Die Capanna Cristallina - architektonische Meisterleistung, oder "Zigarrenkiste" mit Basodinoblick?

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Die Antwort auf diese Frage muss sich jeder selbst ersteigen, in 4 Stunden und auf 1200 Höhenmetern. So weit ist es von Ossasco im Val Bedretto herauf zu dieser in mehrfacher Hinsicht ...

Wandern in der vertikalen Felswand? Die Ruta del Cares in den Picos de Europa macht's möglich!

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Soviel vorweg: Es ist ein Sensationsweg! Was da in Asturien und León, nicht einmal 20 km Luftlinie von der spanischen Nordküste und dem Atlantik entfernt auf den Wanderer wartet, verschlägt einem schier ...

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

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Das Val Bavona, ein Seitental des Maggiatals, hat es uns seit langem angetan. Der etwa 10 km lange Talboden zwängt sich zwischen Steilwände, die hunderte von Metern hoch sind und in ...

“Erstbegehung” im Tal der Zeichen: Auf der Via Raetia durch das Valle Camonica zum Iseo See.

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Ein Tal mit Felsgravuren die zum Unesco Weltkulturerbe erhoben wurden, ein malerischer See mit der größten Insel in einem italienischen Binnengewässer und alles angereichert mit hervorragender lombardischer Küche. In dem Umfeld kann ...

Aus dem Mairatal in den Kessel von Elva. 3000er Blick,  Freskenzyklen, Haarjäger und ein botanisches Rätsel: Eier die im Garten wachsen.

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Eine Genusstour für alle Sinne sollte es werden! Und doch können wir die Erlebnisdichte dieser Etappe des Mairawegs, einer der kürzesten, am Morgen als wir in San Martino aufbrechen nur erahnen. Sanft ...

Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

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Ganz unbekannt sind sie ja nicht, die beiden Täler im Hinterland des Lago Maggiore! Aber die Topografie sorgt, wie so oft im Tessin, dafür dass selbst traumhafte Orte quasi unberührt bleiben. Die ...

Vom Val Malenco zur Forno Hütte - Gletscherpanorama deluxe!

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Das Frühstück in der Albergo Chiareggio halten wir kurz. Schließlich lockt draußen Kaiserwetter und ein  herrlicher Übergang in die Schweiz, der Forno Paß (2768m). Nach 10 Minuten endet die Fahrstraße im wunderschönen ...

Die Südalpen und den Lago Maggiore im 360 Grad Blick

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Es gibt wenige Aussichtsgipfel in den Alpen die so ein Traumpanorama wie der Gridone (2188m) bieten und dabei vergleichsweise wenig frequentiert sind. Auf sehr schmalem Sträßchen schraubt man sich über Brissago am Lago ...

Mittelalterliches Flair in der Gondoschlucht- Hotel Stockalperturm

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Wenn man in Brig im Rhonetal, auf dem Weg zum Simplonpass das mächtige Stockalperschloss sieht, steigt unweigerlich die Vorfreude auf das, was einen auf der anderen Seite des Passes im Schweizer Grenzdorf ...

Die Trattoria 'Uomo Selvatico'; ....zu Gast beim Waldmensch von Chiavenna.

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Aus dem einsamen Savogno kommend, schafft es Chiavenna schnell trotz, oder gerade wegen seines kleinstädtischen Charakters und der mediterranen Betriebsamkeit  einer unserer Lieblingsorte südlich des Alpenhauptkammes zu werden. Schon der Weg ...

Über den höchsten Bahnhof Europas ins Puschlav....der ideale Einstieg für den Weg von Poschiavo nach Chiavenna.

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Es sollte diesmal die Bernina Südseite  sein. Wie meist war unser Tourenkonzept auf mediterrane Bergerlebnisse angelegt. Diesmal allerdings mit einem Einstieg für Eisenbahn- und Technikfreaks. Sicher ist es ein Leichtes den ...

Die Venus vom Orta See

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Der Ortasee zählt sicher zu den "vernachlässigten" oberitalienischen Seen. Und das ist aus der Sicht des Genießers gut so! Orta San Giulio am Ostufer des Sees  bildet einen romantischen Ausgangsort z.B. ...

Val Grande Nationalpark: Der Südeinstieg. Mit Panoramagarantie vom Monte Rosa bis zum Apennin!

