Muss man auf einsamen Almen hungern? Wir treten den Gegenbeweis an!

Das Val Vogna liegt inzwischen tief unter uns und es wird Zeit eine Mittagsrast mit Monte Rosa Blick zu planen. Wie geschaffen für dieses Konzept liegt Sie da, zwischen zwei kleinen Seen und eingebettet in unerwartet flache saftige Wiesen. Die Alpe Maccagno, vier steinerne Almgebäude die Ihren Schätze binnen kürzester Frist preisgeben sollten!Alpe-MaccagnoWir  wissen von einer früheren Tour in diesem Bereich der Grande Traversata delle Alpi, dass uns noch eine imposante Blocklandschaft und 2 leichte Pässe “bevorstehen”, bevor wir das Rifugio Alfredo Rivetti erreichen werden.  Grund genug sich am großen Tisch zwischen den Hütten niederzulassen und den Seeblick zu genießen!  Alpe-Maccagno-Val-Vogna Die Alpe Maccagno, auf 2188 zuhinterst im Val Vogna, einem der Walsertäler südlich des Monte Rosa gelegen, ist einer dieser Orte die einen spontan anziehen. Und wenn Alpe-Maccagno-Seedann auch noch eine so freudige Überraschung wartet, die schon bei der herzlichen Begrüßung durch die drei Älpler beginnt, dann steht der perfekten Rast nichts im Wege. Die beiden kleinen Seen und der Blicke auf den nachmittäglichen Aufstieg zum Passo del Maccagno geraten zur Nebensache als wir in die “Verhandlungen” über das kulinarische Programm einsteigen. Verhandlungen deshalb, weil es sich hier nicht um eine bewirtschaftete Alm handelt, sondern alle kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Alpe-Maccagno-Buffetpersönlichen Bestand der Älpler kommen.  Allerdings steht doch sehr schnell ein viertel Laib Toma Käse auf dem Tisch. Er wird begleitet von einer herzhaften Speckplatte. Dazu noch eine Salsiccia der feinsten Sorte. Und…kaum zu fassen an diesem abgelegenen Ort….frische Panini!  Nur beim Angebot gleich einen Liter Rosso dazu zu nehmen zögern wir. Aber nur ganz kurz! Eins ist schnell klar: Wir sind willkommen!

Am prall gefüllten Tisch genießen wir die Ruhe dieses Ortes und machen uns nochmal bewusst, wie hart diese Köstlichkeiten auf der Alm Alpe-Maccagno-1899erarbeitet sein wollen. An einer der Türen zeugt die eingemeißelte Jahreszahl “1899” davon, dass hier schon mehrere Generationen ge- oder besser überlebt haben. Die hatten es sicher nicht so leicht wie wir, die wir doch eher als “Konsumenten” durch die Berge ziehen.

Die 3 Älpler sind völlig entspannt und strahlen diese Ruhe auf uns ab, während das letzte Stück Toma dran glauben muss. Erst als die Salsiccia die Hütehunde mehr und mehr nervös macht bricht eineAlpe-Maccagno-Hund leichte Unruhe aus. Mit einem kurzen Ordnungsruf des Chefs ist dann alles schnell wieder im Lot uns sebst die Tiere geben sich der völligen Entspannung hin.  Wir finden es derweil von Minute zu Minute schwerer aufzubrechen und uns von diesem Ort zu lösen. Allerdings wissen wir, dass das Nachmittagsprogramm auf dem Weg zum Rifugio Alfredo Rivetti auch tolle Eindrücke parat hält!

Davon werden wir in Kürze hier berichten……

…”Der Weg”, Klassiker von E. Neubronner zu GTA und Val Vogna

…mehr schöne Touren auf der Grande Traversata delle Alpi

…das Rifugio Val Vogna, eine Oase südlich des Monte Rosa

…wer sind eigentlich die Walser?

…DER Führer für die GTA:

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Geschrieben von mountainzone am 21. Juni 2009 | Abgelegt unter GTA, Italien, Piemont, Täler | Keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

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Das "schwarze" Tal….. eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchste Haus Europas.

