Die Capanna Cristallina - architektonische Meisterleistung, oder "Zigarrenkiste" mit Basodinoblick?

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Die Antwort auf diese Frage muss sich jeder selbst ersteigen, in 4 Stunden und auf 1200 Höhenmetern. So weit ist es von Ossasco im Val Bedretto herauf zu dieser in mehrfacher Hinsicht ...

Wandern in der vertikalen Felswand? Die Ruta del Cares in den Picos de Europa macht's möglich!

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Soviel vorweg: Es ist ein Sensationsweg! Was da in Asturien und León, nicht einmal 20 km Luftlinie von der spanischen Nordküste und dem Atlantik entfernt auf den Wanderer wartet, verschlägt einem schier ...

Das Val Bavona. Little Yosemite im Tessin!

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Das Val Bavona, ein Seitental des Maggiatals, hat es uns seit langem angetan. Der etwa 10 km lange Talboden zwängt sich zwischen Steilwände, die hunderte von Metern hoch sind und in ...

“Erstbegehung” im Tal der Zeichen: Auf der Via Raetia durch das Valle Camonica zum Iseo See.

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Ein Tal mit Felsgravuren die zum Unesco Weltkulturerbe erhoben wurden, ein malerischer See mit der größten Insel in einem italienischen Binnengewässer und alles angereichert mit hervorragender lombardischer Küche. In dem Umfeld kann ...

Aus dem Mairatal in den Kessel von Elva. 3000er Blick,  Freskenzyklen, Haarjäger und ein botanisches Rätsel: Eier die im Garten wachsen.

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Eine Genusstour für alle Sinne sollte es werden! Und doch können wir die Erlebnisdichte dieser Etappe des Mairawegs, einer der kürzesten, am Morgen als wir in San Martino aufbrechen nur erahnen. Sanft ...

Die Alpe di Spluga - Ein Rifugium erster Klasse auf dem beschwerlichen Weg vom Maggia- ins Verzascatal.

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Ganz unbekannt sind sie ja nicht, die beiden Täler im Hinterland des Lago Maggiore! Aber die Topografie sorgt, wie so oft im Tessin, dafür dass selbst traumhafte Orte quasi unberührt bleiben. Die ...

Vom Val Malenco zur Forno Hütte - Gletscherpanorama deluxe!

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Das Frühstück in der Albergo Chiareggio halten wir kurz. Schließlich lockt draußen Kaiserwetter und ein  herrlicher Übergang in die Schweiz, der Forno Paß (2768m). Nach 10 Minuten endet die Fahrstraße im wunderschönen ...

Die Südalpen und den Lago Maggiore im 360 Grad Blick

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Es gibt wenige Aussichtsgipfel in den Alpen die so ein Traumpanorama wie der Gridone (2188m) bieten und dabei vergleichsweise wenig frequentiert sind. Auf sehr schmalem Sträßchen schraubt man sich über Brissago am Lago ...

Mittelalterliches Flair in der Gondoschlucht- Hotel Stockalperturm

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Wenn man in Brig im Rhonetal, auf dem Weg zum Simplonpass das mächtige Stockalperschloss sieht, steigt unweigerlich die Vorfreude auf das, was einen auf der anderen Seite des Passes im Schweizer Grenzdorf ...

Die Trattoria 'Uomo Selvatico'; ....zu Gast beim Waldmensch von Chiavenna.

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Aus dem einsamen Savogno kommend, schafft es Chiavenna schnell trotz, oder gerade wegen seines kleinstädtischen Charakters und der mediterranen Betriebsamkeit  einer unserer Lieblingsorte südlich des Alpenhauptkammes zu werden. Schon der Weg ...

Über den höchsten Bahnhof Europas ins Puschlav....der ideale Einstieg für den Weg von Poschiavo nach Chiavenna.

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Es sollte diesmal die Bernina Südseite  sein. Wie meist war unser Tourenkonzept auf mediterrane Bergerlebnisse angelegt. Diesmal allerdings mit einem Einstieg für Eisenbahn- und Technikfreaks. Sicher ist es ein Leichtes den ...

Die Venus vom Orta See

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Der Ortasee zählt sicher zu den "vernachlässigten" oberitalienischen Seen. Und das ist aus der Sicht des Genießers gut so! Orta San Giulio am Ostufer des Sees  bildet einen romantischen Ausgangsort z.B. ...