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Den Blick auf das höchstgelegene Haus Europas auf der Signalkuppe des Monte Rosa, den Lago Maggiore, die Borromäischen Inseln, den Orta See, den Lago di Varese, die Poebene und die Ausläufer des ...

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

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Darauf hatten wir uns schon während der ganzen 1250 Höhenmeter des Abstiegs vom Passo del Naret gefreut: Ein kühles Bier auf der herrlichen Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio! Und dann ein Rundgang ...

Das schwarze Tal..... eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

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Der Talboden des Val Vogna liegt noch in tiefem Schatten, als wir uns im gleichnamigen Rifugio auf eine herrliche Tour über den Passo del Maccagno vorbereiten. Die Gipfelkämme dieses Seitentals des ...


Spektakuläres zwei Seen Panorama, ein Topmodel und ein pittoreskes Almdorf an der Via Alta della Verzasca, … und das alles für uns ganz alleine!

Lago-Vogorno-VerzascaÜber die Idee den schwierigsten Wanderhöhenweg der Schweiz die “Via Alta della Verzasca” im Tessin zu begehen – und zwar QUER! – hatten wir hier ja bereits berichtet. Dass uns nach unserem Prolog hoch über dem Lago Maggiore und einem Aufstieg mit spektakulären Ausblicken abends auf der Alpe Bardughe ein Topmodel erwarten würde, hatten wir allerdings beim besten Willen nicht erwartet!

Vom Lago di Vogorno hinauf zu einem der schönsten Almdörfer des Tessins
Glasklar, so sollte das Wetter sein, will man den schweißtreibenden Aufstieg vom Ufer des Vogorno Stausees mit seiner 220 Meter hohen Staumauer, an der sich die Adrenalinjunkies per Gummiseil ihren Kick holen, hinauf zur Alpe Bardughe in vollen Zügen genießen. Fast 1200 Höhenmeter und steile Wege erwarten den Wanderer. Zur Belohnung gibt’s Sensationspanoramen über den künstlichen Lago di Vorgorno hinweg hinunter zum 250 Meter tiefer gelegenen Lago Maggiore. Über dessen tiefblauen Spiegel hinweg blickt man an solchen Tagen bis zu seinem südlichem Ende und in die Po Ebene. Und nicht zu vergessen: Oben wartet dann noch eine Überraschung der unerwarteten Art …das bereits erwähnte Topmodel!

Bardughe-Lago-Maggiore-Tess

Auf ganzen 461 Metern Höhe verlassen wir den Talboden und das pittoreske Gewirr der  Rustici von Vogorno. Damit endet auch schlagartig der Trubel den die Tagestouristen, die vom Lago Maggiore herauf kommen, auf der Jagd nach dem schönsten Foto der türkisgrün strahlenden Verzasca oder der berühmten Bogenbrücke von Lavertezzo, unweigerlich verursachen. Vorbei an einigen nur zu Fuß erreichbaren romantisch gelegenen Ferienhäusern, die früher eher als Hungeralpen dem nacktem Überleben dienten, schrauben wir uns empor. Immer spektakulärer wird dabei der Blick über die Seen unter uns. Ein Steilhang der von hüfthohem Farn überwuchert ist, ist normalerweise kein Vergnügen. Hier gilt dieser Satz allerdings nicht! Denn beim Blick in die Tiefe reichen die blauen Bänder der Laghi Vogorno und Maggiore bis an den Horizont. Einfach sensationell… und schmerzlindernd, dieses Panorama!

Die Alpe Bardughe, ein Tessiner Almdorf in traumhafter Lage!
Durch üppig grüne Hänge schrauben wir uns weiter nach oben. Nur sehr langsam will sich die Höhenmesseranzeige der Zielhöhe von 1638 Meter nähern und dann Alpe-Bardughe-Tessin

passiert es doch unvermittelt. Der steile Hang neigt sich plötzlich zurück und geleitet uns durch saftige Wiesen auf eine natürliche Panoramaterrasse die kein Architekt besser hätte planen können! Genüsslich und voller positiver Erwartung schlendern wir ins “Dorf”. Und stellen fest, dass die heutzutage überwiegend als Capanna-Bardughe

Ferienhäuschen genutzten Granithütten fast alle im Dornröschenschlaf liegen und wir dieses Kleinod an diesem Tag für uns alleine haben. Zwei der ca. 20 Hütten dienen als gut ausgestattete Selbstversorgerunterkunft die im Sommer für Wanderer immer offen steht. Was für ein Ort! Die kleine Hütte die die Küche beherbergt ist bestens ausgestattet so, dass dem genussvollen Mahl, Bardughe-Alm-Tessindas man allerdings selbst hochtragen muss, nichts im Wege steht.