Walserhof-Peccia Der Talboden des Val Vogna liegt noch in tiefem Schatten, als wir uns im gleichnamigen Rifugio auf eine herrliche Tour über den Passo del Maccagno vorbereiten. Die Gipfelkämme dieses Seitentals des Val Sesia auf der Monte Rosa Südseite glühen bereits in der glasklaren Morgensonne. Daher fällt die Vorbereitung kurz aus. Uns zieht es nach draußen in dieses herrlich einsame Tal, das wir bereits von früheren Besuchen kennen. Das schwarze Tal nennt es Eberhard Neubronner in seinem sehr einfühlsam geschriebenen gleichnamigen Werk. Wer das gelesen hat, für den wird diese Wanderung die immer Peccia-Stadel wieder durch kleine Walsersiedlungen führt und Blicke auf die an den steilen Talflanken verstreuten Walserhöfe freigibt, zu einem besonders eindrucksvollen Erlebnis. Immer wieder stößt man auf schöne Relikte dieser alten Kultur. Der Gedanke an die Härte dieses Daseins in einer wunderschönen Landschaft in der den Menschen aber nichts nichts geschenkt wird folgt auf dem Fuße. Das ruft die Erzählungen der letzten “Alten” im Tal wach, die Neubronner so eindrücklich in seinem Buch festgehalten hat. Besonders der Weiler Peccia hat es uns angetan. Nur eine Hand voll Häuser und Walserhöfe die jedoch im vollenAufstieg-Val-Vogna-1 Blumenschmuck sogar im morgentlichen Zwielicht ein herrliches Bild abgeben. Da wird die Geschichte dieses Volkes, das ab dem 13. Jahrhundert unter anderem die Täler südlich des Monte Rosa von Norden her besiedelte, spontan wieder lebendig!

Kurz oberhalb von Peccia muss man sich entscheiden. Der Aufstieg Richtung Westen führt über das Rifugio Ospizio Sottile hinüber nach Gressoney St. Jean im Lystal, während der Weiterweg dem Richtung Süden verlaufenden Tal folgend über den Passo del Maccagno nach Piedicavallo führt.  Wir entscheiden uns für letzteres, bleiben auf der Route der Grande Traversata delle Alpi und steigen gemächlich in der kühlen Morgenluft die noch im Talgrund liegt der Sonne entgegen. Die schöne Mulatierra zu Beginn macht es uns leicht. Der Torrente Vogna, der Bach der dem Tal seinen Namen gab, ist ein stetiger glasklarer Begleiter. Aufstieg-Val-Vogna

Vorbei an saftig grünen  Inseln im Bachbett geht es zügig bergan. Die ausgewaschenen Felsgumpen laden immer wieder zu einem Badestopp ein. Doch der Blick auf die in der Sonne glänzenden Grate um uns herum ist stärker. Wir erinnern uns noch gut, wie schön auch der obere, steilere Teil des Aufstiegs ist. Hier führt der Weg über herrlich saftige Matten und je höher man steigt, desto eindrucksvoller wird der Blick zurück ins Tal. Immerhin etwa 1150 Höhemmeter sind zwischen Sant Antonio und dem 2495 Meter hohen Passo del Macagno zu überwinden.

Wir haben inzwischen den Schutz des Talbodens verlassen und steigen nun in der prallen Vormittagssonne auf. Da ist so manche Trinkpause angesagt um flüssigen Treibstoff nachzuladen. Und bei einer dieser Pausen ist es dann soweit! Die wenigen Schönwetterwolken machen den Blick frei auf das höchste Haus Europas, die Capanna Margherita auf der Signalkuppe des Monte Rosa. Capanna-Margherita In 4554 Metern Höhe trohnt dieser schwarze Holzbau, der heute u.a. ein höhenmedizinisches Labor beherbergt. Unglaublich, wie es sich die italienische Königin im Jahre 1893 nicht nehmen lies zur Einweihung der nach ihr benannten Hütte im Rock und höchstpersönlich auf die Signalkuppe zu steigen! Wir haben bescheidenere aber dennoch lohnende Ziele. Obwohl die Signalkuppe einen Ausblick auf 477 Gipfel bieten soll! Wir freuen uns stattdessen auf die Mittagsrast auf der wunderschön gelegenen Alpe Maccagno, bevor es dann durch eine eindrucksvolle Blocklandschaft weiter zum Rifugio Alfredo Rivetti geht.

