Die Capanna Cristallina - architektonische Meisterleistung, oder "Zigarrenkiste" mit Basodinoblick?

Die Capanna Cristallina - architektonische Meisterleistung, oder "Zigarrenkiste" mit Basodinoblick?

Die Antwort auf diese Frage muss sich jeder selbst ersteigen, in 4 Stunden und auf 1200 Höhenmetern. So weit ist es von Ossasco im Val Bedretto herauf zu dieser in mehrfacher Hinsicht ...

Wandern in der vertikalen Felswand? Die Ruta del Cares in den Picos de Europa macht's möglich!

Wandern in der vertikalen Felswand? Die Ruta del Cares in den Picos de Europa macht's möglich!

Soviel vorweg: Es ist ein Sensationsweg! Was da in Asturien und León, nicht einmal 20 km Luftlinie von der spanischen Nordküste und dem Atlantik entfernt auf den Wanderer wartet, verschlägt einem schier ...

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

Das Val Bavona, ein Seitental des Maggiatals, hat es uns seit langem angetan. Der etwa 10 km lange Talboden zwängt sich zwischen Steilwände, die hunderte von Metern hoch sind und in ...

“Erstbegehung” im Tal der Zeichen: Auf der Via Raetia durch das Valle Camonica zum Iseo See.

“Erstbegehung” im Tal der Zeichen: Auf der Via Raetia durch das Valle Camonica zum Iseo See.

Ein Tal mit Felsgravuren die zum Unesco Weltkulturerbe erhoben wurden, ein malerischer See mit der größten Insel in einem italienischen Binnengewässer und alles angereichert mit hervorragender lombardischer Küche. In dem Umfeld kann ...

Aus dem Mairatal in den Kessel von Elva. 3000er Blick,  Freskenzyklen, Haarjäger und ein botanisches Rätsel: Eier die im Garten wachsen.

Aus dem Mairatal in den Kessel von Elva. 3000er Blick, Freskenzyklen, Haarjäger und ein botanisches Rätsel: Eier die im Garten wachsen.

Eine Genusstour für alle Sinne sollte es werden! Und doch können wir die Erlebnisdichte dieser Etappe des Mairawegs, einer der kürzesten, am Morgen als wir in San Martino aufbrechen nur erahnen. Sanft ...

Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

Ganz unbekannt sind sie ja nicht, die beiden Täler im Hinterland des Lago Maggiore! Aber die Topografie sorgt, wie so oft im Tessin, dafür dass selbst traumhafte Orte quasi unberührt bleiben. Die ...

Vom Val Malenco zur Forno Hütte - Gletscherpanorama deluxe!

Vom Val Malenco zur Forno Hütte - Gletscherpanorama deluxe!

Das Frühstück in der Albergo Chiareggio halten wir kurz. Schließlich lockt draußen Kaiserwetter und ein  herrlicher Übergang in die Schweiz, der Forno Paß (2768m). Nach 10 Minuten endet die Fahrstraße im wunderschönen ...

Die Südalpen und den Lago Maggiore im 360 Grad Blick

Die Südalpen und den Lago Maggiore im 360 Grad Blick

Es gibt wenige Aussichtsgipfel in den Alpen die so ein Traumpanorama wie der Gridone (2188m) bieten und dabei vergleichsweise wenig frequentiert sind. Auf sehr schmalem Sträßchen schraubt man sich über Brissago am Lago ...

Mittelalterliches Flair in der Gondoschlucht- Hotel Stockalperturm

Mittelalterliches Flair in der Gondoschlucht- Hotel Stockalperturm

Wenn man in Brig im Rhonetal, auf dem Weg zum Simplonpass das mächtige Stockalperschloss sieht, steigt unweigerlich die Vorfreude auf das, was einen auf der anderen Seite des Passes im Schweizer Grenzdorf ...

Die Trattoria 'Uomo Selvatico'; ....zu Gast beim Waldmensch von Chiavenna.

Die Trattoria 'Uomo Selvatico'; ....zu Gast beim Waldmensch von Chiavenna.

Aus dem einsamen Savogno kommend, schafft es Chiavenna schnell trotz, oder gerade wegen seines kleinstädtischen Charakters und der mediterranen Betriebsamkeit  einer unserer Lieblingsorte südlich des Alpenhauptkammes zu werden. Schon der Weg ...

