den Bruchsteinkatakomben zaubert der Chef köstliches aus dem Steinbackofen, aber auch kulinarisch anspruchsvolle Kompositionen wie die Lachsforelle mit Spitzkohlfüllung und Kastanienmousse.

Am folgenden Tag hat man die Wahl. Entweder über den Monte Altissimo, oder eher um diesen herum zurück ins Haupttal und von dort nach Gorzone. Wir empfehlen die zweite Variante, da diese die Querung eines Skigebietes und etlicher Jeeppisten vermeidet und wohl auch schneller zum Tagesziel, dem B&B “La Teiera” führt. Bereits beim AnmCamonica-Gorzonearsch fragen wir uns wo man in dem Weiler der von einer alten Burg überragt wird und der mit seiner Häuserfront förmlich am Rand einer kleinen Schlucht klebt, wohl ordentlich übernachten kann. Doch Carlo hatte mal wieder vorgesorgt. Das “La Teiera” erwies sich als Glücksgriff. Mitten in der Häuserfront über der Schlucht mit ihrem morbiden Charme eröffnet sich im inneren eine fast stylisch renovierte Herberge in der uns nicht nur ein direkter Schluchtblick vom Balkon erwartet sondern auch (Carlo sei Dank!) ein Salami, Käse, Rotwein Buffet, das den Schmerz nach unserer Monte Altissimo Überquerung schnell lindern sollte. Und schon lauert die nächste (Überlebens-)Frage. Wo bekommt man in diesem Weiler abends etwas zu essen? Alles was wir bei der Ankunft als Restaurant identifizieren konnCamonica-Gorzone-Schluchtten war geschlossen. Doch wir hatten die Rechnung ohne Francesca, die Wirtin des Agritourismo “Serec”, im Nachbardorf Angolo Terme gemacht. Nachdem wir uns an der einzigen großen Tafel niedergelassen hatten durften wir erst mal an den frisch geernteten schwarzen Trüffeln schnuppern, bevor Francesca nach einem herzlichen Empfang in Ihrer Küche verschwand um damit “Großes” zuzubereiten. Das “Serec” erwies sich also sofort als einer jener Orte an denen der Gast nach einer Minute weiss, dass er definitiv nichts falsch, aber viel richtig gemacht hat.

Camonica-Gorzone-Schlucht-1Zurück in Gorzone blicken wir vom Balkon in die Schlucht und damit auf den Weiterweg des morgigen Tages. Der führt nach Querung des türkisen Baches hoch zum Lago Moro, der wie ein Spiegel im Morgennebel vor uns liegt. Am See entlang und dann aufsteigend bis Anfurro schraubt sich der Weg nach oben in den Nebel. Ab hier wird es wieder eher zivilisationsgeprägt mit einigen Asphaltstücken. Es bietet sich daher an, ab Castelfranco den Bus zu nehmen um Camonica-Lago-Neroan unser heutiges Ziel, das kleine Städtchen Lovere am Lago di Iseo, zu gelangen. Gesagt, getan und damit mehr Zeit gewonnen um am Abend den Yachthafen auf sich wirken zu lassen und bei Angelo im Ristorante “La Campagnola” u.a. ein hervorragendes Carpaccio vom Pferd zu genießen. Für die Übernachtung sei das B&B “Giardino Sul Lago” empfohlen, das von Simonetta und Ihrem Mann liebevoll geführt wird. Von ihrem sehr guten Frühstück gestärkt und mit der Kraft des Pferdes vom Vorabend in den Beinen machen wir uns in den beiden folgenden Tagen daran den Iseo See auf seiner ganzen Länge von 27 km zu erwandern. Auch wenn das in der Hügellandschaft am Westufer manchmal eine orieIseo-Seentierungsmäßige Herausforderung ist. Trotz der Teilung der Gesamtstrecke etwa in der Mitte und Übernachtung im sehr schönen Agriturismo “La Freschera” bei Parzanica ist man schon mal 8 Stunden pro Tag unterwegs. Oder gerne auch 9 wenn man wie wir im Hochtal bei Vigolo den richtigen Weg verfehlt und sich nach Bauchgefühl gen Süden “durchschlägt”. Doch die Teilstücke des Weges die wie eine Promenade hoch über dem See entlang führen, Alessandras Cansuncelli und ihr Brassato vom Esel(!) im “La Freschera” und die wunderschönen Tiefblicke auf Monte Isola entschädigen vielfach. Iseo-See-Monte-Isola-1Diese mächtige Insel im Iseo See beherrscht schnell das Panorama auf dem Weg nach Sarnico an der Südspitze des Sees. Sie ist die größte Insel in einem italienischen Binnensee und (fast) komplett autofrei. Nur der Pfarrer, der Arzt und der Inselpolizist haben ein Auto. Der Weg bis ins B&B “Centro Storico” in Sarnico zieht sich und auch am letzten Tag ist wieder erhöhte Aufmerksamkeit bei der Orientierung erforderlich bevor wir mit unseren Rucksäcken und Wanderstöcken, etwas deplatziert wirkend, durch die abendlichen Gassen der kleinen Altstadt von Sarnico schlendern können. Die ist überschaubar und Clusane-Al-Portoschnell erkundet. So bleibt Zeit für ein kulinarisches Highlight das Carlo für den letzten Abend vorgesehen hat. In Clusane am Südosttufer des Sees verbirgt sich die Trattoria “Al Porto” . Nomen est omen, direkt am kleinen Bootshafen gelegen, ist schon beim Anblick von außen zu sehen, dass hier Lago-Iseo-SpaghettiGutes zu erwarten ist. Im krassen Gegensatz zum Rest des im Nachsaisonschlaf liegenden Dorfes brodelt das kulinarische Leben in dem massiven, aus groben Bruchsteinen gemauerten Haus über drei Etagen. Dass der erste Eindruck nicht trügt wird spätestens Lago-Iseo-Tagliatelledann klar, als die rosa Tagliatelle mit Anchovis und Kapern auf den Tisch kommen. Geschmacksexplosion! Die werden dann nur noch von den Fischspezialitäten zum Secondo übertroffen, oder doch vom Tiramisu? Ein, wie wir meinen, würdiger Abschluss einer erlebnisreichen Woche im “Tal der Zeichen” sowie am und über dem Lago di Iseo!