 

…zu weiteren Touren auf der Grande Traversata delle Alpi

…”Der Weg”, Klassiker von E. Neubronner zu GTA und Val Vogna

…wer sind eigentlich die Walser? (mehr Bilder aus dem Val Vogna!)

…das Rifugio Val Vogna

Geschrieben von mountainzone am 24. Mai 2009 | Abgelegt unter GTA, Italien, Piemont, Täler | Keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

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Val Vogna: Ein Rifugio mit angeschlossener Kapelle, Walserkultur vor der Tür und das beste geschmorte Kaninchen südlich des Monte Rosa.

Sant-Antonio-Val-Vogna-Schi Das “schwarze Tal” kannten wir schon von früheren Besuchen. Und genau deshalb konnten wir nicht widerstehen unsere GTA Tour mit einem erneuten Besuch dieses genialen Ortes zu verbinden. “Schwarzes Tal”, so bezeichnet Eberhard Neubronner in seinem gleichnamigen Buch das Val Vogna, ein herrliches einsames Tal südlich des Monte Rosa, wenige Kilometer von Alagna Val Sesia entfernt. Hier verbindet sich grandiose Natur mit 4000er Blicken, der  Kultur der Walser und dem Charme italienischer Gastfreundschaft in einem uns bereits bestens bekannten Rifugio.

Wir haben schon einige eindrucksvolle Impressionen unserer heutigen Etappe auf der Grande Traversata delle Alpi im Kopf Rifugio-Val-Vognaals wir den Weg von Alagna Val Sesia bis nach Riva Valdobbia per Bus abkürzen. Die Vorfreude auf das Rifugio Val Vogna im Weiler Sant’ Antonio auf 1381m ist so stark, dass wir unsere geballten Italienischkenntnisse mobilisieren um den Chef des Hause per Telefon zu überreden uns in Riva abzuholen. Das spart eine gute Stunde auf dem asphaltierten Talsträßchen und verlängert somit das zu erwartende Genußerlebnis. Wir sind schließlich erfolgreich und treffen motorisiert und damit nicht ganz stilecht im Weiler Sant’ Antonio ein.

Hier erwarten uns die eindrucksvolle Kombination alter Walserhöfe, die St. Antoniuskapelle mit Ihrer schönen Fassadenbemalung und das Rifugio Val Vogna. Letzteres strahlt Dank der Rifugio-Val-Vogna-Granitdaeengagierten Besitzer unmittelbare mediterrane Gastfreundschaft aus. Liebevoll restauriert, wie zum Beispiel die gemalten Fensterläden auf der Fassade zeigen, bietet es eine erstklassige und authentische Übernachtungsmöglichkeit auf der GTA und auch auf dem großen Walserweg, der hier mit der GTA zusammentrifft.  Die Walserhöfe und die Kapelle in direkter Nachbarschaft laden noch vor dem Abendessen zu einem Spaziergang in die Vergangenheit ein. Der Blick auf die Grantilandschaft der Steindächer von Sant’ Antonio erzeugt die richtige Muße am Ende eines eindrucksvollen Tages. Wer  “Das schwarze Tal” gelesen hat kann sich dabei richtig in die letzten im Tal verbliebenen Charaktere,Menue-Rifugio-Val-Vogna die Eberhard Neubronner in seinem Buch so eindrucksvoll beschreibt, hinein versetzen. Ein heute vergessenes Tal in dem das Überleben ein harter Kampf war und für einige wenige heute noch ist….