Val Grande Nationalpark: Der Südeinstieg. Mit Panoramagarantie vom Monte Rosa bis zum Apennin!

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Den Blick auf das höchstgelegene Haus Europas auf der Signalkuppe des Monte Rosa, den Lago Maggiore, die Borromäischen Inseln, den Orta See, den Lago di Varese, die Poebene und die Ausläufer des ...

Die Antica Osteria Dazio und das malerische Fusio: Eine perfekte Oase am Ende des Val Lavizzara!

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Darauf hatten wir uns schon während der ganzen 1250 Höhenmeter des Abstiegs vom Passo del Naret gefreut: Ein kühles Bier auf der herrlichen Sonnenterrasse der Antica Osteria Dazio! Und dann ein Rundgang ...

Das schwarze Tal..... eindrucksvolle Walserkultur und der Blick auf das höchstgelegene Haus Europas.

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Der Talboden des Val Vogna liegt noch in tiefem Schatten, als wir uns im gleichnamigen Rifugio auf eine herrliche Tour über den Passo del Maccagno vorbereiten. Die Gipfelkämme dieses Seitentals des ...


Auf dem großen Walserweg…. ohne Plan, aber dafür mit Traumpanorama: Rifugio Alpenzu und der beste Blick auf den Monte Rosa!