Über der Hütte trohnt die 2442 Meter hohe Pyramide des Pizzo di Vogorno die auch beim Blick nach oben einen tolles Panorama beisteuert. Und vor der heimelig kleinen, liebevoll restaurierten Unterkunft steht einer dieser von der Sonne auf kuschelige 35 Grad vorgeheizten typischen Tessiner Granittische über deren zentnerschwere Platte hinweg man einen erstklassigen Blick über fast den gesamten Lago Maggiore genießt.

Was für ein Genussplatz! Und das alles unter “Aufsicht” eines Topmodels! Das kommt so schrill daher, dass man es schon fast wieder schön finden muss. Auch wenn die Art und Weise in der das Dach der Nachbarhütte mit einem ehemaligen Webeplakat “renoviert” wurde sicher nicht den Anforderungen des Denkmalschutzes genügt:

Alpe-Bardughe

Am “beheizten” Granittisch saugen wir dieses Kraftpanorama in uns auf, genießen mitgebrachte lokale Köstlichkeiten und bemerken dabei kaum wie es langsam aber sicher Abend wird. Und auch dieser sollte noch imposante Überraschungen für uns Salametti-Tessinbereit halten!

Mit zunehmender Dunkelheit zeichnet sie sich immer deutlicher ab, die funkelnde Lichterkette die den Lago Maggiore umgibt. Der Horizont beginnt zu glühen und man könnte meinen das dort sichtbare Mailand stünde in Flammen. Glücklicherweise ist es nur eine optische Täuschung die vor allem der Lichtverschmutzung durch die Mailänder Flughäfen geschuldet ist. Imposant ist der Anblick allerdings trotzdem:

Lago-Maggiore-Night

Es wird ein langer, im positivsten Sinne einsamer Abend in einer Aussichtsloge erster Güte. Kaum zu glauben, dass uns schon morgen ein weiteres Highlight der “Via Alta della Verzasca” erwarten sollte, wenn auch mit einem Umweg über das uns 1200 Höhenmeter tiefer zu Füßen liegende Tal. Eben “Via Alta Verzasca - QUER!”  Lesen Sie mehr an dieser Stelle.

Livebild von der Alpe Bardughe:

current2 Spektakuläres zwei Seen Panorama, ein Topmodel und ein pittoreskes Almdorf an der Via Alta della Verzasca, … und das alles für uns ganz alleine!

Via Alta della Verzasca….QUER! Der schwierigste Wanderhöhenweg der Schweiz: Prolog hoch über dem Lago Maggiore.

AL-Legn-Panorama-MaggioreDas Verzascatal im Tessin ist, selbst wenn man sich auf Wanderungen im Talboden beschränkt, schon traumhaft schön! Aber was die Società Escursionistica Verzaschese (SEV) oben auf dem Grat, in schwindelerregender Höhe über dem Talgrund erschaffen hat, sucht seinesgleichen! Die Idee geht zurück bis 1983 und findet schließlich mit der Eröffnung 1994 ihre Verwirklichung.

Lago-Maggiore-HelicopterIn vier bis fünf Tagen führt die Via Alta della Verzasca am Grat entlang, von Selbstversorgerhütte zu Selbstversorgerhütte und garantiert dem Extremwanderer Freuden in der höchsten Kategorie der Schweizer Wanderskala…T6. Nicht umsonst dient er auch in den Führern des Schweizer Alpen Clubs als offizielle Referenz für diesen (höchsten) Schwierigkeitsgrad. Im Klartext heißt das: Stundenlanges “gehen” über Felsgrate mit links und rechts jeweils hunderten von Metern heisser Luft unter den Sohlen! Ein Fehltritt mündet unweigerlich in einer Tragödie, so einfach ist das an vielen Stellen dieses spektakulären Wegs! Mit anderen Worten nichts für uns Genusswanderer. Aber die Hütten die der Weg verbindet und die liebevoll, oft aus Ruinen, mit viel Geld und Arbeit vom SEV in gemütliche Refugien verwandelt wurden, reizten uns schon seit langem sehr. Was also tun?