Uns stehen weniger harte Zeiten bevor. Wir freuen uns, mit einem Glas Rotwein in der Hand auf der Bank vor dem Haus sitzend auf die zu Dolcetto-Papa-Celsoerwartenden kulinarischen Höhepunkte. Klassischer Beginn ist eine herrliche Pasta, gefolgt von dem besten Kaninschenschmorbraten  südlich des Monte Rosa. Das butterzarte Fleisch zeugt von einer liebevollen Zubereitung mit allen Wildkräutern die das alpine Tal hergibt. Dazu traditionell eine cremige Polenta, Mangold und Insalata. Und über all das wacht “Papa Celso”  der  Namensgeber des erstklassigen Dolcetto aus dem Hause Abbona, den der Gambero Rosso mehrfach mit drei Gläsern ausgezeichnet hat. Wüssten wir nicht, dass uns morgen Kaiserwetter und eine unserer Lieblingsetappen auf der nördlichen GTA erwartet, wir blieben glatt noch einen weiteren Tag hier…..

Rifugio-Val-Vogna-SchildAm Ende siegt doch noch die Vernunft und wir ziehen uns zu nächtlicher Stunde in das gemütliche Lager direkt unter dem tonnenschweren Granitdach zurück. Schließlich wissen wir von früheren Besuchen bereits welches eindrucksvolle Bergerlebnis uns am nächsten Tag erwartet. Und da wollen wir natürlich hellwach sein!

wer sind eigentlich die Walser?

mehr Wanderungen auf der Gande Traversata delle Alpi

Geschrieben von mountainzone am 2. Mai 2009 | Abgelegt unter GTA, Hütten, Italien, Piemont, Täler | Keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

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Von Rima über den Colle Mud ins Val Vogna. Ein digitales Höhenprofil auf Walserwegen südlich des Monte Rosa.

RimaDen kulinarischen Boxenstop im “Grillo Brillo”, der angeheiterten Grille, in Rima hatten wir bestens überstanden als wir am nächsten Morgen versuchen den Colle Mud zu lokalisieren. Der bildet den Scheitelpunkt unseres heutigen Weges hinüber nach Alagna Valsesia.

Die tief hängenden Nebelschwaden die das konsequent verhinderten sollten zum Tagesprogramm werden….  Diese Etappe auf der Grande Traversata delle Alpi hat ein für den nördlichen Teil typisches “digitales” Höhenprofil: Zwei Talorte und dazwischen ein Pass. 1000m rauf und 1000m runter. Getreu dem Motto “What goes up, must come down!”

Zunächst gemächlich und dann immer steiler windet sich der gute historische Verbindungspfad zwischen Rima und Alagna in Richtung GTA_Colle Muddes 2324 Meter hohen Colle Mud empor. Der Nebel hat uns heute fest im Griff. Und das auf einer Etappe, die wohl die besten Einblicke in die Monte Rosa Ostwand bietet, wenn der Wettergott es will…. Aber auch die dramatischen Wolkenspiele haben was für sich und so trotten wir hoch, den Blick eher auf die nähere Umgebung und die interessanten Stimmungen konzentriert die diese Wetterküche schafft. Rima verschwimmt unter uns in schemenhaftem Grau….

Umso erfreulicher, dass wir kurz nach dem Colle Mud nicht ganz unerwartet auf eine Oase stoßen. Das Rifugio Ferioli klebt auf 2264 Metern am Steilhang. Als wir Rifugio Ferioli die aus der alten Alpe Mud entstandene Hütte betreten dampfen vor den wenigen Gästen bereits die Teller mit einer köstlichen Minestrone. Schon wieder Nebel! Diesmal allerdings einer der genüsslichen Art. Der Gast hat hier eigentlich nur zwei Optionen. Entweder er bestaunt auf der Terrasse das gigantische Monte Rosa Panorama, oder er nutzt den Schutz der Hütte um bei dem uns vergönnten “Sauwetter” Minestrone und Pasta  von bester Qualität zu genießen und das dann notgedrungen auch nicht schlecht zu finden. Genial ist natürlich die Kombination!