Weitere Informationen zur Via Raetia gibt es bei der Associazione La Torricella. Und hier unsere Empfehlungen im Überblick (klick auf’s Bild!).:

Val-Camonica-Empfehlungen-2 Val-Camonica-Empfehlungen-1

Kann eine Bergwanderung auf einem Schiff enden? Über den Lago Maggiore vom Berg nach Hause - ein mediterranes Sensationskonzept im Tessin!

Lago-Maggiore-CanobbioEine Wanderung mit integrierter Kreuzfahrt? Kein Problem, am Lago Maggiore! Irgendwie hatte es uns seit langem gereizt einmal mit dem Schiff vom Berg nach Hause zu fahren. Die Panoramawanderung von Canobbio nach Cannero Riviera macht diese Premiere möglich. Dass wir dabei noch Carmine Superiore, das auch heute noch nur zu Fuß erreichbar ist, erkunden dürfen, setzt dem Konzept die Krone auf. Genau wie der Sundowner am Schiffsanleger von Cannero Riviera, einem Kraftort an dem Italiensüchtige schon mal Wurzeln schlagen. Aber eins nach dem anderen….

Cannobio-Lago-MaggioreZunächst verlassen wir unser Schweizer Domizil in Richtung Süden und machen uns auf nach Canobbio, jenem einst maroden Charme ausstrahlenden Dörfchen am Westufer des Lago Maggiore, das heute durch eine millionenschwer herausgeputzte Uferpromenade im positiven Sinn beeindruckt. Auf eben dieser wollen wir zunächst, wie immer wenn wir in der Gegend sind, eine ordentliche Dosis “Dolce farniente” inhalieren. Doch dieses Mal ist alles anders! Mit Wanderschuhen an den Füßen und einem Rucksack auf dem Rücken sind wir hier (gefühlt) etwa so deplatziert wie ein Gondoliere im Everest Basislager. Aber wir überleben den mentalen Spiessrutenlauf über die wunderschöne Seepromende ohne Anfeindungen und suchen dann doch schnell das Weite in Richtung Hinterland, wo uns an der Straße ins Val Canobbina der Einstieg in eine wunderschöne Hangwanderung nach Cannero Riviera erwartet.

