Die Capanna Cristallina - architektonische Meisterleistung, oder "Zigarrenkiste" mit Basodinoblick?

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Die Antwort auf diese Frage muss sich jeder selbst ersteigen, in 4 Stunden und auf 1200 Höhenmetern. So weit ist es von Ossasco im Val Bedretto herauf zu dieser in mehrfacher Hinsicht ...

Wandern in der vertikalen Felswand? Die Ruta del Cares in den Picos de Europa macht's möglich!

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Soviel vorweg: Es ist ein Sensationsweg! Was da in Asturien und León, nicht einmal 20 km Luftlinie von der spanischen Nordküste und dem Atlantik entfernt auf den Wanderer wartet, verschlägt einem schier ...

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

Das Val Bavona, ein Seitental des Maggiatals, hat es uns seit langem angetan. Der etwa 10 km lange Talboden zwängt sich zwischen Steilwände, die hunderte von Metern hoch sind und in ...

“Erstbegehung” im Tal der Zeichen: Auf der Via Raetia durch das Valle Camonica zum Iseo See.

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Ein Tal mit Felsgravuren die zum Unesco Weltkulturerbe erhoben wurden, ein malerischer See mit der größten Insel in einem italienischen Binnengewässer und alles angereichert mit hervorragender lombardischer Küche. In dem Umfeld kann ...

Aus dem Mairatal in den Kessel von Elva. 3000er Blick,  Freskenzyklen, Haarjäger und ein botanisches Rätsel: Eier die im Garten wachsen.

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Eine Genusstour für alle Sinne sollte es werden! Und doch können wir die Erlebnisdichte dieser Etappe des Mairawegs, einer der kürzesten, am Morgen als wir in San Martino aufbrechen nur erahnen. Sanft ...

Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

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Ganz unbekannt sind sie ja nicht, die beiden Täler im Hinterland des Lago Maggiore! Aber die Topografie sorgt, wie so oft im Tessin, dafür dass selbst traumhafte Orte quasi unberührt bleiben. Die ...

Vom Val Malenco zur Forno Hütte - Gletscherpanorama deluxe!

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Das Frühstück in der Albergo Chiareggio halten wir kurz. Schließlich lockt draußen Kaiserwetter und ein  herrlicher Übergang in die Schweiz, der Forno Paß (2768m). Nach 10 Minuten endet die Fahrstraße im wunderschönen ...

Die Südalpen und den Lago Maggiore im 360 Grad Blick

Die Südalpen und den Lago Maggiore im 360 Grad Blick

Es gibt wenige Aussichtsgipfel in den Alpen die so ein Traumpanorama wie der Gridone (2188m) bieten und dabei vergleichsweise wenig frequentiert sind. Auf sehr schmalem Sträßchen schraubt man sich über Brissago am Lago ...

Mittelalterliches Flair in der Gondoschlucht- Hotel Stockalperturm

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Wenn man in Brig im Rhonetal, auf dem Weg zum Simplonpass das mächtige Stockalperschloss sieht, steigt unweigerlich die Vorfreude auf das, was einen auf der anderen Seite des Passes im Schweizer Grenzdorf ...

Die Trattoria 'Uomo Selvatico'; ....zu Gast beim Waldmensch von Chiavenna.

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Aus dem einsamen Savogno kommend, schafft es Chiavenna schnell trotz, oder gerade wegen seines kleinstädtischen Charakters und der mediterranen Betriebsamkeit  einer unserer Lieblingsorte südlich des Alpenhauptkammes zu werden. Schon der Weg ...

Über den höchsten Bahnhof Europas ins Puschlav....der ideale Einstieg für den Weg von Poschiavo nach Chiavenna.

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Es sollte diesmal die Bernina Südseite  sein. Wie meist war unser Tourenkonzept auf mediterrane Bergerlebnisse angelegt. Diesmal allerdings mit einem Einstieg für Eisenbahn- und Technikfreaks. Sicher ist es ein Leichtes den ...

Die Venus vom Orta See

Die Venus vom Orta See

Der Ortasee zählt sicher zu den "vernachlässigten" oberitalienischen Seen. Und das ist aus der Sicht des Genießers gut so! Orta San Giulio am Ostufer des Sees  bildet einen romantischen Ausgangsort z.B. ...

Val Grande Nationalpark: Der Südeinstieg. Mit Panoramagarantie vom Monte Rosa bis zum Apennin!