Auch das Warten in der gemütlichen Hütte hilft nichts. Der Wettergott hat kein Einsehen. Rifugio FerioliSo machen wir uns an den steilen Abstieg nach Alagna Valsesia. Hier hat uns der moderne piemontesische Tourismus wieder. Darüber kann auch der altehrwürdige Gasthof (!) Monte Rosa, den wir beim “Einmarsch” passieren nicht hinwegtäuschen. Der Ort hat eine wechselvolle (Tourismus-)geschichte hinter sich die geprägt ist von Erschließung und Schließung. So hatte Alagna z.B. die erste kuppelbare Kabinenbahn der Welt. Erbaut 1947! Viele der Liftanlagen, die in den Rifugio Ferioli mit Colle Mud 1940er und 50er Jahren  entstanden wurden nicht konsequent weiterbetrieben und modernisiert. So war es ein stetiges auf und ab bei dem man so manches mal den Trend der Zeit verschlief. Heute ist der Monte Rosa die touristische Lebensader des Ortes. Trotz aller Infratruktur  gibt es noch viele schöne Relikte der Walser, z.B. die schönen Walserhöfe, die einen im oberen Talschluß begrüßen, noch weit bevor man das Dorfzentrum  erreicht. Dieses Volk besiedelte Alagna im 13. und 14. Jahrhundert. Von Carcoforo und Rima kommend benutzten die Walser schon Gasthof Monte Rosa Alagna Val Sesiadamals unsere GTA Route der vergangenen Tage. Einen Cappuchinostopp mit Blick auf das rege Treiben auf der Hauptstraße und einen Rundgang über den eindrucksvollen Friedhof mit seinen mit Granitschindeln gedeckten Grabmonumenten gönnen wir uns, bevor wir die drei Staßenkilometer nach Riva Valdobbia mit dem Bus abkürzen. Hier befindet sich der Einstieg zum Val Vogna, dem “Schwarzen Tal” wie es Eberhard Neubronner , der Literaturpreisträger des Deutschen Alpenvereins in seinem eindrucksvollen gleichnamigen Buch beschrieben hat. Und dort erwartet uns das wunderschöne Rifugio Valle Vogna.

zur angeheiterten Grille von Rima

Einstieg in die GTA: Vom Orta See nach Campello Monti

mehr Touren auf der Grande Traversata delle Alpi

mehr über die Walser

Geschrieben von mountainzone am 26. April 2009 | Abgelegt unter GTA, Hütten, Italien, Piemont, Täler | Keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

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Vom Val Lavizzara zum “Cerro Torre” des Tessin

Zugegeben, der Vergleich mit dem Riesen in Patagonien ist gewagt! Aber trotzdem erinnert mich der 2558 Meter hohe Pizzo del Prevat zwischen dem Val Lavizzara und der Laventina immer wieder an die schroffen Spitzen des Cerro Torre.

Fusio-Palazzi Als wir in Fusio aufbrechen steht uns dennoch kein rauher Weg in extremem Klima bevor, sondern ein herrlicher Aufstieg der durch saftig grüne Wiesen und im unteren Teil auch Wälder führt. Gut 1000 Höhenmeter wollen überwunden sein, bevor wir das Panorama am 2318 Meter hohen Passo Campolungo genießen können. Im unteren Teil richtet sich der Blick zunächst jedoch nochmal talwärts wo die schönen Palazzi in Fusio und der grüne Talboden des Val Lavizzara  die Szenerie dominieren.  Etwas weiter bergan Val-Lavizzara-Fusiogewährt der Pfad im lichten Bergwald auch einen Rückblick auf das Finale des Vortages, an dem wir von der Capanna Cristallina herüber kamen. Der tiefblaue Lago del Sambuco kommt als blaues Band hinter seiner massiven Staumauer ins Blickfeld. Ein von Menschen gemachter Eingriff, aber aus der Heliperspektive Aufstieg-Passo-Campolungodoch irgendwie schön. Von unverbauten Gebirgsbächen begleitet steigen wir weiter auf und genießen die satten Farben und das üppige Grün, das beim heutigen Kaiserwetter noch intensiver leuchtet als sonst. Da wird der Weg hinauf über die Alpe Pianascio zum Traumpfad.