Monte-Rosa-Blick-AlpenzuWalserland! Geschichtsträchtig ist sie, die Gegend im Norden des Aostatals, rings um Gressoney St. Jean. Aber wir sind nicht nur auf der Suche nach Geschichte, sondern auch nach Bergpanoramen erster Klasse und kulinarischen Erlebnissen die nach der Tour dafür sorgen, dass die “Schmerzen” des Tages schnell gelindert werden und dass sich die einzigartigen Eindrücke die hier an jeder Ecke lauern im Genusszentrum des Gehirns “einbrennen”.
Wie sich zeigt, sind wir mal wieder richtig… Alpenzu-Gressoney-St-Jeaneinige Kilometer nördlich von Gressoney St. Jean. Direkt neben der Talstraße beginnt der leichte, gut einstündige Aufstieg nach Alpenzu, einem wundershönen Walserdörfchen (Die Walser, wer sind die eigentlich? ) auf ganzen 1779 Metern. Bereits um das Jahr 1200 finden die 13 Walserhäuser ihre erste urkundliche Erwähnung. Und noch heute trohnen sie, jüngst liebevoll renoviert, auf einer herrlichen Wiesenterrasse über einem Talschluß der seines gleichen sucht. Der Blick reicht talabwärts bis über Gressoney St. Jean gen Süden und, noch spektakulärer, in Richtung Norden bis zum Talkessel hinter Monte-Rosa-MassivGressoney La Trinite. Letzterer hat es in sich! Über Viereinhalbtausend Meter ist er hoch, der in der Sonne gleissend weiss strahlende Riegel des Monte Rosa Massivs, der mit Lyskamm und Vincent Pyramide die Grenze zwischen der Schweiz und Italien bildet und das Tal abrupt nach Norden hin abschottet. Welch ein phantastisches Naturschauspiel ist es doch  hier die Wolkenformationen die die Gletscher und Grate umspielen zu beobachten und gleichzeitig das heimelige Rifugio Alpenzu in Wurfweite zu wissen. Mitten in einer saftig grünen Almlandschaft ist es gelegen. Die ist geprägt durch die von der Sonne überAlpenzu Jahrhunderte geschwärzten Walserstadel. Und immer hat man das Gefühl, dass man nicht enttäuscht wird, wenn man sich auf ein Glas Wein oder ein mehrgängiges Menue hier niederläßt. Und tut man das auf der Terrasse des Rifugio Alpenzu reisst noch nicht einmal der Blickkontakt zu den großen Gipfeln des Alpenhauptkamms ab!
Ok, ohne Stärkung am Mittag kommen wir mal wieder nicht an der Hütte vorbei. Wir sollten es nicht bereuen! Aber das Highlight des Tages ist unsere Verabredung mit Carlo, unserem Bergführer, derBergfuehrer-Carlo uns heute weniger über alpine Herausforderungen hinweghelfen wird, sondern vielmehr in die Kultur und Geschichte des Tals und der Almregionen die von den Walsern erschlossen wurden, einweisen wird. Weit gereist ist er. Heliskiing in Kamtschatka… mit Kunden. Und als er vom längsten Inlandsflug der Welt erzählt, den er bei der Anreise über Russland hinter sich gebracht hat, wird im Tonfall und zwischen den Zeilen schnell klar wo sein Herz zu Hause ist! Weit entfernt von Alpenzu jedenfalls nicht! Carlo begrüßt uns in fließendem Englisch… “This is the plan for today:…… and we will change it ten times, we are in Italy!” Alpenzu-Wiese Damit ist klar, dass der Nachmittag flexibel gestaltet werden wird, mit einem atemberaubenden Monte Rosa Blick als einzigem verlässlichen Fixpunkt auf unserer kleinen Rundtour auf dem großen Walserweg. Und als Carlo zum besten gibt was er von Plänen hält: “ I am always happy, when I have NO plan!” wird endgültig klar, dass wir uns ohne Widerspruch in seine erfahrenen Hände begeben sollten und einfach das was den Nachmittag über auf uns zukommt, genießen sollten…ganz ohne Plan! Und was Rifugio-Alpenzuuns erwartete war eine kleine aber feine dreistündige Tour von Alpenzu hinauf zu einigen verlassenen Almen und dann einen Saumpfad entlang der, immer den Monte Rosa im Blickfeld, schließlich im wilden “Freestyleabstieg”, weglos über steile Wiesen, wie durch ein Wunder (Carlo!) auf dem allseits bekannten großen Walserweg mündete. Ab da hatten wir quasi “gefühlt” wieder die Zivilisation erreicht. Wenn auch eine über achthundert Jahre alte! Ohne große Höhenunterschiede schlängeln wir uns den Hang entlang, von Walseralm zu Walseralm, zurück in Richtung Alpenzu, nicht ohne dass Carlo uns mit einigGressoney-Talen lokalen Kuriosa beglückt. Oder waren Sie schon mal auf einer Alm auf der ein Schweizer Professor mit seinen 17 Katzen gehaust hat? Im warmen Abendlicht erreichen wir das Rifugio Alpenzu in freudiger Erwartung der Fortsetzung der kulinarischen Highlights die wir schon Mittags testen durften. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Ehrliche aostataler Kochkunst mit allem was Küche und Keller hergeben. Auch Carlo geniesst das Abendessen sichtlich. Bei aller Freude über den genialen Tag werden wir dann aber doch noch nachdenklich als wir den Vorsitzenden der Walsergemeinschaft von Walser-Gressoney-St-JeanGressoney kennenlernen, der sich zu uns an den Tisch gesellt. Die architektonischen Relikte der Walserkultur durften wir ja schon staunend zur Kenntnis nehmen. Und auch über die Sprache hatten wir schon einiges gehört, sei es im Tessin oder hier, südlich des Monte Rosa. Aber wie bedroht diese Kultur ist war uns nicht klar. Erst die etwas bedrückteWalser-Kinder-Gressoney-St-n Erzählungen des “Walserchefs”, der selbst noch kleine Kinder hat, machen klar, dass die Kultur und die Sprache wohl über die nächsten zwei bis drei Generationen aussterben wird, so die Einschätzung aus berufenem und betroffenem Munde. Allerdings sei auch erwähnt, dass wir am nächsten Tag mit Begeisterung die Walserprozession in Gressoney St. Jean miterleben durften. Dabei wurde überdeutlich, dass die “Alten” zumindest alles unternehmen um die “Jungen” bei der Stange zu halten”!

Alpenzu-Gressoney-info Alpenzu-Antipasti

Gran Paradiso! Der Name ist Programm…. Auf königlichen Jagdsteigen durchs Paradies, zum Rifugio Vittorio Sella.