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Den Blick auf das höchstgelegene Haus Europas auf der Signalkuppe des Monte Rosa, den Lago Maggiore, die Borromäischen Inseln, den Orta See, den Lago di Varese, die Poebene und die Ausläufer des ...

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

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Darauf hatten wir uns schon während der ganzen 1250 Höhenmeter des Abstiegs vom Passo del Naret gefreut: Ein kühles Bier auf der herrlichen Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio! Und dann ein Rundgang ...

Das schwarze Tal..... eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

Das schwarze Tal..... eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

Der Talboden des Val Vogna liegt noch in tiefem Schatten, als wir uns im gleichnamigen Rifugio auf eine herrliche Tour über den Passo del Maccagno vorbereiten. Die Gipfelkämme dieses Seitentals des ...


Unterwegs im Trekkingparadies! Auf königlichen Jagdsteigen durch die Seealpen, rund um die Cima Argentera.

Zwei Nationalparks, zwei Länder, eine Unterkunft im Jagdschloss, kühn angelegte Militär- und Jagdwege und jede Menge Traumpanoramen, das alles begegnet dem Wanderer im Grenzgebiet zwischen italienischen und französischen Seealpen!

Rifugio-Valasco-Valdieri

Nur fünfzig Kilometer nördlich von Nizza, überragt von der 3297 Meter hohen Cima Argentera, erstreckt sich ein Trekkingparadies der Sonderklasse. Gesegnet mit spektakulären Wegen, traumhaften Panoramen und bestens geführten, teils geschichtsträchtigen Hütten und doch im deutschsprachigen Raum scheinbar mal wieder eine “Terra incognita”. Für uns gab es allerdings bei diesen Aussichten kein Halten mehr! Hatten wir doch den nahen Mercantour Nationalpark und die sensationellen prähistorischen Felszeichnungen im “Tal der Wunder”, nur 15 km südöstlich, noch in bester Erinnerung.

Königliche Wellness und ein Jagdschloss zum Einstieg der Umrundung der Cima Argentera.

Terme di Valdieri hatten wir als Startpunkt auserkoren. Lange schon wollten wir das einst mondäne Badeörtchen in Mitten der italienischen Seealpen, nahe Cuneo, einmal in Augenschein nehmen. Val-Valasco-SeealpenDer italienische König Vittorio Emanuele II verlieh diesem Ort mit seinen bis zu 75 Grad heißen Thermalquellen, in denen man auch heute noch planschen kann, ab Mitte des 19. Jahrhunderts einen besonderen Glanz. Damals boomte der Badetourismus, was sich auch an der zu dieser Zeit stattlichen Zahl von deutlich über dreitausend Einwohnern und der königlichen Grundsteinlegung für eine Therme im Jahre 1857 ablesen lies. Dieser Glanz ist den heute noch gut 900 Einwohnern etwas abhanden gekommen, auch wenn das örtliche SPA Hotel bemüht ist den Schein der königlichen Traditionen aufrecht zu erhalten. Rifugio-Valasco-SeealpenDen König interessierte damals allerdings vor allem die Jagd an den steilen Hängen des Val Valasco. Dafür scheute er keine Mühen und lies an einem traumhaften Platz im Talschluss ein eindrucksvolles Jagdschlösschen errichten. Heute eine bewirtschaftetes Rifugio und damit ein perfektes erstes Ziel nach wunderschöner Talwanderung. Rifugio-Valasco-JagdschlossDer Blick aus dem quadratischen Innenhof des “Schlosses” auf die umliegenden Gipfel im Talschluss ist herrlich und entfaltete genau die Motivation in uns, derer es bedurfte um die bestens ausgebauten Jagdsteige des Königs, die teils geradezu Wanderautobahnen gleichen, unter die Sohlen zu nehmen. Spätestens bei Ankunft im auf einer Aussichtskanzel gelegenen Rifugio Emilio Questa kehrt sich die Perspektive um. Heliblick in die Tiefe des Val Valasco! Was für ein Finale des Anreisetages!

… und plötzlich sind wir im falschen Land!