Kann man einen Höhenweg auch quer begehen?

Lago-Maggiore-NachtUnd ob! In uns reift mehr und mehr das Konzept die herrlichen Hütten der Via Alta della Verzasca zu besuchen, ohne die Gefahren der exponierten Grate auf uns zu nehmen. Was liegt da näher als den Weg quer zu begehen? Will heißen jeweils aus dem Tal aufzusteigen, die wunderschönen Hütten teils mutterseelenalleine (!) zu genießen, wieder ins Tal zu gehen, Proviant zu tanken um dann einige Kilometer weiter talaufwärts das Gleiche mit der nächsten Hütte zu wiederholen! Drei Hütten in vier Tagen…und immer bestens versorgt, da das Auto im Tal mit seiner Kühlbox allmittäglich als kulinarische “Tankstelle” fungiert. So entsteht eine traumhafte Kette von Hütten, die Individualisten unter den Berggängern lieben werden: Alpe Bardughe, Capanna Cornavosa, Capanna Costa.

Prolog hoch über dem Lago Maggiore

Al-Legn-PresidenteDoch solch ein Projekt erfordert es zunächst einmal mental im Tessin anzukommen. Was wäre da besser geeignet, als eine Akklimatisationsnacht 1600 Meter über Brissago und dem See auf unserer Lieblingshütte, Al Legn? Alleine hatten wir gehofft… doch die Capanna ist wohl inzwischen so bekannt, dass das Ende August kaum möglich erscheint. Aber auch die Gesellschaft Gleichgesinnter hat ihren Reiz! Und so lassen wir uns inspirieren von dem Paar aus dem Berner Oberland, das mit 65 Jahren zum ersten mal ins Tessin reist (warum soll man auch dahin fahren, wenn man 4000er vor der Tür hat?), oder von der Tessinerin, der man auch als Nordlicht ihr bis dahin unbekannte Tessiner Touren Tipps geben kann. Ganz zu schweigen von den Tessinern die extra aus USA angereist sind um die Ferien in den heimatlichen Bergen zu verbringen. Und begleitet wird das alles von Franco, dem Presidente. Dem Chef der Amici della Montangna Brissago, die dieses Refugium erschaffen haben. Er bekochte uns mit einem grandiosen Menue, dessen Höhepunkt ein geniales Risotto von selbst gesammelten Steinpilzen war. Später, als die internationale Crew sich bereits dem Matratzenlager Lago-Maggiore-bei-Nachtwidmet, genießen Franco und ich die sensationelle Nacht incl. Sternenhimmel vor der Hütte. Der Lago Maggiore mit seiner ihn über zwei Länder hinweg umgebenden Lichterkette unter uns, im Norden der Alpenbogen im Vollmondlicht auf Augenhöhe und im Süden die Po Ebene und Mailand mit ihren Millionen künstlichen Lichtern unter uns. Was für ein Kraftort!!!

Brissago-Inseln-SonnenaufgaMit anderen Worten, genau der richtige Platz um sich im nächtlichen Gespräch auf der Hüttenterrasse,  mit Blick von Mailand bis zum Piz Bernina,  von Franco, il Presidente, die Interna der Gegend erklären zu lassen und sich damit mental auf die nächsten Tage vorzubereiten. Auf die Via Alta della Verzasca QUER! Und als über den Brissago Inseln die Sonne aufgeht und das erste Boot seine Linien in den Lago Maggiore zieht, gibt es kein Halten mehr!

Mehr dazu finden Sie hier…..

Wandern in der vertikalen Felswand? Die Ruta del Cares in den Picos de Europa macht’s möglich!

Soviel vorweg: Es ist ein Sensationsweg! Was da in Asturien und León, nicht einmal 20 km Luftlinie von der spanischen Nordküste und dem Atlantik entfernt auf den Wanderer wartet, verschlägt einem schier den Atem, auch wenn man schon vieles gesehen hat. (Siehe auch Video am Ende dieses Posts). San-Vicente-de-la-Barquera

Wir haben für diese Tour unser Lieblingsgebiet, den Westalpenbogen, großzügig bis in den Norden Spaniens erweitert. Und wir sollten es nicht eine Sekunde bereuen den Picos de Europa Nationalpark erkundet zu haben. Ein Ziel das seit langem auf unserer persönlichen “Places to see before you die” Liste stand.