Über den höchsten Bahnhof Europas ins Puschlav....der ideale Einstieg für den Weg von Poschiavo nach Chiavenna.

Über den höchsten Bahnhof Europas ins Puschlav....der ideale Einstieg für den Weg von Poschiavo nach Chiavenna.

Es sollte diesmal die Bernina Südseite  sein. Wie meist war unser Tourenkonzept auf mediterrane Bergerlebnisse angelegt. Diesmal allerdings mit einem Einstieg für Eisenbahn- und Technikfreaks. Sicher ist es ein Leichtes den ...

Die Venus vom Orta See

Die Venus vom Orta See

Der Ortasee zählt sicher zu den "vernachlässigten" oberitalienischen Seen. Und das ist aus der Sicht des Genießers gut so! Orta San Giulio am Ostufer des Sees  bildet einen romantischen Ausgangsort z.B. ...

Val Grande Nationalpark: Der Südeinstieg. Mit Panoramagarantie vom Monte Rosa bis zum Apennin!

Val Grande Nationalpark: Der Südeinstieg. Mit Panoramagarantie vom Monte Rosa bis zum Apennin!

Den Blick auf das höchstgelegene Haus Europas auf der Signalkuppe des Monte Rosa, den Lago Maggiore, die Borromäischen Inseln, den Orta See, den Lago di Varese, die Poebene und die Ausläufer des ...

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

Darauf hatten wir uns schon während der ganzen 1250 Höhenmeter des Abstiegs vom Passo del Naret gefreut: Ein kühles Bier auf der herrlichen Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio! Und dann ein Rundgang ...

Das schwarze Tal..... eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

Das schwarze Tal..... eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

Der Talboden des Val Vogna liegt noch in tiefem Schatten, als wir uns im gleichnamigen Rifugio auf eine herrliche Tour über den Passo del Maccagno vorbereiten. Die Gipfelkämme dieses Seitentals des ...


Wo ist der schönste Bergsee im Tessin? Für uns ganz klar, hoch über Fusio im Val Lavizzara!

Was hat der schönste Bergsee des Tessin mit einer einmaligen alpinen Bewässerungskonstruktion, einem schönen Museum über die Almwirtschaft, einer Designerkirche von Mario Botta und einer Antica Osteria gemeinsam? Lago-Mognola-Lavizzara