Spektakuläre See- und Bergpanoramen. Das ist der kurze Nenner auf den man den Weiterweg bringen kann. Ein Wolkenmeer trennt uns vom königlichen Rifugio Laghi-Fremamorta-SeealpenValasco im Talboden, als wir uns am frühen Morgen und nach rustikaler Nacht in Richtung Colletto del Valasco, hinter dem die atemberaubenden Seen von Fremamorta liegen, aufmachen. Das Wandeln über den Wolken Plattenweg-Seealpengibt uns unseren täglichen Motivationsschub, der uns auf bestes ausgebauten Wegen….wir sind nicht sicher ob der Baumeister noch der jagende König war, oder schon das Militär…quasi zum Pass trägt. Was dahinter folgte war so beeindruckend, dass wir ohne es zu merken auf alpine Abwege gerieten!

Wie berauscht von den Landschaftseindrücken folgen wir der Kette der Laghi di FremamortaLago-Fremamorta-Valdieri. Die Kontraste könnten nicht größer sein: hier die Braun- und Grautöne einer archaischen Berglandschaft, dort, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, das Farbenspektakel der Laghi die in allen Blau-, Türkis- und Grüntönen in der gleissenden Mittagssonne funkeln. Und dann noch dieser Promenadenweg, …. der Baumeister war hier definitiv das Militär….., der es einem nur zu einfach machte erst am Horizont stehenbleiben zu wollen! Und der Horizont liegt in dieser Gegend nun mal oft in Frankreich. Erst am Colle di Fremamorta, an der Grenze zu Frankreich, wird uns klar, dass wir nicht wie geplant eineinhalb Cima-Argentera-SeealpenStunden zuvor steil in den Talschluss des Gesso della Valetta abgestiegen sind, sondern einfach den vom Militär vorgegebenen Panoramaweg bis zum Horizont in vollen Zügen genossen haben! Beim Rückblick schaudert uns. In dieses “Loch” sollen wir absteigen, nur um den imposanten Steilhang auf der anderen Talseite an den Flanken der Argentera wieder hinauf zu steigen, zum Rifugio Remondino?

Nach kurzer Überlegung wird klar, dass dieses Vorhaben alternativlos ist, wenn wir unsere Runde vollenden wollen. Rif-Regina-Elena-ArgenteraWenn man mal davon absieht, dass wir im winzigen Rifigio Regina Elena, das Mitten in diesem Imposanten Talschluss liegt, hätten übernachten können. Dazu wäre es auch beinahe gekommen, als wir dort mit glühenden Sohlen als einzige Spätnachmittagsgäste vom Wirtspaar bestens mit Formaggio, Prosciutto und Vino Rosso bewirtet wurden. Die Aussicht auf eine Nacht in der etwa 800 Höhenmeter über uns gelegenen Aussichtsloge des Rifugio Remondino war dann aber doch stärker, auch wenn wir den nachmittäglichen kulinarischen Genuss beim steilen Aufstieg verfluchen sollten.

Über mondähnliche Pässe zu Panoramaplätzen der Superlative.

Der glasklare nächste Morgen am Rifugio Remondino ist einfach spektakulär. Wieder sind wir über den Wolken. Das Rifugio mit seinem charakteristischen “Wehrturm” scheint über dem Tal zu schweben als wir uns durch knackige Blockfelder in der Morgensonne in Richtung Passo Brocan empor kämpfen. Rif-Remondino-ArgenteraEin Sammelsurium aus Grau- und Brauntönen unter dem Stahlblau des Morgenhimmels. Auf der gegenüberliegenden Talseite überblicken wir nochmals die Mondlandschaft rings um die Laghi di Fremamorta, deren eindrucksvolle Panoramen uns gestern zum Verhängnis wurden. Argentera-SeealpenDann aber geht es steil bergab zum zwischen zwei Seen, einem natürlichen und einem künstlichen, gelegenen Rifugio Genova Figari. Die Aussichtsterrasse ist zum Glück auf das Gipfelpanorama rund um den natürlichen Vertreter ausgerichtet, so dass wir in Mitten der Wochenendausflügler nicht vergessen, dass wir in einer eigentlich relativ einsamen Grenzgegend unterwegs sind.Seealpen-Rif-Genova-Argente

Tags darauf wenden wir uns wieder dem Schotter des piemontesischen Hochgebirges zu….alleine! Klar hätten wir nach dem herrlichen Aufstieg zum Colle del Chiapous auch die 1200 Höhenmeter hinunter nach Terme di Valdieri noch gepackt. Rif-Morelli-Buzzi-ArgenteraAlpiner Genuss aber geht anders! In diesem Fall mittels einer Übernachtung im kleinen aber feinen Rifugio Morelli Buzzi, das direkt unter der imposanten Nordostwand der Cima Argentera in bester Panoramalage positioniert ist.