San-Vicente-BarqueraSpanische Seefahrer gaben den oft bis in den Sommer hinein schneebedeckten Gipfeln den Namen. Es war schlicht die erste Landmarke die sie, vom Atlantik kommend, erkennen konnten und aus dieser Perspektive waren es eben die “Gipfel von Europa”. Heute ist dieses 20 mal 40 Kilometer große Gebirge, mit seinen über 60 Gipfeln, die die 2500m Marke knacken, der älteste und größte Nationalpark Spaniens. Vor Ort alles andere als unbekannt und doch im deutschsprachigen Raum noch so was wie ein Geheimtipp. Archaische Landschaften sind es, die sich in Sichtweite des Meeres auf 65.000 Hektar ausbreiten. Und wir mitten drin…! Mit enormen Höhenunterschieden, die auf der Ruta del Cares des Öfteren in Form senkrechter Felswände daher kommen.

Start am Atlantikstrand und dann doch nur heiße Luft unter den Sohlen!

Picos-de-Europa-BarqueraWanderungen die am Meer beginnen, haben ihren besonderen Reiz. An der Schlussfolgerung kommen wir nicht vorbei, als wir im beschaulich schönen Fischerstädtchen San Vicente de la Barquera landeinwärts schauenPicos-de-Europa-Wegweiser um die in der Morgensonne erstrahlende schneebedeckte Gipfelkette der Picos de Europa von Norden her zu bewundern. Also auf nach Poncebos, wo sich der Einstieg zu dieser unvergesslichen Tour befindet! Ein Glück, dass wir außerhalb der spanischen Ferienzeit unterwegs sind und daher das Naturschauspiel, das uns an diesem Traumtag erwarten sollte, fast für uns alleine haben. Der Einstieg in die Schlucht des Rio Cares erfolgt gemächlich…leicht ansteigend und doch immer dem Scheitelpunkt dieser, gefühlt fast ebenen, Wanderung entgegen. Über die Felsspitze von Los Collaos erreichen wir in gleissendem Sonnenlicht die immer enger werdende Schlucht des Rio Cares. Es macht sich das Gefühl von hochalpiner Mondlandschaft breit. Auch wenn wir bedingt durch die Nähe zum Meer nur auf einem “lächerlichen”Ruta-del-Cares-Los-Collaos Höhenniveau von 550 Metern dahinwandern. Der Weg ist komfortabel breit und wäre wohl vom Erlebnisfaktor eher vergleichbar mit einem Spaziergang durch einem deutschen Stadtpark, wäre da nicht eine atemberaubende Szenerie die uns, je weiter wir vordringen, mit immer intensiveren Landschaftsbildern in ihren Bann zieht.

Picos-de-Europa-Ruta-Cares-Unter uns tobt der Rio Cares durch die Schlucht und über uns erheben sich die bleichen bizarren Gipfel bis über 2000 Meter. Wir dazwischen, auf einem Weg den der Mensch für technische Zwecke angelegt hat. In einem beispiellosen Kraftakt haben tausende von Arbeitern von 1916 bis 1921 einen Stollen in die Felswände der 12 km langen Schlucht zwischen Cains und Poncebos gegraben um die Wassermassen des Rio Cares zur Energiegewinnung zu nutzen. Und diese zu 90% im Fels verlaufeRuta-del-Cares-Bautruppnde “Pipeline”, die das Wasser dem Kraftwerk in Poncebos zuführt, will gewartet sein! Also hat man sich auf das Konzept der Waalwege besonnen und alte Verbindungspfade, die durch die Schlucht führten ausgebaut und zu einem Wartungsweg erster Güte erweitert. Nicht ohne Todesopfer, wie wir schon beim Blick in die Schlucht vermuteten und wie es uns die Informationstafel des Nationalparks dann auch bestätigen sollte.

Horizontales Wandern, teils in senkrechter Felswand!