Aostatal-Cogne-Paradisia Wie eine weisse unüberwindliche Mauer steht das Gran Paradiso Massiv in der gleissenden Morgensonne im Talschluss des Val di Cogne, einem südlichen Seitental des Aostatals. Auf königlichen Steigen, die Vittorio Emmanuele II für die Jagd anlegen lies, wollen wir fast 1000 Höhenmeter zu einem seiner ehemaligen Jagdhäuser, dem heutigen Rifugio Vittorio Sella aufsteigen. Diesmal unter fachkundiger Anleitung von Davide dem Nationalparkguide. Und oben sind wir mit einem der sechzig Ranger des Parks verabredet. Es sollte also ein Gran-Paradisoaufschlussreicher Tag werden. Und die Kulinarik wird auch nicht zu kurz kommen, wie sich bereits mittags zeigen sollte!
In Valnontey, dem letzen Weiler mit Straßenanschluss im Val di Cogne, werden wir  bereits das erste Mal auf die Probe gestellt. Sogar die Restaurants heissen hier wie man sich an so einem Ort an einem glasklaren Morgen fühlt: “Ristorante Paradisia” Und wir wären wohl noch vor Beginn der Tour eingekehrt, wäre es nicht acht Uhr morgens und das schöne steingedeckte Aostataler Haus noch im Morgenschlaf. Aber nebenan wartet schon die Gran-Paradiso-Botanischer-Gnächste Sehenswürdigkeit die den Aufstieg “verzögert”. Der wunderschöne botanische Garten des  ersten Nationalparks Italiens. Der Bergsommer explodiert hier geradezu! Was für eine Blütenpracht im Vordergrund des 4061 Meter hohen Massivs. Davide hat natürlich die passenden botanischen Fakten und Tipps auf Lager, seien es die Details zu endemischen Arten, die nur hier vorkommen, oder die Informationen zu hoch giftigen Gewächsen, die man kennen sollte, falls man mal (s)ein Leben beenden möchte.  Nichts liegt uns ferner an so einem Tag! Also nehmen wir den königlichen Jagdsteig Gran-Paradiso-Almunter die Sohlen. 300 Kilometer solcher Wege gibt es im 1922  gegründeten Nationalpark. König Vittorio Emmanuele II lies sie anlegen um seiner Jagdleidenschaft zu frönen. Dabei mochte er es offensichtlich bequem, was heute dem Wanderer zu Gute kommt. Gleichmäßig ansteigend und breit genug um zu zweit nebeneinander aufzusteigen schlängelt sich der Weg empor. Zu Pferd soll der König bis auf die höchsten Pässe geritten sein, ohne abzusteigen! Wir bewältigen den Aufstieg aus eigener Kraft und genießen den mit zunehmender Höhe immer imposanter werdenden Blick auf das Gran Paradiso Massiv und das Panorama (Klick auf das Foto!)Cogne-Panorama der umliegenden Dreitausender. Davide ist in seinem Element, spätestens als es uns gelingt einen der etwa 30 Steinadler die im Park leben vor das Fernglas zu bekommen. Wir erzählen was wir im “richtigen” Leben Gran-Paradiso-Cogneso machen und welcher Profession wir nachgehen, als es aus Davide herausbricht: Mit weit ausgebreiteten Armen, als wolle  er den Gran Paradiso umarmen, sagt er “ And this is MY office!” …und setzt damit einen Kontrapunkt zum städtischen (Büro-)Leben, der uns schon etwas nachdenklich stimmt. Die Nachdenklichkeit schwindet schnell als das Rifugio Vittoria Sella auf 2588 m in Sichtweite kommt. Von einem Parkranger erfahren wir dort spannende Fakten über den Park. So auch, dass Vittorio Emmanuele, aus dessen Jagdhütte das Rifugio hervor ging, es wohl gerne auch bei der Jagd bequem hatte. So lies er Vittorio-Sella-Rifugio-1sich die Steinböcke, von denen es heute etwa 6000 im Park gibt, von Helfern  aus den Hochlagen hinabtreiben um sie im direkten Umfeld der Hütte niederzustrecken. Dass so eine Jagd  dann auch kulinarische Highlights mit sich brachte, davon gehen wir mal aus. Und uns sollte es an diesem gastfreundlichen Ort nicht anders ergehen. Mit einem Flan vom Bergkäse als Vorspeise hätten wir in der Höhe allerding trotzdem nicht gerechnet! Und mit der Aostataler Brotsuppe als Zwischengang auch nicht. Zum Hauptgang kommt ein dampfender gelber Berg Polenta auf den Tisch. Aber nur als Vittorio-Sella-RifugioBeilage zu nicht weniger als drei Secondi…. Die Salsiccia in Tomatensoße ist genial! Kann man hier eigentlich übernachten? Man kann. Den Tag nach diesem Festmahl um 14.00 Uhr ausklingen  zu lassen erscheint uns dann aber doch etwas zu dekadent. Also zurück ins Tal, zumal uns dort am Abend auch noch einige Highlights erwarten sollten. Immer neue Perspektiven erschließen sich im Abstieg. Die gleissende Mittagssonne sorgt dafür, dass wir den Eindruck gewinnen die gesamten Gletscher der Gegend haben vor sich bis heute Abend in Form des reißenden Wildbachs an dem wir entlang schlendern in den Aostatal-WildbachTalboden des Val di Cogne zu stürzen.  Die Nachmittagssonne bringt die Hänge zum glühen und setzt dabei  einen intensiven Duftcocktail frei, der von den Harzaromen des Waldes bis zum umwerfenden Duft des wilden Thymians reicht, auf den uns Davide im vorbeigehen aufmerksam macht. Der Wasserfall über Valnontey ist durch die in der Hitze enorm angestiegene Schmelzwassermenge gewaltig angeschwollen als wir den Talboden erreichen und uns sicher waren, dass die Highlights des Tages nun hinter uns liegen. Aber weit gefehlt! Das Degustationsmenue im Hotel Madonnina in Cogne sollte am Abend noch eins draufsetzen:

Schwertfisch-Carpaccio Spaghetti-Aosta

Alleine das Schwertfischcarpaccio, ummantelt mit Lardo, einer Aostataler Spezialität (in Marmortrögen mit Kräutern, Gewürzen und Wein marinierter Speck), verdient es hier besonders erwähnt zu werden. Und die anderen Gänge bis hin zum Aostataler Bergkäse standen dem nicht nach. Zu Glück sind wir nicht, wie einst der König zu Pferd auf den Berg geritten, sondern haben den einen oder anderen Gang aus den Küchen des Tals am Berg “verbrannt”. Und wer, so gestärkt, noch ambtionbiertere Ziele hat und gar den Gran Paradiso besteigen möchte der wird im Bergzeit Magazin fündig!

Bergseeidyll und Adrenalinstoss im Stundentakt, geht das? Klar, am Idro See! Klettern, Gleitschirmfliegen und kulinarische Genüsse inclusive.

Es war mal was anderes! Wo wir doch üblicherweise im Gehgelände der Südalpen unterwegs sind, sollte es dieses Mal, am Idro See, eine etwas andere Annäherung an den Berg werden! Vertikal und von oben!Idro-See-Tre-Capitelli

Ganze 10 km ist er lang, der Idro See an der Grenze zwischen der Lombardei und dem Trentino. Eingebettet zwischen 2000 Meter hohen Gipfeln zieht er sich westlich, in 20 Kilometer Abstand, von Nord nach Süd parallel zum Gardasee. Und während letzterer Idro-See-Baitoni längst aller Orten bekannt ist, beschleicht einen bei der Ankunft am Idro See sofort das vielversprechende Gefühl, dass hier eine Naturschönheit im Dornröschenschlaf liegt. Dass Motorboote auf dem See verboten sind trägt sicher ein Übriges dazu bei, dass dieser Ort eine eindrucksvolle Ruhe ausstrahlt. Sanft geneigt ziehen sich die grünen Uferwiesen hoch in Richtung Straße, die noch nicht einmal um den gesamten See führt. Sie bieten einen optimalen Raum für einige sehr schön gelegene Campingplätze und natürlich für die Dörfchen, die sich rings um den See verteilen. In dieser Idylle beschlossen wir also in die Vertikale zu gehen! Idro-See-CoroneUnd auch das ist hier problemlos möglich. In Vesta, am Westufer, endet die Straße. Was folgt ist eine kurze Wanderung auf schmalen Uferpfaden gen Norden. Also Wanderstiefel anziehen und Kletterschuhe in den Rucksack, undIdro-See-Klettern ab geht’s in Richtung einer als Via Ferrata ausgebauten Felswand mit grandiosem Blick über den See.  Die Aussicht will erarbeitet sein. Auf Routen wie “Baby” Idro-See-Klettern-Vestaoder “Nani’s Wall” geht es nach oben. Für uns Wanderer zugegebenermaßen auf eher ungwohntem Wege gewinnen wir an Höhe. Der souverän zuversichtliche Blick von Guido “The Guide”, unserem Bergführer, vermittelt die nötige Sicherheit in der Vertikalen. Der geräumige Standplatz in Mitten der Wand ist eine Aussichtsloge erster Ordnung, auch wenn das Wetter den See in eher zarte grau und blau Töne packt, ist es doch ein grandioses Naturerlebnis in luftiger Höhe. Nur, wie kommt man als Wanderer da wieder runter? Na per Abseilaktion über die senkrechte Wand natürlich! Was soll ich sagen? Schon wieder eher ungeIdro-See-Vestawohnt! Wir genießen die kleinen Adrenalinschübe und merken dabei kaum, dass wir dieses Paradies ganz für uns alleine haben. Im Norden sind Ferien und  dennoch versammeln sich die Massen andernorts! Auch auf dem Rückweg