Es ist schon erstaunlich wie schnell uns der Weg von der touristisch durchgestylten Piazza von Canobbio in eine mediterrane Kulturlandschaft, nur wenige hundert Meter über demLago-Maggiore Lago Maggiore, empor katapultiert. Eben alles eine Frage der Perspektive! Hat man sich erst 20 Minuten Aufstieg auf dem alten Saumpfad oberhalb von Canobbio gegönnt, blickt man unversehens “herab” auf all die Touristen die, wie wir noch vor einer halben Stunde überzeugt waren sich an einem der schönsten Plätze rund um den Lago Maggiore zu befinden. Nun wissen wir, der liegt 200 Meter höher! Grandios, der Blick bis an das Nordende des Sees, noch über Ascona, dem tiefst gelegenen Ort der Schweiz hinweg, bis zum Pizzo di Vogorno, der schon jetzt neue Ideen für Touren hoch über dem Verzascatal reifen lässt. Aber stopp!

Carmine Superiore, ein Besuch im 14. Jahrhundert, hoch über dem Lago Maggiore.
Jetzt absorbieren wir erst im Hier und Jetzt die sensationellen Eindrücke der heutigen Genusstour. Dass wir uns in einer alten Kulturlandschaft bewegen ist unverkennbar. Überall Stützmauern früherer Ackerterrassen und eine Mulattiera die sich bis ca. 300 Höhenmeter über den See hinaufzieht und die über weite Strecken auch mit einem Geländewagen befahrbar Carmine-Wanderwegwäre. Immer wieder führt uns der Weg an sensationell gelegenen Rustici vorbei, die wenn auch über Asphalt erreichbar, der Vorstellung vom mediterranen Traumwohnsitz sehr nahe kommen. Immer wieder warten an der nächsten Ecke neue Überraschungen, wie etwa in Mulinesc, kurz vor dem höchsten Punkt der Tour gelegen. Da steht doch tatsächlich eine alte Mühle mitten am Berghang! Liebevoll restauriert und offensichtlich in der Hand eines kunstbeflissenen Eigners. Carmine-Superiore-Lago-MaggDarauf deutet zumindest der ehemalige Mühlstein hin, der in ein Kunstwerk im Garten integriert ist und der das mediterrane Traumpanorama durch einen künstlerischen Akzent perfektioniert. Wer nicht mit einer solchen Immobilie gesegnet ist kann sich  zumindest eine mieten.

Doch der Höhepunkt sollte noch folgen: Carmine Superiore. Nur zu Fuß erreichbar. Ein verschlafenes Bergnest, das einem sofort eine lebendige Vorstellung vermittelt wie beschwerlich das Bauernleben hier, dreihundert Meter über dem See und in Mitten der Ackerterrassen früher gewesen sein muss. Zentraler Punkt ist die auf einen Felssporn gebaute Kirche aus dem 14. Jahrhundert,  mit Ihren schönen Fresken. Etwas düster kommt Sie im Kontrast zum gleissenden Licht über dem Lago daher.Carmine-PanoramaZumal wenn man sich vor Augen hält dass sie im 15. Jahrhundert eine Zufluchtsstätte für Pestkranke war. Umso mehr entschädigt der 180 Grad Panoramablick über den Lago Maggiore, der sich vom kleinen Vorplatz der Kirche bietet. Und das obwohl an diesem Ort früher der Friedhof war.

Die Inseln der Metzgersöhne.
In leichtem Auf und Ab schlängeln wir uns weiter gen Süden. Die kunstvoll aufgeschichteten Trockensteinmauern strahlen die Mittagshitze Catelli-di-Canneroauf den Wanderer ab und bringen die Muskeln auf optimale Betriebstemperatur. Man könnte so weiter Wandern, ….. bis nach Rom. Doch der Traumblick auf die bald im See unter uns liegenden Castelli di Cannero bremst unseren Schritt. Die Geschichte dieser beiden Inselchen mit Ihrer Burgruine reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und beginnt mit fünf Metzgerssöhnen, die damaCannero-Rivierals die Bevölkerung am nördlichen Teil des Lago Maggiore terrorisierten. Von Terror keine Spur auf unserem Weiterweg. Ganz im Gegenteil! Langsam senkt sich der Weg in Richtung Cannero Riviera, das zwischen Palmen unter uns auftaucht. Im gleissenden Sonnenlicht des Nachmittags breitet sich der südliche Lago unter uns aus und wir können es kaum erwarten zur romantischen Uferpromenade dieses Kleinods hinabzusteigen. Über palmengesäumte Treppen schweben wir förmlich hinunter zum See.