Der Abstieg hat wieder etwas von Mondlandschaft… über groben Fels nähern wir uns der kleinen Hütte mit ihrer Panoramaterrasse. Die direkten Einblicke von dort in die Wand lassen trotz des nachmittäglichen Sonnenbades Gänsehaut aufkommen! Das nahe Tal sorgt im Abstieg dafür, dass wir das spektakuläre Sonnenuntergangspanorama an diesem gastlichen Ort mit nur zwei weiteren Wanderern teilen “müssen”. Und die Natur zeigt zum Abschluss des Tages noch mal was sie drauf hat. Cima-Argentera-ValdieriWie ein gigantischer Kamm fächert der Nordgrat der Cima Argentera die Wolkenfetzen auf und bietet, unterstützt von der Strahlkraft der tief stehenden Abendsonne, ein wunderschönes Naturschauspiel.

Und dass die Natur der “Chef” ist wird uns spätestens beim Abstieg am nächsten Morgen klar, als wir  eine Stelle mit direktem Einblick in den sagenhaft steilen Eiskanal des Couloir di Lourousa, der Route der Erstbesteiger der Cima Argentera, passieren. Es ist einer dieser Plätze, an denen an all die Opfer des “echten” Bergsteigens in Form von Kreuzen und Gedenktafeln erinnert wir. Schon wieder Gänsehaut! Da bleibt nur zu hoffen, dass wir die mit einem heißen Bad in den Thermen von Valdieri wieder in den Griff bekommen….

Alpe Masnee- ein Tessiner Juwel zwischen Verzasca und Maggia Tal!

Lange war sie auf unserer “Places to see, before you die!” Liste. Was wir dann auf der Alpe Masnee vorfanden übertraf alle Erwartungen. Doch wie so oft haben dieAlpe-Masnee-Panorama Götter vor den Genuss den Schweiss gesetzt. Als wir in der flirrenden Hitze des Maggiatals stehen und die schroffe Einkerbung des Valle del Salto inspizieren, durch die der Alpe-Masnee-Maggia-1Hüttenzustieg führt, ahnten wir noch nicht wie viel Schweiss uns tatsächlich abverlangt werden sollte. Rund 1800 Höhenmeter liegen zwischen uns und dem auf auf 2063 Metern Höhe gelegenen, wunderschönen aus fünf Hütten bestehenden Almjuwel.

Durch die grüne “Hölle” des Valle del Salto.
Also gehen wir’s an und tauchen ein in die Schlucht des Valle del Salto! Üppiges Grün soweit das Auge reicht. Und tief Maggia-Masneeunten in der Schlucht, auch wieder üppiges Grün, in Form des Wildbaches der sich am Talausgang über eine einhundertzwanzig Meter hohe Felsstufe förmlich auf das Dörfchen Maggia herab ergießt. Nach mehrtägigem Dauerregen ist das ein Naturschauspiel erster Klasse! Uns aber heizt Val-Salto-Maggiadie Sommersonne ein. Beim Blick nach oben wird schnell klar, dass die Alpe Masnee nicht nur in luftiger Höhe trohnt sondern, dass sie auch ganz schön abgelegen ist. Unvorstellbar, welche Armut hier im 18. Jahrhundert geherrscht haben muss um die Menschen samt ihrer Tiere bis in höchste Höhen und in den letzten grünen WinkelDeva-Masnee-Maggia zu treiben um Almwirtschaft zu betreiben. Auf teils ruppigen und von Gras und Farn überwachsenen Pfaden arbeiten wir uns nach oben….stundenlang! Das bietet genügend Gelegenheit zur inneren Einkehr und für Gedanken darüber, wie es wohl vor 250 Jahren gewesen sein muss, als so ein Aufstieg kein Freizeitspaß, sondern Teil eines bitteren Überlebenskampfes war. Alpe-Masnee-MaggiaDer Kontrast zu dieser Gedankenwelt hätte nicht größer sein können, als ein knatternder Heli über unsere Köpfe rast und, wie wir später erfahren sollten, die Enkelin der letzten Älpler, die auf der Alpe Masnee heute nach dem Rechten schaut, einfliegt.Alpe-Masnee-Passo-Deva Immer ruppiger wird der Pfad als wir uns dem Passo Deva nähern. Aber mit dem Heli tauschen wollten wir dennoch nicht. Zu beindruckend ist dieser Talschluss, um ihn nicht “Schritt für Schritt” zu erobern. Auf dem Passo Deva angekommen, fehlt uns allerdings eher die Muße um den Tiefblick auf den Lago di Starlaresc und ins Verzascatal zu genießen. Alpe-Masnee-Val-Salto“Endlich ankommen”, heißt die Devise nach diesem in jeder Hinsicht intensiven Aufstieg. Bis zuletzt rätseln wir wo sich denn die fünf Hütten der Alpe Masnee nun versteckt halten. Kaum zu glauben, wie perfekt Granithütten in einer Granitlandschaft getarnt sind!