um das südliche Ende des Idro Sees, den wir per Mountainbike bestreiten, ändert sich das nicht. Immer neue Landschaftseindrücke faszinieren auf dem Trail um den See. Wie eine Theaterkulisse schieben sich die vielfältig gestaffelten Bergketten von links und rechts ins Blickfeld. Wir fragen uns, ob es wohl noch spektakulärere Perspektiven gibt, aus denen man diesen schönen Flecken Erde erkunden kann. Und das geht hier tatsächlich auch!Idro-See-Bondone Wenn auch aus einer für uns noch ungewohnteren Perspektive. Nämlich aus der Luft! Nein, nicht etwa aus dem Flugzeug, sIdro-See-Paraglidingondern viel näher am Element, vom Gleitschirm aus! Auch das geht für Newcomer nicht ohne fachkundige Anleitung. Der Gipfel des Monte Alpo, 1529 Meter hoch und damit 1200 Höhenmeter über dem Nordende des Sees gelegen, ist unser Ziel. Natürlich ist das auch ein herrliches Wanderziel. In  Anbetracht der Gleitschirmausrüstung nehmen wir aber dann doch lieber die gebotene Infrastruktur über dem pittoresken Bergdörfchen Bondone in Anspruch und fahren steil hinauf, auf der Militärstraße aus dem 1. Weltkrieg und bis auf 150Idro-See-Paragliding-Baiton0 Meter Höhe. Dann wieder Adrenalin! Auf einem Wiesenrücken breiten unsere Piloten die Schirme für den Tandemflug aus. Wir sind über der Inversionsschicht, die den See in milchiges Blau taucht. Darüber ist es glasklar. Dass es beim Flug durch die Luftschichtung zu Turbulenzen kommen kann  erzählt mir der Pilot erst in der Luft…gut so! Andrea und seine beiden Co-Piloten geben das Kommando: “Ruuuuunnnn!!!!” Und schonIdro-See-Paragliding-Bondon ist nur noch heiße Luft unter uns und ein phantastisches Panorama rings um uns herum. Wir überfliegen Bondone…eine Dächerlandschaft aus rotem Ziegel… kaum zu erkennen, dass es dort auch Gassen gibt. Der See breitet sich in seiner ganzen Länge unter uns aus und wird immer blauer, je näher wir ihm kommen. Wir fliegen vom Trentino in die Lombardei! Das Mündungsdelta der Flüsschen Chiese und Caffaro ist das Ziel, dem uns die Gravitation unauIdro-See-Paragliding-Anflugfhaltsam näher bringt. Panoramaflug mit Achterbahneinlage als sich die Piloten den Spaß machen uns in einer Steilspirale dem Erdboden näher zu bringen. Die Platzrunde in niedriger Höhe über der riesigen Wiese direkt am Seeufer ist  dagegen ein gemütlicher Ausklang. Die ist aber erforderlich um die Windrichtung am Landeplatz richtig einzuschätzen.  Butterweich setzen wir auf, der Schirm fällt über uns zusammen und wir fragen uns “Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?” Gerade eben! Die Erde hat uns wieder! Um solch intensive Erlebnisse zu verarbeiten bedarf es dann schon einIdro-See-Raviolies kulinarischen Beruhigungsprogramms. Und auch in dieser Beziehung werden wir schnell fündig.  Immerhin reisen wir in der Lombardei und die Einheimischen schwören, dass es am Idro See sowieso die beste Küche weit und breit gäbe. Im “Ristorante da Genny” werden wir fündig und glauben dieser Aussage auch ohne Schwur. Nicht nur die hausgemachte Pasta “Al burro e salvia” ist dort sagenhaft! Mehr über die Gegend erfahren Sie auch hier.

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