Cannero-Riviera-AnlegerSolle es nun das bodenständige Ristorante “Europa” sein, oder das eher mondän herausgeputzte Hotel Cannero? Beide direkt am Schiffsanleger der “Navigazione del Lago Maggiore” gelegen, fällt uns die Wahl in Anbetracht unseres Outfits leicht. Bodenständig also….. und dennoch an einem Traumplatz mit Traumblick! Bei einer Lasagne von der “Brotzeitkarte” (es ist später Nachmittag) genießen wir die Wartezeit bis zum zweiten Teil des heutigen Genusskonzepts, der Kreuzfahrt!

Mit der “Helvetia” per Schiff nach Hause, eine Kreuzfahrt der Extraklasse!
Die “Helvetia”, offensichtlich ein schweizer Schiff, macht den Italienern alle Ehre und gereicht den Schweizern zur Schande. Dreißig Minuten Verspätung! Es hätten auch sechzig sein können….. An einem Ort an dem die Landschaft offensichtlich den für solche Situationen typischen germanischen Adrenalinausstoß unterdrückt! Und was dann kam sollte für alle Verzögerungen entschädigen. Eine Kreuzfahrt über den Lago Maggiore… in der Abendsonne, inklusive etlicher Besuche malerischer Häfen beidseits des Sees. 360 Grad Traumpanorama! (Klick auf die Fotos!)Lago-Maggiore-Brissago-PanoSo gleiten wir dahin von Dorf zu Dorf in Richtung Brissago Inseln, mit ihren endemischen Pflanzen hinter denen sich unser Ziel, Ascona, in der Abendsonne räkelt. Und darüber ragt schon spitz der Wegweiser unserer nächsten Tour empor, der Pizzo di Vogorno.  Er beflügelt die alpine Phantasie. Auch wenn bei seiner Besteigung eine Rückkehr mit dem Schiff eher schwierig werden dürfte!

Orta See, Walserpfade, Val Grande Nationalpark, Weltkulturerbe und ein liebevoll geführter Stützpunkt mit Berg-und Seeblick. Kann man das alles gleichzeitig haben?

Orta-San-Giuglio-Klosterins Es ist schon eine gewagte Kombination die wir uns dieses Mal vorgenommen haben, rund um den Orta See mit seiner malerischen Klosterinsel….. Bergtouren südlich des Monte Rosa sollten darin genauso vorkommen wie romantische Abende am See, möglichst mit kulinarischen Highlights! Und ohne einen Besuch im Val Grande Nationalpark wären wir auch nicht zufrieden gewesen. Kultur in Form von Walserdörfern und –pfaden durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen. Und dass der Sacro Monte di Varallo inzwischen zum Weltkulturerbe erhoben wurde, machte ihn zum “Muss”. Selbstredend, dass die Unterkunft Berg- und Seeblick bieten musste und bezüglich ihrer Lage sofort Tiefenentspannung auslösen sollte. Geht so etwas? …..haben wir uns gefragt.

Die Oase über dem Orta See

Orta-See-Casale-Baltera-BliEs geht! Im Bed & Breakfast Casale Baltera unterhalb von Armeno, inmitten der  Hügel östlich des Orta Sees. Doch der Platz im üppigen Grün mit Blick auf die Bergketten über dem Val Sesia und dem Stronatal will “erkämpft” sein. Der kurze Schotterweg bis zum ehemaligen Bauernhof in Panoramalage sorgt nicht nur dafür, Casale-Baltera-Orta-Seedass man sich fragt, wann die Stossdämpfer des Wagens eigentlich zuletzt erneuert wurden, sondern auch für eine himmlische Ruhe, die einen sofort befällt, wenn man sich an dem von Weinreben überdachten Sitzplatz oder im Liegestuhl mit Panoramablick niederlässt. Marisa und Francesco haben hier über Jahre und Stück für Stück die Ruine eines Bauernhauses wiederauferstehen lassen und führen es heute als B&B in geradezu liebevoller Weise. Das wird schon beim Empfang deutlich. Ohne vorherigen Aperitivo unter Weinreben kommt man gar nicht erst in eines der fünf Zimmer. Der Blick in die Abendsonne, die gleissend über den piemontesischen Vorbergen und dem Ortasee steht, trägt sein Übriges dazu bei, dass man schnell mit den beiden ins Gespräch kommt. Und da geht es natürlich Orta-See-Panorama-1sofort um die besten Tipps für Berg und Tal. Francesco ist der Mann für die Berge. Er ist ein wandelndes Lexikon, wenn es darum geht die spannendsten Touren in der Gegend zu diskutieren und schon mal den einen oder anderen Hüttenwirt der Gegend zu motivieren zusätzliche Gäste zu beherbergen. Kein Wunder, ist er doch als staatlich geprüfter Guide unterwegs und bietet seine Dienste rund um den Ortasee auch professionell unter dem “dem Motto “Buoni Sentieri” an.