Aufstieg-Fusio-Passo-CampolIm oberen Teil recht steil, erreichen wir den Passo  Campolongo. Von der Passhöhe schweift der Blick über die von Bachläufen durchzogene und  brettebene gleichnamige Alm, die etwa 250 Meter tiefer liegt. Am Gegenhang trohnt oberhalb der Ebene auf Felsen die Selbstversorgerhütte Capanna Leit. Bevor wir jedoch die kleine Hochebene erreichen gilt es noch mit voller Konzentration über einige steile Schneefelder abzusteigen. Direkt unter dem Pass kraxeln wir über interessante geologische Formationen. Stellenweise ist der Fels fast weiß und sieht aus der Ferne eher aus wie Beton. Passo-Campolungo

Die Querung der blühenden Bergwiesen der Alpe Campolongo ist nach dem steilen und felsigen Abstieg ein Genuss. Und beim Blick zurück ist er plötzlich da, der Cerro Torre. Über den Wiesen steht die Capanna-Leitmarkante Pyramide des Pizzo del Prevat. Dieser herrliche Platz schreit nach einer Rast. Wir wissen, dass noch ein kurzer steiler Abstieg zum Lago Tremorgio bevor steht bevor wir unser heutiges Ziel, die  gleichnamige Capanna erreichen. Dem auf 1770 Metern gelegen See und der etwas erhöht an seinem Ufer liegenden Hütte nähern wir uns schließlich aus der Heliperspektive. Pizzo-CampolungoDas blaue Seeauge ist heute von einem Sandstrand eingerahmt. Ein sicheres Zeichen, dass das Kraftwerk in Rodi hier ordentlich Wasser zur Energiegewinnung abgezapft hat.

Die Hüttenterrasse bietet Seeblick und Seilbahnanschluss in 30 Metern Entfernung. Klar, dass man hier auf all die Ausflügler trifft, die in der Vierergondel über einer senkrechte Steilstufe aus der Laventina heraufschweben. Das tut dem Genuß aber keinen Abbruch als wir den Nachmittag bei einem kühlen Drink mit (Berg-)seeblick beschließen. Und um 19.00 Uhr wird es dann endgültig still, nachdem die GondelLago-Tremorgio die letzte “Viererseilschaft” ins Tal befördert hat. So genießen wir mal wieder die volle  Aufmerksamkeit und Gastfreundschaft unser Hüttenwirte und nebenbei auch ein sehr gutes Brasato con Polenta. Und da sich die morgige Abschlußwanderung auf die 30 Meter zur Seilbahn beschränkt haben wir auch keine Sorge den Abend mit so einigen Gläschen Merlot del Ticino zu beschließen.

Die Antica Osteria Dazio in Fusio

Von der Capanna Cristallina nach Fusio

Vom Valle Maggia ins Valle Vergeletto und weiter ins Centovalli

Geschrieben von mountainzone am 5. April 2009 | Abgelegt unter Gipfel, Schweiz, Tessin, Täler | Keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

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Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

FusioDarauf hatten wir uns schon während der ganzen 1250 Höhenmeter des Abstiegs vom Passo del Naret gefreut: Ein kühles Bier auf der herrlichen Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio! Und dann ein Rundgang durch Fusio, dieses romantische Dörfchen zuhinterst im Valle Maggia, oder Val Lavizzara, wie dieser Teil heißt. Und dann ein entspanntes Dinner mit Köstlichkeiten aus Claudios Küche.  Und dann…. der Reihe nach…