Almwirtschaft seit 1788….. wenn Steine erzählen könnten!
In weitem Bogen nähern wir uns diesem Almdorf dann schließlich von oben und sind ab Alpe-Masnee-Verzasca-1der ersten Minute begeistert. Bis 1952 war sie bestoßen die Alm, die dem Patriziat Maggia gehört. Dann verließen die Großeltern der Heli Hüttenwartin für immer diesen entlegenen Flecken. Seit Ende des 18. Jahrhunderts, wie die in den Gneis gemeißelte Jahreszahl 1788 anzeigt, hatte es hier Almwirtschaft gegeben. Was dann folgte war das typische Schicksal nicht mehr genutzter Steinhütten im Tessin. Binnen weniger Alpe-Masnee-DevaJahre gibt der Baumstamm, der das tonnenschwere Dach aus Gneisplatten trägt, seinen Geist auf. Es bricht in sich zusammen und die Hütten verwandeln sich in das was sie ursprünglich waren: in einen Haufen Steine. Doch dieser Vorgang ist reversibel! Alpe-Masnee_VerzascaZumindest wenn man fünfhunderttausend Schweizer Franken in die Hand nimmt und zig Freiwillige über mehrere Jahre ihre Freizeit opfern. So geschehen auf der Alpe Masnee. Heute erstrahlt sie in wunderschöner Panoramalage in neuem Glanz. Die Fotobücher die dort oben hinterlegt sind, künden vom Alpe-Masnee-salsicciaunvorstellbaren Aufwand den die lokalen Bergenthusiasten getrieben haben um dieses Kleinod wieder auferstehen zu lassen. Und wir haben uns gleich zwei Übernachtungen gegönnt um das Resultat der Mühen zu genießen. Wieso auch nicht? Der lange, anstrengende Aufstieg ist schnell vergessen als das Masnee-Lago-MaggioreHolzfeuer im Ofen knistert und die mitgebrachten kulinarischen Köstlichkeiten auf den Tisch kommen. Zum Dessert genießen wir das Wetterschauspiel mit tollen Wolkenformationen über dem am Horizont sichtbaren Lago Maggiore. Auch die Kette der Lago-Pianca-Maggiaschneebedeckten Walliser Viertausender, die am nächsten Morgen rosa glitzernd in den tiefblauen Himmel ragen, beindruckt. Man könnte hier glatt Lago-Pianca-MasneeWurzeln schlagen, würde nicht auf der Abstiegsroute das tiefblaue Auge des Lago Pianca, einem der schönsten Bergseen des Tessin, locken. Wir denken an die Heli Capella-Pioda-MaggiaHüttenwirtin als wir zu Tal schweben und im steilen Abstieg wieder in den tiefgrünen Dschungel des Valle del Salto eintauchen. Mit glühenden Sohlen erreichen wir die Capella Pioda an der Steilstufe hoch über Maggia und stellen zufrieden fest: diese kleine Expedition hat mal wieder bleibende Eindrücke hinterlassen. Der vergossene Schweiß hat sich gelohnt!

Tessiner Oase mit Zweiseenblick: “Das ist Glück!”