Walserhoefe-Val-VognaDieser Name ist Programm und so kristallisieren sich schnell Touren ins Val Vogna, das wir schon von früheren Touren her kennen, heraus. Und wo die prähistorischen Schalensteine im Val Grande zu finden sind, die wir bei unserer letzten Tour nach Pogallo verpasst haben, verrät er mir auch. So lassen wir den Tag ausklingen in freudiger Erwartung dessen was uns an dem gastlichen Ort noch erwarten sollte. Und dafür ist Marisa zuständig. Schon ein Blick auf das liebevoll hergerichtete kleine Frühstücksbuffet lässt erkennen, dass sie genau weiss, was dem hungrigen Wanderer in Spe am Morgen Kraft verleiht. Da kommen dann schon mal Weissbrote mit geschmolzenem Gorgonzola und Walnussstückchen auf den Tisch, oder eine Pancetta die die volle Duftbreitseite der piemontesischen Kräuterwelt versprüht. Und dennoch, es fällt schwer das Frühstück länger auszudehnen. Der traumhafte Blick über einen Teil des Sees und die grünen Berge, den die vollständig verglaste Front des ehemaligen Kornspeichers frei gibt, sorgt dafür. Man muss einfach raus…. und zwar nicht weil es drinnen nicht schön wäre, ganz im Gegenteil.

Lago-Cppezzone-PanoramaAber draußen erwartet uns eben der Bergteil des Konzeptes. Zugegeben, die Täler und Bergwanderspots wollen zunächst mal “erfahren” sein. Und doch ist die Anfahrt auf malerischen Straßen die oft in den hinteren Tälern gefühlt gerade mal 0,8 spurig sind,Val-Grande-Schalenstein-Alp ein Erlebnis und Teil dieses etwas anderen Bergwanderkonzepts. Und sie führen uns an so schöne Plätze wie das Val Vogna mit seinen von der Sonne schwarz gegerbten Walserhöfen, oder in das bekannte, nur noch im Sommer bewohnte Campello Monti am Ende des Stronatals, wo die Grande Traversata delle Alpi mit Unternehmungen auf Walserwegen lockt. Da tun sich dann Panoramen auf die vom hinteren Strona Tal bis in die Poebene reichen!

Magisches erkunden wir schließlich auf Francescos Rat im Val Grande Nationalpark. Es gibt sie also doch, die prähistorischen Schalensteine auf der Alpe Pra, die wir beim letzten Besuch dort nicht finden konnten. Und das obwohl sich, wie sich nun unter fachkundiger Anleitung zeigt, die geheimnisvollen Muster auf einem markanten Felsblock unterhalb derFrancesco-Casale-Baltera Ruinen der Alpe Pra befinden. Hier wurden wohl die Menschen in prähistorischer Zeit vom Panorama über den südlichen Lago Maggiore und den Orta See so beeindruckt, dass sie einen Kultplatz anlegten und den Felsen mit geheimnisvollen Vertiefungen ausstatteten. Was genau dahinter steckt, daran scheiden sich bis heute die Geister. Einig sind wir uns hingegen, als wir beim Sundowner in die Abendsonne blinzeln und uns Francesco ungefragt mit einer Holzkiste voller “Krüschtli” einem knusprigen, fladenartigen Walsergebäck beglückt. Marisas Vorfahren waren Walser und so verwundert es nicht, dass Ihre Mutter ab und zu ein Kischtli Krüschtli vorbeibringt. Dass Franceso diese Leckerei “hemmungslos” mit uns teilt verwundert da schon eher, spricht aber nur ein weiteres Mal für die überragende Gastfreundschaft, die wir an diesem schönen Ort genießen durften.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...