Richtig, all diese Dinge liegen im oder über dem Val Lavizzara im Tessin und suchen Ihresgleichen! Und noch dazu an einem Rundweg, der zwar dem Wanderer etwas Kondition abverlangt, aber dennoch für alle die bergerprobt sind ohne Probleme zu meistern ist. Die “Erlebnisdichte” dieser Tagestour ist auch für uns außergewöhnlich hoch. Fusio-Val-Lavizzara Nach ca. 45 Fahrminuten (ab Locarno) im schönen Fusio angekommen, wo alle Straßen enden und das Valle Maggia Val Lavizzara heißt, wissen wir nicht wie uns der Kopf steht. Nicht von den vielen Kurven, die wir bis hierher überwunden haben, sondern vom Zwiespalt, ob wir zunächst das malerische Dörfchen erkunden sollen oder, tageszeitgemäß, zunächst  “im Frühtau zu Berge” wandern sollen. Die Vernunft siegt: Erst die ca. 5 stündige Rundtour und dann das erlebte bei kulinarischen Genüssen auf der Sonnenterrasse der uns bereits bestens bekannten Antica Osteria Dazio verarbeiten…. In dieser Reihenfolge wird ein sensationeller Tag daraus! Wanderweg-Val-LavizzaraBereits am kleinen Parkplatz vor der Brücke am Ortseingang von Fusio schickt uns ein Schild mit einer Skizze des Rundweges auf den richtigen Pfad. Und diese Beschilderung sollte uns im besten Sinne des Wortes den Tag über mit vielen Hintergundinformationen zu den Sehenswürdigkeiten am Weg begleiten. Sage und schreibe neun Stationen, View Points wie unsere amerikanischen Freunde sagen würden, hat der Rundweg der uns bis auf etwa 2100m Höhe führt. Immerhin 900 Höhenmeter über unseren Startpunkt! Beschilderte (Rund-)Wege sind ja eher nicht unser Ding, aber dieser hat es im Bezug auf den Erlebniswert in sich! Einer der Höhepunkte ist wohl die Alpe Corte Mognola und die dortige Cascina della Memoria. Auf 1842m gelegen, will das Erlebnis erst mal Alpe-Mognola-Val-Lavizzara- erarbeitet sein. Doch so schlimm ist das nicht. Auf schönem Weg steigen wir im Lärchenwald empor und sind spontan begeistert, als sich vor uns die weite Hochfläche dieser Almsiedlung öffnet. Zwischen dem Wasserfall der aus dem, für uns schönsten, Bergsee des Tessin zu Tal stürzt und den umliegenden Gipfeln des oberen Valle Maggia breitet sich eine Alm mit mehreren schön restaurierten Hütten aus. Eine davon, die “Cascina della Memoria”, beherbergt ein sehenswertes kleines Museum zur örtlichen Almwirtschaft. Schon hiMognola-Val-Lavizzaraer, am sonnenerwärmten Granittisch vor der Hütte, könnte man hängenbleiben und die Tour im direkten Abstieg an der Antica Osteria beenden. Wir aber wissen, dass uns hinter der Steilstufe, über die der Wasserfall stürzt, ein Tessiner Juwel, der Lago Mognola, erwartet. 2003 Meter über dem Meer gelegen, ist dieses grün-türkise Auge für uns einer der schönsten Plätze des Tessin! Umgeben von beinahe floureszierend grünen Matten und in der Sonne gleißenden Schneefeldern ist Alpe-Mognola-Val-Lavizzaraes einer dieser Kraftorte , von denen man sich bewusst losreißen muss um die Tour noch vor Sonnenuntergang zu beenden. Aber uns lockt eine weitere Attraktion, das einzigartige, in Stein gehauene “Aquedotto di Canaa” über das wir an dieser Stelle schon ausführliche berichtet haben. Also noch weiter bergan! Und dann mit schönen Ausblicken auf den Lago Sambuco teils ruppig, aber immer auf Wanderwegen wieder bergab. Zugegeben, die informativen Schautafeln an den letzten Almen  an diesem herrlichen Weg nehmen  wir im Abstieg eher flüchtig war.Lago-Mognola-Val-Lavizzara Der Sinn steht uns inzwischen mehr nach einem kühlen Getränk auf der Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio in Mitten der historischen Häuser von Fusio, die hier zum Teil der wilden Tessiner Natur schon seit dem Jahr 1258 trotzen. Und wem nach so einem grandiosen Tag mehr nach Stille und spiritueller Erbauung ist, dem sei die nahe Kirche von Mario Botta in Mogno empfohlen. Auch so ein Kraftort im Tessin…! ….der übrigens nur entstand weil 1986 eine Lawine aus den Hängen unter dem Lago Mognola die alte Kirche des Weilers Mogno hínwegfegte……

Ein Wanderhighlight erster Klasse im Val Grande Nationalpark, …oder warum man die “Strada Sutermeister” durch die wilde Schlucht des Rio Pogallo nicht verpassen sollte!

Val_Grande_Nationalpark Der Val Grande Nationalpark im Hinterland des Lago Maggiore wird vielfach als die “letzte Wildnis der Alpen” bezeichnet. Hätten Sie gedacht, dass es trotzdem hier eine Art “Wanderhighway” gibt, der sogar familientauglich ist? Tatsache! Im Val Pogallo unterhalb von Cicogna, dem einzigen bewohnten Dorf im Park, findet sich diese geschichtsträchtige Route durch die wilde Schlucht des gleichnamigen Flusses. “Strada Sutermeister” heißt sie,  benannt nach ihrem Erbauer, dem Schweizer Carlo Sutermeister, einer Art umtriebigem Universalgenie (im Bild sitzend in Mitten seiner Großfamilie).