Je weiter wir vordringen, desto spektakulärer werden die Aus- und Tiefblicke! Durch teils kühne Mauerkonstruktionen Picos-de-Europa-Ruta-Caresabgestützt, folgt der Weg fast eben dem Wasserkanal, der immer mal wieder nur für einige zig Meter oberirdisch verläuft, bevor er wieder für Kilometer im Berg verschwindet. Damit es in diesem glühenden Felsbackofen gargekochten Wanderern, die mal eben ein erfrischendes Bad nehmen wollen, nicht genauso geht, sind alle zugänglichen oberirdischen Stellen zur Sicherheit gut abgesperrt und mit Warnschildern versehen worden. Wohl besser so!

Ruta-del-Cares-SchluchtDie Schlucht wird enger und enger! Der stahlblaue Himmel wird immer mehr zum schmalen Band, das zwischen den bizarren fast weiss leuchtenden Felsgipfeln nur wahrzunehmen ist, wenn man den Kopf weit in den Nacken legt. So manche 90 Grad Kurve des Weges lässt uns kurz erschaudern ob der Vorstellung, dass 2 beherzte Schritte geradeaus (statt 90 Grad rechts) schon mal ein Wandererleben binnen Sekunden auslöschen können!

Die Sonne ist gnadenlos und die Bartgeier, die hier mit menschlicher Unterstützung wieder angesiedelt wurden, kreisen schon in der Hoffnung auf fette Beute über uns. Da freuen wir uns dann besonders über die Passagen die in der fast senkrechten Wand verlaufen und die, da sie in den nackten vertikalen Fels gehauen wurden, ein natürliches Sonnen- und Geierschutzdach aus Stein haben. Wir wandern sozusagen durch eine halbe Tunnelröhre, die an drei Seiten aus massivem Fels besteht und an der vierten aus heisser Luft! Aber auch die echte Tunnelvariante mit massivem Fels rundum sollte uns immer wieder auf kurzen Strecken Picos-de-Europa-Geiererwarten und beeindrucken. Und am Ende der Schlucht, nach 12 Kilometern, kurz vor Cain, begibt sich nicht nur der Wasserkanal sondern auch der Wanderweg komplett unter die Erde, bzw. in den Fels. Wir wandern durch einen Tunnel, der immer wieder einige “Fenster” aufweist, die den Blick auf die hier zum greifen nahe gegenüberliegende Felswand und den darunter hindurch tosenden Rio Cares freigeben. Immerhin hat man hier nicht, wie auf dem Rest des Weges, konsequent auf die Geländer verzichtet!

Picknick auf der “Märchenwiese” von Cain

Ruta-del-Cares-TunnelDiese Eindrücke wollen erst mal verdaut sein. Was kommt da gelegener als der abrupte Wechsel des Landschaftsbildes am Ende der Schlucht, als wir den Kessel von Cain betreten. Grün ist es hier, flache Wiesen…umgeben von bizarren Gipfeln. Ein lieblicher Kontrast zu all den schroffen Hoch- und Tiefblicken der letzten Stunden! Mit anderen Worten ein perfekter Ort für ein kulinarisches Picknick am Ufer des Rio Cares bei dem schon mal der Gedanke aufkommt, Picos-Europa-Ruta-del-Caresob der Rückweg, nochmals 12 km auf gleicher Route, evtl. “langweilig” werden könnte? Mitnichten! Wir sind immer wieder überrascht wie identische Rückwege dann doch wieder neue Ein- und Ausblicke bieten. Und so sollte es auch an diesem Tag sein.

Ruta-del-Cares-FelsbogenDie Sonne taucht die Schlucht in warme Nachmittagsfarben und bringt damit die ganze Gesteins- und Vegetationsvielfalt noch mehr zur Geltung. Die uralten Steineichen, die so manches Kar hoch über uns schon seit Jahrhunderten bewohnen, glühen in der Sonne des späten Nachmittags. Die Gumpen des Rio Cares und sogar der Wasserkanal leuchten noch türkiser als am Vormittag. Ruta-del-Cares-Los-Collaos-

Nur die Geier, die in der Gluthitze des Nachmittags über uns kreisen, machen uns “Sorgen”!

Und wer sich eine eindrucksvolle “Wegbeschreibung” aus der Quadrocopterperspektive ansehen möchte, ist hier richtig:

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