Beim Abstieg vom Lago Sambuco werden wir erst mal daran erinnert, dass das Leben in diesem Fusio-Holzhausabgelegenen Talschluß  nicht nimmer so süß war.  Es trieb frühere Generationen wie in so vielen Tälern der Südwestalpen sogar in die Emigration. Vor allem die USA waren ein beliebtes Ziel. Aber einige konnten nicht lassen von Ihrer alten Heimat und kehrten mehr oder weniger wohlhabend zurück. Das schlug sich dann im Baustil der Häuser nieder, wie am Rand von Fusio noch heute zu sehen. Hier kann man einen interessanten Mix aus Tessiner Steinhaus und Südstaaten Architektur mit Holzbalkonen bewundern. Wir ziehen dennoch Fusio-Palazzoschnell weiter hinunter in den alten Ortskern von Fusio, der pittoresk am Hang klebt. Die Osteria Dazio ist schnell gefunden. Sie bildet eine bauliche Einheit mit der Dorfkirche. Man speist und übernachtet fast Wand an Wand mit der Mutter Maria! Wenn das kein gutes Omen ist….. Die Sonnenterrasse mit Blick auf die mit morbidem Charme am Sonnenhang aufgereihten Häuser, die Teils wie kleine Palazzi wirken, ist legendär. Bergfreunde werden allerdings eher hinüber in Richtung des Pizzo Campo Tencia Massivs blicken, dessen Ausläufer Fusio um bis zu 1700 Meter überragen. Die Osteria Dazio geht zurück auf den Tischler Luigi Dazio, der das Haus 1880 kaufte. Noch heute erzählt die heimelige Antica-Osteria-Dazio Atmosphäre des Speiseraumes mit seinen 6 Tischen von der Kunst des Mannes. Wohin der Blick auch schweift, überall dunkle Holzvertäfelungen. Und bei genauem Hinsehen entdeckt man noch ältere Relikte, zum Beispiel denFusio-Osteria-Dazio-Herd Steinofen aus dem Jahre 1818 den Claudio Sollberger, der heutige Patron geschickt ins Frühstücksbuffet integriert! Vor dem Abendessen lassen wir Fusio bei einem Rundgang auf uns wirken. Wenn die Tagestouristen, die über die hier endende Straße in einer knappen Stunde vom Lago Maggiore hoch kommen weg sind, dann hat man das Dörfchen fast für sich und es ist wieder möglich sich vorzustellen, wie hart es gewesen sein muss der rauhen Bergwelt diese Siedlung abzutrotzen. Da haben wir es heute besser, als wir unter der Eingangsempore des Gastraumes der Osteria zum Abendessen Platz nehmen. Eine hervorragende Auswahl von Käse derFusio-Osteria-Dazio umliegenden Almen, hausgemachte Teigwaren und auch das Filetto vom Grill überzeugen sofort. Das lindert den Schmerz der zurückliegenden acht stündigen Tour , herüber von der Capanna Cristallina, mit Ihren wohl insgesamt 1500 Metern Abstieg. Trotz einer gewissen Erschöpfung lassen wir das Dinner  und den interessanten Gastraum mit der Empore an diesem Abend noch lange -unter Rotweineinfluss- auf uns wirken, bevor wir das Lager beziehen. Fusio-Osteria-Dazio-1Neben den schönen meist holzgetäfelten Zimmern hat man hier die Möglichkeit die Nacht stilecht direkt unter einem Dach aus Tonnen von Tessiner Granit zu verbringen. Aber die massiven Baumstämme, die es tragen geben uns das Vertrauen, dass da auch bis zum nächsten Morgen nichts passiert und wir uns planmäßig und unverletzt auf den Weg hinüber in die Laventina machen können. Wir werden in Kürze an dieser Stelle darüber berichten…..

Aus dem Val Bedretto zur “Designerhütte” Capanna Cristallina

Über den Passo del Naret nach Fusio

Vom Valle Maggia ins Centovalli

Geschrieben von mountainzone am 14. März 2009 | Abgelegt unter Hotels, Restaurants, Schweiz, Tessin, Täler | Keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

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