Carlo-SutermeisterÜber dessen vielfältige Aktivitäten im Val Grande und am Lago Maggiore haben wir ja bereits an anderer Stelle berichtet. Die “Strada”, die seinen Namen trägt, ist letztlich durch seine holzwirtschaftlichen Aktivitäten in Pogallo zu Beginn des letzten Jahrhunderts entstanden. Um dieses herrlich gelegene Holzfällerzentrum leichter erreichen zu können und Mensch und Material schnell zwischen Cicogna und Pogallo bewegen zu können, hat sich Sutermeister schon was besonderes einfallen lassen!. Mitten durch die Schlucht ließ er einen bequemen Weg anlegen, der den Namen “Straße” über weite Strecken ohne Zweifel verdient. Und das trotz der wilden Topographie im Tal des Rio Pogallo! Es fasziniert zu studieren, wie

Strada-Sutermeister-Val-Gra Strada-Sutermeister-1-Val-G

elegant die Baumeister Sutermeisters die Trockensteinmauern in die steilen Hänge der Schlucht gefügt haben. Teils in mehreren Etagen wird das Bauwerk abgesichert und schafft so, insbesondere im unteren Teil, nahe Cicogna, tatsächlich eine brettebene, mit massiven Steinplatten gepflasterte “Straße”. Dass das heute eine traumhafte “Piste” für Wanderer ist dürfte klar sein.

Je weiter wir ins Val Pogallo vordringen, desto wilder wird allerdings die Szenerie. Das hat auch die Architekten Sutermeisters herausgefordert. Immer wieHolzfaeller-Val-Grandeder mussten sie steile Rinnen durch Stützmauern unterfüttern, um darauf einen bequemen Pfad für die Holzfäller anzulegen. Und das waren wohl teils wilde Gesellen. Der Blick in die Gesichter der Holzfällergruppe im Bild links lässt uns erahnen wie hart das Leben der Männer (und der einzigen Dame!) damals gewesen sein muss. Allerdings sorgte Sutermeister auch für Zerstreuung. So gab es im abgelegenen Pogallo sogar Kneipen! Leider sind die heutzutage geschlossen…. Der Weg schlängelt sich weiter durch die Schlucht und wir erreichen bald den eindrucksvollsten Abschnitt. An dieser Stelle quert die Strada eine steile Felswand, qStrada-Sutermeister-4-Val-Guasi eben! Das Geheimnis sind an der Wand mit Hilfe von Eisenklammern befestigte Granitplatten, die diese heikle Stelle entschärfen und zum Spaziergang machen. Von der Nationalparkverwaltung bestens mit einem Stahlseilgeländer abgesichert schlendert man hoch über dem Fluß Pogallo entgegen. Und unter uns nichts als heiße Luft! Beeindruckend! Wie das von der anderen Schluchtseite, von einem wesentlich schwierigeren alten und aufgelassenen Weg aussieht, kann man hier sehen. Überhaupt hat die Parkverwaltung in dieser Gegend ihr Bestes gegeben. Dort wo ein Felssturz die “Strada” unpassierbar macht, wurde zum Beispiel mal  eben eine sehrStrada-Sutermeister-Bruecke interessante rechtwinklige Brückenkonstruktion installiert, die auch diese Passage zum Kinderspiel macht. Wir nähern uns schließlich Pogallo, dem früheren Zentrum des Holzgewerbes, allerdings nicht ohne immer wieder auf Relikte alter Seilbahnen zu stoßen, mit denen Sutermeister die Stämme zu Tal fahren lies. Aber über die hochinteressanten und leider auch in weniger erfreulicher Hinsicht zu Bekanntheit gelangten Vorgänge in Pogallo haben wir ja andernorts schon ausführlich berichtet.

Hier erfahren Sie mehr über Touren im Val Grande Nationalpark!

Der besten aktuell verfügbare Wanderführer und die beste Wanderkarte:

Val-Grande-Wanderführer Wanderkarte-Val-Grande

Unterwegs im Trekkingparadies! Auf königlichen Jagdsteigen durch die Seealpen, rund um die Cima Argentera.

Zwei Nationalparks, zwei Länder, eine Unterkunft im Jagdschloss, kühn angelegte Militär- und Jagdwege und jede Menge Traumpanoramen, das alles begegnet dem Wanderer im Grenzgebiet zwischen italienischen und französischen Seealpen!

Rifugio-Valasco-Valdieri

Nur fünfzig Kilometer nördlich von Nizza, überragt von der 3297 Meter hohen Cima Argentera, erstreckt sich ein Trekkingparadies der Sonderklasse. Gesegnet mit spektakulären Wegen, traumhaften Panoramen und bestens geführten, teils geschichtsträchtigen Hütten und doch im deutschsprachigen Raum scheinbar mal wieder eine “Terra incognita”. Für uns gab es allerdings bei diesen Aussichten kein Halten mehr! Hatten wir doch den nahen Mercantour Nationalpark und die sensationellen prähistorischen Felszeichnungen im “Tal der Wunder”, nur 15 km südöstlich, noch in bester Erinnerung.