….schrieb ein beseelter Besucher ins Gästebuch der Casa Bonesce im Tessiner Verzascatal. Und tatsächlich ist es gefühlt unmöglich sich dem Lago-Maggiore-Verzasca-VogoCharme dieses wundervollen Bed & Breakfast in Mergoscia zu entziehen. Schon die Anreise ist vielversprechend.
Hoch über dem Stausee der das Verzascatal zum Lago Maggiore hin abschließt und dessen Staumauer schon James Bond inVerzasca-Mergoscia-Vogorno “Golden Eye” als Absprungrampe diente, schlängelt sich das gefühlt einspurige Sträßchen dahin und gibt schließlich den Blick frei auf die am Bed-Breakfast-MergosciaSonnenhang dahingewürfelten typischen Tessiner Häuser von Mergoscia. Dort, am Gegenhang des  Pizzo di Vogorno,  endet die motorisierte Welt. Und es sollte sich umgehend erweisen, dass es für Tessinliebhaber eine der schönsten “Sackgassen” des Kantons ist. Casa-Bonesce-VerzascaAm von Weinreben überrankten Parkplatz empfängt uns das Surren der Materialseilbahn die Corinna, unsere Gastgeberin, zu Tal schickt. Während das Gepäck fünfzig Meter nach oben schwebt nehmen wir in fünf Minuten die Granitstufen hinauf zu diesem wunderschönen Tessiner Haus, dem Corinna und Bernd in fünfjähriger (!) liebevoller Detailarbeit neues Leben eingehaucht haben.Casa-Bonesce-Verzasca-1
Was für ein Kraftort: Ticino@it’s best!
Schon an der Eingangstür wird klar, dass hier Liebhaber am Werk sind, die keine Mühe scheuen bis auch das kleinste Detail stimmig ist. Es ist mal wieder einer dieser “Kraftorte” an denen es keine 30 Sekunden dauert bis man fühlt “angekommen” zu sein. Corinnas überaus herzlicher Empfang, trägt ein Übriges dazu bei. Casa-Bonesce-MergosciaDer “Check in” mit Hausführung ist für sich schon ein Erlebnis. Stilvolle, mit Materialien aus der Umgebung renovierte Zimmer, jedes mit eigenem Charme, erwarten uns. Ebenso wie eine bestens ausgestattete Küche für die Gäste und originell ausgestattete Bäder. Vogorno-Verzasca-MergosciaDazu überall altes Holz, das Bernd in Form von Türen und Möbeln in Handarbeit zu neuem Leben erweckt hat, prägen diesen außergewöhnlichen Ort. Doch als wir von den weinbewachsenen Balkonen und der mit typischen Tessiner Granittischen ausgestatteten, palmengesäumten Terrasse ins Tal Vogorno-Verzasca-Stauseeblicken, stockt uns fast der Atem. Was für ein Panorama! Ticino@it’s best! Unter uns erstreckt sich der Lago di Vogorno und dahinter, sozusagen im Erdgeschoß, 250 Meter tiefer, der Lago Maggiore. Was für ein einzigartiger Platz!
Doch was wäre eine Gästehaus ohne Gastgeber?
Schon beim Empfang wird klar, dass hier Leidenschaft im Spiel ist. Leidenschaft für Gastfreundschaft, für die Natur, für Berge, für das Reisen weltweit und für Menschen. So verwundert es nicht, dass wir mit Bernd und Corinna die eine oder andere Stunde am Granittisch verplaudern. Casa-Bonesce-Mergoscia-VerzUnd da wird unsere Tessiner Wanderplanung schon mal mit den Erlebnissen der beiden aus dem Himalaya, aus Patagonien oder Papua Neuguinea angereichert, die Interna der Dorfgemeinschaft besprochen, oder die Leistungen der Huberbuam diskutiert. Bed-Breakfast-VerzascaAm spannendsten aber sind die Erzählungen darüber, wie die beiden diesen Ort erschaffen haben. In fünf Jahren und mit 1.5 Mann, wie Bernd sagen würde.
Sollen wir wirklich auschecken und auf Berge steigen?
Leicht fiel uns die Entscheidung ehrlich gesagt nicht als Bernd das reichhaltige Frühstück auf der Terrasse servierte. Vogorno-Verzasca-LagoKönnten wir uns doch mit 1000$ Panoramablick im “Loungebereich” unter Palmen niederlassen und den Zweiseenblick in uns aufsaugen. Aber es wartet schließlich die ebenso traumhafte Alpe Masnee auf uns. Gut, dass wir vorgesorgt haben und eine weitere, letzte Nacht, nach der Tour und vor der Heimreise, in der Casa Bonesce reserviert haben.
What a night! Verzasca-Tamaro-MaggioreWir können uns kaum losreißen vom abendlichen Panorama, als unter uns rings um die Laghi (!) die Lichter angehen und die berühmte Kirche, Santa Maria degli Angeli, des Tessiner Stararchitekten Mario Botta am Monte Tamaro in nächtlicher Illumination erstrahlt.

Wie schrieb doch ein anderer Gast?:Casa-Bonesce-Mergoscia-1

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