Königliche Wellness und ein Jagdschloss zum Einstieg der Umrundung der Cima Argentera.

Terme di Valdieri hatten wir als Startpunkt auserkoren. Lange schon wollten wir das einst mondäne Badeörtchen in Mitten der italienischen Seealpen, nahe Cuneo, einmal in Augenschein nehmen. Val-Valasco-SeealpenDer italienische König Vittorio Emanuele II verlieh diesem Ort mit seinen bis zu 75 Grad heißen Thermalquellen, in denen man auch heute noch planschen kann, ab Mitte des 19. Jahrhunderts einen besonderen Glanz. Damals boomte der Badetourismus, was sich auch an der zu dieser Zeit stattlichen Zahl von deutlich über dreitausend Einwohnern und der königlichen Grundsteinlegung für eine Therme im Jahre 1857 ablesen lies. Dieser Glanz ist den heute noch gut 900 Einwohnern etwas abhanden gekommen, auch wenn das örtliche SPA Hotel bemüht ist den Schein der königlichen Traditionen aufrecht zu erhalten. Rifugio-Valasco-SeealpenDen König interessierte damals allerdings vor allem die Jagd an den steilen Hängen des Val Valasco. Dafür scheute er keine Mühen und lies an einem traumhaften Platz im Talschluss ein eindrucksvolles Jagdschlösschen errichten. Heute eine bewirtschaftetes Rifugio und damit ein perfektes erstes Ziel nach wunderschöner Talwanderung. Rifugio-Valasco-JagdschlossDer Blick aus dem quadratischen Innenhof des “Schlosses” auf die umliegenden Gipfel im Talschluss ist herrlich und entfaltete genau die Motivation in uns, derer es bedurfte um die bestens ausgebauten Jagdsteige des Königs, die teils geradezu Wanderautobahnen gleichen, unter die Sohlen zu nehmen. Spätestens bei Ankunft im auf einer Aussichtskanzel gelegenen Rifugio Emilio Questa kehrt sich die Perspektive um. Heliblick in die Tiefe des Val Valasco! Was für ein Finale des Anreisetages!

… und plötzlich sind wir im falschen Land!

Spektakuläre See- und Bergpanoramen. Das ist der kurze Nenner auf den man den Weiterweg bringen kann. Ein Wolkenmeer trennt uns vom königlichen Rifugio Laghi-Fremamorta-SeealpenValasco im Talboden, als wir uns am frühen Morgen und nach rustikaler Nacht in Richtung Colletto del Valasco, hinter dem die atemberaubenden Seen von Fremamorta liegen, aufmachen. Das Wandeln über den Wolken Plattenweg-Seealpengibt uns unseren täglichen Motivationsschub, der uns auf bestes ausgebauten Wegen….wir sind nicht sicher ob der Baumeister noch der jagende König war, oder schon das Militär…quasi zum Pass trägt. Was dahinter folgte war so beeindruckend, dass wir ohne es zu merken auf alpine Abwege gerieten!

Wie berauscht von den Landschaftseindrücken folgen wir der Kette der Laghi di FremamortaLago-Fremamorta-Valdieri. Die Kontraste könnten nicht größer sein: hier die Braun- und Grautöne einer archaischen Berglandschaft, dort, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, das Farbenspektakel der Laghi die in allen Blau-, Türkis- und Grüntönen in der gleissenden Mittagssonne funkeln. Und dann noch dieser Promenadenweg, …. der Baumeister war hier definitiv das Militär….., der es einem nur zu einfach machte erst am Horizont stehenbleiben zu wollen! Und der Horizont liegt in dieser Gegend nun mal oft in Frankreich. Erst am Colle di Fremamorta, an der Grenze zu Frankreich, wird uns klar, dass wir nicht wie geplant eineinhalb Cima-Argentera-SeealpenStunden zuvor steil in den Talschluss des Gesso della Valetta abgestiegen sind, sondern einfach den vom Militär vorgegebenen Panoramaweg bis zum Horizont in vollen Zügen genossen haben! Beim Rückblick schaudert uns. In dieses “Loch” sollen wir absteigen, nur um den imposanten Steilhang auf der anderen Talseite an den Flanken der Argentera wieder hinauf zu steigen, zum Rifugio Remondino?

Nach kurzer Überlegung wird klar, dass dieses Vorhaben alternativlos ist, wenn wir unsere Runde vollenden wollen. Rif-Regina-Elena-ArgenteraWenn man mal davon absieht, dass wir im winzigen Rifigio Regina Elena, das Mitten in diesem imposanten Talschluss liegt, hätten übernachten können. Dazu wäre es auch beinahe gekommen, als wir dort mit glühenden Sohlen als einzige Spätnachmittagsgäste vom Wirtspaar bestens mit Formaggio, Prosciutto und Vino Rosso bewirtet wurden. Die Aussicht auf eine Nacht in der etwa 800 Höhenmeter über uns gelegenen Aussichtsloge des Rifugio Remondino war dann aber doch stärker, auch wenn wir den nachmittäglichen kulinarischen Genuss beim steilen Aufstieg verfluchen sollten.

Über mondähnliche Pässe zu Panoramaplätzen der Superlative!

Der glasklare nächste Morgen am Rifugio Remondino ist einfach spektakulär. Wieder sind wir über den Wolken. Das Rifugio mit seinem charakteristischen “Wehrturm” scheint über dem Tal zu schweben als wir uns durch knackige Blockfelder in der Morgensonne in Richtung Passo Brocan empor kämpfen. Rif-Remondino-ArgenteraEin Sammelsurium aus Grau- und Brauntönen unter dem Stahlblau des Morgenhimmels. Auf der gegenüberliegenden Talseite überblicken wir nochmals die Mondlandschaft rings um die Laghi di Fremamorta, deren eindrucksvolle Panoramen uns gestern zum Verhängnis wurden. Argentera-SeealpenDann aber geht es steil bergab zum zwischen zwei Seen, einem natürlichen und einem künstlichen, gelegenen Rifugio Genova Figari. Die Aussichtsterrasse ist zum Glück auf das Gipfelpanorama rund um den natürlichen Vertreter ausgerichtet, so dass wir in Mitten der Wochenendausflügler nicht vergessen, dass wir in einer eigentlich relativ einsamen Grenzgegend unterwegs sind.Seealpen-Rif-Genova-Argente

Tags darauf wenden wir uns wieder dem Schotter des piemontesischen Hochgebirges zu….alleine! Klar hätten wir nach dem herrlichen Aufstieg zum Colle del Chiapous auch die 1200 Höhenmeter hinunter nach Terme di Valdieri noch gepackt. Rif-Morelli-Buzzi-ArgenteraAlpiner Genuss aber geht anders! In diesem Fall mittels einer Übernachtung im kleinen aber feinen Rifugio Morelli Buzzi, das direkt unter der imposanten Nordostwand der Cima Argentera in bester Panoramalage positioniert ist.

Der Abstieg hat wieder etwas von Mondlandschaft… über groben Fels nähern wir uns der kleinen Hütte mit ihrer Panoramaterrasse. Die direkten Einblicke von dort in die Wand lassen trotz des nachmittäglichen Sonnenbades Gänsehaut aufkommen! Das nahe Tal sorgt im Abstieg dafür, dass wir das spektakuläre Sonnenuntergangspanorama an diesem gastlichen Ort mit nur zwei weiteren Wanderern teilen “müssen”. Und die Natur zeigt zum Abschluss des Tages noch mal was sie drauf hat. Cima-Argentera-ValdieriWie ein gigantischer Kamm fächert der Nordgrat der Cima Argentera die Wolkenfetzen auf und bietet, unterstützt von der Strahlkraft der tief stehenden Abendsonne, ein wunderschönes Naturschauspiel.

Und dass die Natur der “Chef” ist wird uns spätestens beim Abstieg am nächsten Morgen klar, als wir  eine Stelle mit direktem Einblick in den sagenhaft steilen Eiskanal des Couloir di Lourousa, der Route der Erstbesteiger der Cima Argentera, passieren. Es ist einer dieser Plätze, an denen an all die Opfer des “echten” Bergsteigens in Form von Kreuzen und Gedenktafeln erinnert wir. Schon wieder Gänsehaut! Da bleibt nur zu hoffen, dass wir die mit einem heißen Bad in den Thermen von Valdieri wieder in den Griff bekommen….

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